Artillerie-Unfall Allentsteig: Üben, üben, üben

7. Oktober 2009, 19:11
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Nach dem neuerlichen Unfall der Artillerie in Allentsteig zeigt sich, wie notwendig das ist

Die halboffiziellen Medien des Bundesheeres - Truppendienst und Der Soldat - befassen sich in ihren jüngsten Ausgaben intensiv mit dem Thema "Krisenkommunikation". Nach dem neuerlichen Unfall der Artillerie in Allentsteig zeigt sich, wie notwendig das ist: Zuletzt haben sich Unglücksfälle gehäuft, der Erklärungsbedarf ist hoch und die Erklärungen sind nicht immer widerspruchsfrei. In den zivilen Medien wird das von Norbert Darabos verwaltete Heer bereits als "Chaostruppe" verspottet.

Da ist etwas dran: Tatsächlich war die Verunsicherung im Bundesheer nicht einmal in den ersten Jahren der Kreisky-Regierung so groß wie jetzt. Erst in der Vorwoche haben sich die höchsten Verantwortlichen zusammengesetzt, um die Umsetzung des Projekts "ÖBH 2010" zu diskutieren. Das ist die unter Günther Platter und Helmut Zilk eingeleitete Bundesheerreform, die bis zum kommenden Jahr eigentlich abgeschlossen sein sollte. Sie ist es nicht.

Im Gegenteil: Durch die Reform sind bei vielen Verbänden Lücken entstanden, die wegen des Geldmangels nicht aufgefüllt werden konnten. Das gilt materiell wie personell: Die mit der Ausbildung der Rekruten betrauten Berufssoldaten bekommen nicht jene Überstunden genehmigt, die für eine sinnvolle militärische Erlebnisausbildung im Feld (etwa mit regelmäßigen Nachtübungen) notwendig wären.

Österreichs Generalstabschef weiß das - aber er kann auch nicht mehr tun, als die nach De-facto-Budgetkürzungen verbliebenen Mittel auf den Übungsbetrieb zu konzentrieren. Und hoffen, dass das Üben zu mehr Sicherheit führt. (Conrad Seidl, DER STANDARD Printausgabe 8.10.2009)

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