Michael Möseneder

Krems: Ganovenstreichler-Expertise

7. Oktober 2009, 19:17

Nach den Schüssen hätten die Polizeiverantwortlichen vielleicht mehr das ehrliche Bemühen um Aufklärung einfordern sollen

In den Redaktionen von Boulevardmedien wie der Gratiszeitung Heute muss man sich ziemlich gewunden haben, als die Gutachten zu den tödlichen Schüssen in Krems bekannt wurden. War man dort im August doch vor allem damit beschäftigt, dem 14-Jährigen die Schuld für seinen Tod zuzuschanzen. Motto: Was geht er auch einbrechen. Wer fragte, ob ein Schuss in den Rücken eher auf Flucht hindeutet, wurde als "Ganovenstreichler" verunglimpft.

Demnach müssten wohl auch die drei Gutachter ein Bedürfnis nach körperlicher Nähe zu Gesetzesbrechern haben. Denn die Folgen ihrer Arbeit könnten für den Polizisten, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, dramatisch sein. Dessen bisherige Darstellungen sehen plötzlich ziemlich läppisch aus. Etwa seine Beteuerungen, er sei kurz vor dem Schuss abgelenkt worden und habe erst im Nachhinein bemerkt, dass der Teenager ihm den Rücken zuwandte. Oder dass er kaum etwas sehen konnte.

Die Gutachten widersprechen. Allerdings dem Vernehmen nach nur ihm, und nicht seiner Kollegin, die die beiden anderen Schüsse in dem Supermarkt abgegeben hat. Ihre Aussage stimmt offenbar mit den Fakten überein. Die Justiz wird das nun bewerten müssen.

Keine Frage, die Beamten waren genauso wie die Opfer in einer Extremsituation. Nur: Nach den Schüssen hätten die Polizeiverantwortlichen vielleicht weniger auf die Schützenhilfe des Boulevards bauen und mehr das ehrliche Bemühen um Aufklärung einfordern sollen.(Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 8.10.2009)

 

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Posting 1 bis 25 von 50
1 2
naGeh
11
8.10.2009, 18:49
meines Erachtens

ist man sehr wohl um die Aufklärung bemüht, ich finde dass die Staatsanwaltschaft sogar sehr viel Informationen aus den Gutachten an die Öffentlichkeit weitergegeben hat, vor allem zu diesem Zeitpunkt, vor Beginn der Hauptverhandlung.

Deshalb finde ich diesen Kommentar schlecht, nein, ich finde ihn sogar mies, denn Sie, Herr Möseneder, machen genau das selbe wie die von Ihnen bekritelten Boulvardblätter, nur reiten Sie auf der Justiz-Bashing-Welle des Standardforums...

Queen of Sheba
 
01
8.10.2009, 18:26
Eben berichtet Ö!, dass die gefährlichen Angriffswaffen der Einbrecher zum Schusszeitpunkt eingesteckt waren.

Jetzt wird es eng.

Data100
00
8.10.2009, 15:47
Was...

...hat denn die Polizistin ausgesagt?

Die andere Meinung
 
112
8.10.2009, 14:01
Denn die Folgen ihrer Arbeit könnten für den Polizisten, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, dramatisch sein.

naja, ich halte die folgen für viel schlimmer, die beamtshandelte bürger als "arbeit eines polizisten" aufgezwungen bekommt (kugel in den rücken).

Mucosaprolaps
04
8.10.2009, 15:37

Ja, allerdings muss wohl auch jeder zugeben, dass Feuerwaffen eben immer potentiell tödlich sind, und dass bei Einsätzen eben auch Fehler passieren. So gut kann die Ausbildung gar nicht sein, dass Fehlerfreiheit garantiert wär; und die Ausbildung der österreichischen Beamten leidet AFAIK unter drastischer Geldknappheit.

Wie wär's mit dem britischen Modell? Normale Streifen unbewaffnet, oder halt nur mit Einsatzstock und Tränengas. Für brisante Situationen gibt's eh die Sorte Spezialeinheit, die so ziemlich jeden Gegner klein kriegt (und erfahren genug ist, um nur selten versehentlich zu töten).

Auch bei Geiselbefreiungen sterben zB Geiseln, wenn sie Abwehrbewegungen machen, statt die Hände hoch zu halten. Stress + Pistole = Lebensgefahr.

typograph
10
8.10.2009, 16:31
Genau das sind gute Gründe ...

... nicht einbrechen zu gehen!

Joe Jo
00
8.10.2009, 16:28
Nur ist das längst nicht mehr so in GB.

Davon ist man abgegangen wegen der vielen Vorfälle. Heute sind alle bewaffnet.

verleih nix
01
8.10.2009, 14:39

ich auch!

1116er
02
8.10.2009, 13:50
In den Redaktionen von Boulevardmedien...

ist das der ort, wo gehirnamputierte etwas tippen, das andere gehirnamputierte so richtig aufgeilt?

_spike_
00
13.10.2009, 20:07

Bitte da nicht Onkel Hansi´s Weltanschauung angreifen, das ziemt sich gar nicht.

Jan Nesbeda, MPr
01
8.10.2009, 12:41

"Die Gutachten widersprechen. Allerdings dem Vernehmen nach nur ihm, und nicht seiner Kollegin, die die beiden anderen Schüsse in dem Supermarkt abgegeben hat."

Sie hat das Glück gehabt, nicht zu treffen. Aber worauf hat sie geschossen?
Und was mag sie dazu veranlaßt haben?

mariusmaas
21
8.10.2009, 14:00
sie hat auch gelogen

weil sie seeine aussagen gedeckt hat.....

exilkaerntner
00
8.10.2009, 15:33
woraus lesen Sie das heraus??

im artikel steht, dass die aussage derpolizistin "dem vernehmen" nach mit dem fakten übereinstimme.

leitfaden
00
8.10.2009, 13:39

sie hat - vorschriftsgemäß - einen warnschuss und dann einen schuss zur verhinderung der flucht des verdächtigen abgegeben.

er hat nur geschossen. und behauptet, angegriffen worden zu sein.

es steht ihnen selbstverständlich frei, jeder tatversion, und sei sie noch so unwahrscheinlich, glauben zu schenken.

mariusmaas
00
8.10.2009, 14:01
nachlafen

davon hat die auch noch nie was gehört....

t-bonesteak
00
8.10.2009, 14:31
muss sie das?

sie hat einen warnschuss abgegeben, der bursche ist nicht stehengeblieben, sondern weitergelaufen. da muss sich die polizistin nichts vorwerfen (lassen).

rorschach
00
8.10.2009, 13:11
ist die frage nicht eher

was hat sie ausgesagt?

W.Hammerl
100
8.10.2009, 11:13

Ist Möseneder eigentlich ein Künstlername? Wie heißt der arme Mann wirklich?

sturmy
44
8.10.2009, 09:48
Bitte, bitte net vergessen: Kibara san a Menschn!!!

purecynicism
15
8.10.2009, 15:58

nur a anständiger mensch wird ka kiwara

andreas lamers
 
013
8.10.2009, 12:47
um den schuetzen geht es doch gar nicht

es geht um die verlogenen vorgesetzten bei denen immer alles ok ist und die wenns eng wird den streifenpolizisten fallen lassen werden. und jedes mal wenn man denen auf luegen draufkommt macht es das system und den polizeiapperat unglaubwuerdiger. und DAS ist ein gewaltiger schaden.

Manhã de Carnaval
010
8.10.2009, 10:32

Wenn in Ihrem Posting die Bitte nach Gleichbehandlung zum Ausdruck kommt, sage ich dazu ja:

Und mit ALLEN Konsequenzen.

verinus
00
8.10.2009, 13:30

was für gleichbehandlung stellen sie sich denn vor?

ich mein das jetz wirklich nicht sarkastisch, sondern mich würd interessieren was das in diesem zusammenhang bedeuten soll.

Difool
 
02
8.10.2009, 15:13
Gleichbehandlung vor Gericht.

Michail Bakunin
03
8.10.2009, 09:22

Alles kein Problem - "heute" widmet den Gutachten eine kleine Kurzmeldung, werden 90% der LeserInnen eh überlesen. Thema erledigt, sonst müßte man sich gar noch kritischen Fragen widmen...

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