Ernte im kleinsten Wiener Weingarten

7. Oktober 2009, 16:46
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Häupl prognostiziert geringe Menge und hohe Qualität - Winzer Mayer: Preise dürften etwas anziehen

Wien  - Seit 1988 wird mit der offiziellen Ernte in Wiens kleinstem Weingarten, der am Schwarzenbergplatz inmitten der Stadt liegt, traditionell die Lesesaison der Wiener Reben gefeiert. Wie jedes Jahr band sich auch heuer Bürgermeister Michael Häupl die Winzerschürze um und ging am Mittwoch gemeinsam mit Winzer Franz Mayer ans Werk. Sorgen um die heurige Wiener Gesamternte machte sich der Bürgermeister nicht: "Die Menge wird gering sein, aber die Qualität sehr hoch."

So hat es in Wien ein Weinjahr der Extreme gegeben, in dem auf einen warmen April kühle Temperaturen Ende Mai und ein regnerischer Sommer folgten - bis am 23. Juli schließlich ein vernichtender Hagelschauer einen Teil der Erträge vollständig zerstörte. Dank beständiger Witterung ab Mitte August zeichne sich beim Weißwein aber bereits eine hohe Qualität ab, freute sich Winzer Mayer. Und diese könnte vom Rotwein heuer sogar noch übertroffen werden - wenn die Witterung der nächsten Wochen einigermaßen stabil bleibt.

Die Mayer'sche Prognose ob der hohen Qualität und der geringeren Menge: "Die Preise werden anziehen." Aber natürlich lasse sich nicht der gesamte Verlust über die Preise kompensieren. Immerhin seien viele Kollegen mittlerweile gegen Hagelschäden versichert. Die generelle Lese ist jedenfalls schon weit fortgeschritten. Am 29. Oktober stehen die ersten "Jungen Wiener" zur Verkostung bereit.

Die Riede am Schwarzenbergplatz, wo im Frühjahr erstmals seit langem 15 junge Rebstöcke ausgesetzt werden, leistet zu den rund zwei Millionen Litern Wein, die im Durchschnitt jährlich in Wien produziert werden, übrigens nur einen bescheidenen Beitrag. Erfahrungsgemäß bringt die Innenstadtlage des Weinguts Mayer am Pfarrplatz circa 50 Flaschen ein. Sie werden traditionell im Dezember für wohltätige Zwecke versteigert. (APA)

 

 

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