Kochen "ist doch wie Chemie"

7. Oktober 2009, 17:05
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Mit den Forschungsarbeiten, die ihm jetzt anteilig den Nobelpreis einbrachten, hatte Thomas Steitz erst 1995 begonnen

New Haven - Für den frischgekürten Nobelpreisträger Thomas Steitz (69) ist die Chemie keineswegs nur auf sein Labor beschränkt. Der US-Amerikaner, Professor für Molekulare Biophysik und Biochemie an der Yale Universität in New Haven, kocht leidenschaftlich gern. "Das ist doch wie Chemie", verriet er am Mittwoch nach der Bekanntgabe der diesjährigen Chemienobelpreisträger. "Man mixt Komponenten zusammen, um daraus etwas zu erstellen".

Steitz ist mit der Molekularbiologin Joan Argetsinger Steitz verheiratet, die wie er ein großes Laboratorium bei Yale unterhält und "für ihre Arbeit ständig in der Welt herumfliegt". Ihr 29-jähriger Sohn traute sich zunächst in die Fußstapfen der Eltern und erwarb ein Diplom in Molekularer Biophysik und Biochemie - von Yale. Doch er schlug später seinen eigenen Weg ein, spielte erst drei Jahre professionell Baseball mit den Milwaukee Brewers und absolvierte dann ein Jusstudium an der "Familien"-Universität, wie der stolze Vater erzählte.

Wandern als Ausgleich

Für das Forscherpaar Steitz, das vor knapp 30 Jahren gemeinsam an der berühmten Ivy-League-Universität knapp zwei Autostunden nördlich von New York einstieg, geht aus den langen Stunden im Labor kein häusliches Problem hervor. "Wir kennen die Herausforderung und verstehen den anderen", sagte Thomas Steitz. Zum Ausspannen gehen die Steitzs am liebsten in die Berge, "zuletzt sind wir durch die Rocky Mountains von Colorado gewandert, davor in den Schweizer Alpen, in Norwegen und vielen anderen Gebirgen der Welt."

Mit den Forschungsarbeiten, die ihm jetzt anteilig den Nobelpreis einbrachten, hatte Thomas Steitz erst 1995 begonnen. Der Durchbruch kam im Jahr 2000. "Aber wir arbeiten weiter an Ribosomen und untersuchen verschiedene Eigenschaften, um noch mehr über ihre Funktionen zu lernen". Seine Frau Joan war die erste weibliche Doktorandin, die von dem DNA-Forscher und späteren Nobelpreisträger James Watson in dessen Labor aufgenommen wurde. (APA)

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