Rasmussen fordert mehr Truppen von Europäern

7. Oktober 2009, 19:05
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Andernfalls könnten Beziehungen zu USA beschädigt werden

Brüssel - NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat die europäischen Bündnismitglieder aufgefordert, mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Andernfalls könnten die Beziehungen zu den USA beschädigt werden, sagte Rasmussen am Mittwoch vor Journalisten in Brüssel.

"Es ist auch für die langfristige Gesundheit der transatlantischen Beziehungen wichtig, dass auch die Nicht-Amerikaner mehr zu dem Einsatz beitragen", sagte Rasmussen. Der Oberkommandierende der NATO-geführten Afghanistan-Schutztruppe ISAF, US-General Stanley McChrystal, hat eine deutliche Verstärkung der Afghanistan-Schutztruppe ISAF gefordert. Die NATO-geführte ISAF umfasst derzeit rund 65.000 Soldaten. Über die Aufstockung werde derzeit in den NATO- Gremien beraten, sagte der Generalsekretär.

Faires Gleichgewicht zwischen USA und Verbündeter

"Es muss auch weiterhin ein faires Gleichgewicht zwischen dem Beitrag der USA und dem Beitrag der anderen Verbündete zu dieser Anstrengung geben", mahnte Rasmussen. "Die USA müssen sehen, dass das Bündnis in schwierigen Zeiten zusammensteht und gemeinsame Anstrengungen macht. Wenn die USA das jetzt nicht sehen, dann werden sich viele in den USA Fragen hinsichtlich Europas als wirklichen Sicherheitspartner stellen."

Unter Berücksichtigung jener US-Soldaten, die nicht unter NATO-Kommando stehen, sind die USA mit 65.000 Soldaten in Afghanistan präsent, die europäischen Staaten mit 35.000. McChrystal fordert von US-Präsident Barack Obama allein aus den USA 40.000 zusätzliche Kräfte.

Kritik an Entscheidung der Niederländer

Die Entscheidung des niederländische Parlaments vom Dienstag, den Einsatz nicht über das Jahr 2010 hinaus zu verlängern, kritisierte Rasmussen. "Ich würde einen niederländischen Ausstieg aus dem Einsatz bedauern. Wir sind an einem kritischen Punkt angelangt, an dem wir keinen Zweifel an unserer Entschlossenheit aufkommen lassen sollten." Der NATO-Generalsekretär bedauerte auch, dass die EU bisher nur in der Lage war, 265 statt der geplanten 400 Militärausbilder nach Afghanistan zu schicken. "Ich finde das ein bisschen peinlich und kann die EU nur ermuntern, alles nur Mögliche zu tun, um die volle Einsatzstärke zu erreichen."

Beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister am 22./23. Oktober in Bratislava (Slowakei) werde es nicht nur um Truppenverstärkungen, sondern auch um höhere finanzielle Lasten für die NATO-Staaten gehen. "Geld ist ein Problem", sagte Rasmussen. (APA)

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