Ehemaliger US-Soldat gab Bücher zurück

7. Oktober 2009, 16:53
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Zwei kostbare Bücher aus dem 16. Jahrhundert werden an die rechtmäßigen Besitzer in Deutschland übergeben - Souvenirs aus dem Zweiten Weltkrieg

Washington - Die USA haben zwei kostbare Bücher aus dem 16. Jahrhundert an Deutschland zurückgegeben, die in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verschwunden waren. Das Nationalarchiv in Washington überreichte die beiden Bände aus den Jahren 1573 und 1593 am Dienstag dem deutschen Botschafter Klaus Scharioth, der sie an die rechtmäßigen Besitzer in Deutschland weitergeben will. Die Bücher waren im April 1945 von US-Leutnant Robert E. Thomas in der Salzmine Merkers in Hessen gefunden worden. Thomas hatte die Bücher als Souvenir mit in die USA genommen und mehr als 60 Jahre lang aufbewahrt.

Die deutschen Behörden hatten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Hunderttausende Bücher und andere Wertgegenstände in dem Bergwerk gelagert, um sie vor den heranrückenden Truppen zu schützen. Bei der Rückgabezeremonie in Washington schilderte der inzwischen 83-jährige Ex-Soldat Thomas den Zufallsfund in der Salzmine: "Der Raum war mit Tausenden Büchern vom Boden bis zur Decke gefüllt." Er habe zwei Bücher zur Erinnerung mitgenommen und sie zu Hause in Kisten "am kühlsten und dunkelsten Ort in meinem Haus" aufbewahrt.

Rückgabe in die Wege geleitet

Mehr als 60 Jahren nach dem Fund meldete sich Thomas beim US-Nationalarchiv, das mit deutscher Hilfe die rechtmäßigen Besitzer ermittelte und die Rückgabe in die Wege leitete. Eines der beiden Bücher soll zum Diözesanmuseum Paderborn zurückkehren, das andere zur Universitätsbibliothek Bonn. "Die Bücher werden heimkehren, das ist genau das Richtige", sagte Thomas.

Bei den Büchern handelt es sich um eine in deutscher Sprache gedruckte Hofgerichtsordnung des Herzogtums Preußen, die 1573 in Königsberg veröffentlicht wurde, und um einen lateinischen Kommentar zum Römischen Recht, der 20 Jahre später in Helmstedt erschien. US-Chefarchivarin Adrienne Thomas sprach von einer "unglaublichen Geschichte". Deutschlands Botschafter Scharioth würdigte die Rückgabe als "Zeichen der Freundschaft und des Vertrauens". Er sei "zutiefst berührt, dass dies möglich war". Die Besitzer in Deutschland seien lange davon ausgegangen, dass die Bücher verschollen seien. (APA)

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