"Kollegiale Atmosphäre" ermöglicht "Durchbrüche"

7. Oktober 2009, 15:49
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Venkatraman Ramakrishnan hat die hohe Auszeichnung auch seinen Kollegen gewidmet

Hamburg/London - Der US-Wissenschafter Venkatraman Ramakrishnan hat seinen Erfolg vermutlich auch seiner Neugierde zu verdanken. "Das Spannende an meiner Arbeit besteht darin, etwas sichtbar zu machen, was noch kein Mensch auf diesem Planeten gesehen hat", sagte der gebürtige Inder einmal. "Wenn die Röntgenstruktur zum ersten Mal auf dem Computer-Bildschirm erscheint und ich versuche, sie zu verstehen, ist das vermutlich so aufregend wie bei früheren Forschungsreisenden, die ein neues Tal oder gar einen neuen Kontinent entdeckten."

Die Entschlüsselung der Ribosomen-Struktur, für die Ramakrishnan nun den Chemie-Nobelpreis bekommt, hat unter WissenschafterInnen für großes Aufsehen gesorgt. Der Leiter der Ribosomen-Arbeitsgruppe am Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, Knud Nierhaus, bezeichnete den Forscher am Mittwoch als "genial". Mehrfach habe Ramakrishnan das Forschungsfeld gewechselt und trotzdem ganz schnell wieder zu den Führenden seines Bereichs gehört.

Biografie

Ramakrishnan wurde 1952 im indischen Bundesstaat Tamil Nadu geboren. Beide Eltern waren Naturwissenschafter. Die eigene Liebe zur Wissenschaft entdeckte er bereits in der Schulzeit. Zum Studium ging er zuerst an die indische Baroda-Universität, später in die USA nach Ohio und an die Universität von Kalifornien in San Diego. Weitere Stationen nach der Doktorarbeit in Physik waren unter anderem die Yale-Universität in den USA, die Universität von Utah und das britische Medical Research Council in Cambridge. Der Forscher ist auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien. Ramakrishnan ist Vater eines Sohnes.

Ramakrishnan hat die hohe Auszeichnung auch seinen Kollegen gewidmet. "Ich muss sagen, ich schulde all meinen brillanten Kollegen, Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern großen Dank", erklärte der Wissenschafter vom Molekularbiologie-Labor des Medical Research Council in britischen Cambridge am Mittwoch. Die "kollegiale Atmosphäre" habe die Forschung erst möglich gemacht. Unterstützung wie die seines Labors und der University von Utah (USA) ermögliche derartige "Durchbrüche". (APA)

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