Fristlos entlassen

Wegen faschierten Laberls gefeuert

07. Oktober 2009 15:27
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    Foto: archiv

    Zwei belegte Brötchen und ein Faschiertes Laberl wurden einer deutschen Sekretärin zum Verhängnis - sie wurde fristlos gekündigt.

Eine deutsche Sekretärin bediente sich am Firmen-Buffet und wurde nach 34 Jahren im Unternehmen entlassen

Dortmund - Ein neuer Streit um eine Entlassung wegen eines Bagatelldelikts beschäftigt die deutsche Justiz. Wegen des Verzehrs zweier Brötchenhälften von einem Firmen-Buffet droht einer Chefsekretärin des Bauverbands Westfalen die Entlassung. Das Arbeitsgericht Dortmund verhandelt voraussichtlich am 14. Jänner 2010 über den Fall, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Der Arbeitgeber hatte am Dienstag die bei einem Gütetermin vorgeschlagene Lösung abgelehnt, die Entlassung in eine Abmahnung umzuwandeln.

In dem Fall geht es um eine 59-jährige Sekretärin, die bereits seit 34 Jahren für den Verband tätig war. Sie hatte laut Gericht im vergangenen Juli einen Imbiss für ihren Chef und verschiedene Gutachter vorbereitet. Dabei nahm sie sich selbst zwei halbe Brötchen mit Aufschnitt und ein Stück Faschierte Laibchen. Dies hatte sie auch sofort zugegeben, als sie darauf angesprochen wurde.

Bei dem Gütetermin am Dienstag hatte die Sekretärin nach Angaben des Gerichtssprechers argumentiert, beim Bauverband sei auch in der Vergangenheit von solchen Büffets gegessen und dies auch geduldet worden. Selbst der frühere Geschäftsführer habe sich gelegentlich bedient. Sie sei der Meinung gewesen, ihr Verhalten sei in Ordnung. Dagegen betrachtet der Arbeitgeber das Vertrauensverhältnis als zerstört und beharrt auf der Entlassung.

Frage des Maßstabs

Das Gericht hatte dem Sprecher zufolge darauf hingewiesen, dass grundsätzlich auch der Diebstahl geringwertiger Dinge eine Entlassung rechtfertige. Allerdings müssten die Interessen abgewogen werden. Für die Klägerin spreche ihr langjähriges Arbeitsverhältnis beim Bauverband. Zudem habe sie keineswegs heimlich gehandelt und ihr Verhalten auch sofort zugegeben.

Der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen SPD, Michael Groschek, forderte am Mittwoch die Rücknahme der Kündigung. "Wir dürfen nicht dulden, dass Manager trotz Fehlspekulationen in Millionenhöhe dicke Abfindungen kassieren und kleine Leute wegen eines Wurstbrötchens auf die Straße gesetzt werden", sagte er. Dies sei "unmenschlich und unmoralisch". Groschek forderte die Mitgliedsunternehmen des Verbandes auf, Druck auf die Verantwortlichen auszuüben.

Entlassungen wegen Bagatelldelikten sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Demnächst verhandelt das Bundesarbeitsgericht den Fall einer Kassiererin, der wegen zweier Leergutbons im Wert von 1,30 Euro gekündigten wurde. Damit wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin überprüft, das die Kündigungsschutzklage der Mitarbeiterin abgewiesen und damit bundesweit für Empörung gesorgt hatte. Im baden-württembergischen Radolfzell kämpft eine 58-jährige Altenpflegerin um ihren Arbeitsplatz. Sie war fristlos entlassen worden, weil sie mehrere Maultaschen für den eigenen Verzehr mitgenommen hatte. (APA/AP)

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Schneck4ever
13.10.2009 09:20

hat den der Hahn peckt?

elle
12.10.2009 18:21

also auf gut deutsch- nach dem happening schmeissen's sowieso genug, das überbleibt in den mist---aber wenn sich die sekretärin 2 happerl nimmt, ist feuer am dach? da wartma lieber 2 stund und haun dann die reste in den mist, könnt sich ja sonst, gott bewahre, wer dran gütlich tun?

Volleystop
09.10.2009 10:53
Das eigentliche Problem

ist mit großer Wahrscheinlichkeit, dass in Deutschland Kündigungen grundsätzlich verboten sind. Es kommt dann immer wieder zu grotesken Umgehungen, weil man sich anders nicht vernünftig von Mitarbeitern trennen kann.

Mir ist die österreichische Situation wesentlich sympathischer!

D-AUT 0-0 nach 30 j
15.10.2009 22:29
so ein quatsch

kündigungen sind mitnichten verboten.in kleinbetrieben gilt das kündigungsschutzgesetz gar nicht , dort wo es gilt , ist es auch (unter zugegeben erscherten bedingungen) möglich , zu kündigen.abgesehen davon , trifft man in der praxis zunehmend auf zeitlich befristete arbeitsverträge , bei denen sich die problematik kaum stellt.

t-bonesteak
08.10.2009 14:17
da darf sich keiner wundern

dass manager und juristen in der öffentlichkeit etwa soviel ansehen genießen wie drogendealer oder asylwerber...

gesetze die es erlauben wegen solcher bagatellen (und das ist schon zuviel gesagt) menschen zu entlassen und - wie in diesem fall - wohl ihrer bürgerlichen existenz zu berauben, juristen und manager, die das auch noch durchziehen, während alle staunend mitansehen, wie vorstände selbst bei horrenden verlusten ihre (weit überhöhten) gagen kriegen, sind ausdruck einer zutiefst verkommenen gesellschaft.

ich fürchte, wir werden es bald erleben, dass alle, die ein bißchen mehr haben als der durchschnitt, am nächsten baum aufge... werden...

A. E. Neumann
08.10.2009 14:16
Manager...

...denkt an die Firmenkugelschreiber. Ein jeder Kugelschreiber spart potentiell eine riesige Abfertigung!

hed
08.10.2009 14:10
ich bin selbst kein spitzenverdiener

aber ich bin bereit dieser frau 200,- euro zu spenden.

und ich bin bei einer protestaktion gegen diese firma sofort dabei.

eine derartige unverschämtheit ist mir in meinem leben noch nie untergekommen.

t-bonesteak
08.10.2009 14:06
da darf sich niemand wundern

dass manager und juristen in der öffentlichkeit etwa soviel ansehen genießen wie drogendealer oder asylwerber...

gesetze die es erlauben wegen solcher bagatellen (und das ist schon zuviel gesagt) menschen zu entlassen und - wie in diesem fall - wohl ihrer bürgerlichen existenz zu berauben, juristen und manager, die das auch noch durchziehen, während alle staunend mitansehen, wie vorstände selbst bei horrenden verlusten ihre (weit überhöhten) gagen kriegen, sind ausdruck einer zutiefst verkommenen gesellschaft.

ich fürchte, wir werden es bald erleben, dass alle, die ein bißchen mehr haben als der durchschnitt, am nächsten baum aufgeknüpft werden...

734637
08.10.2009 12:11
Sehr geehrter Herr Hauptgeschäftsführer Dipl.-Ökonom Hermann Schulte-Hiltrop!

Möge Ihnen ihr nächstes Brötchen im Hals stecken bleiben!
MfG

PS: Meine gemailten Bilder unseres letzten Buffets dürfen sie gerne behalten, wir teilen gerne!

http://www.bauverbaende.de/wir-ueber... .html#c909

buff flyer
08.10.2009 12:04
da ist doch eine abmahnung schon übertrieben

und es geht sicher um etwas ganz anderes, das uns der artikel aber leider vorenthält.

im übrigen ist die idee gut: ich werde mir jetzt eine bulette - wie es in deutschland heisst - organisieren gehen.

Michail Bakunin
 
08.10.2009 11:21

"Groschek forderte die Mitgliedsunternehmen des Verbandes auf, Druck auf die Verantwortlichen auszuüben."

Eigentlich ist das ja ein Fall für die Gewerkschaft, aber nach dem Genosse der Boss appelieren Sozialdemokraten lieber an das gute Gewissen der UnternehmerInnen. Zum Kotzen.

Noch heftiger ist der Fall der Kassierin Barbara E., die wegen 1,3.- gefeuert wurde: auch nach vieeeelen Dienstjahren. Diese hatte sich zuvor am Streik im Einzelhandel beteiligt und schwupps - kurz darauf war sie ihren Job los...

http://www.labournet.de/branchen/... isers.html

Welcher Manager, welche Bankerin würde wohl für 1,3.- Euro gekündigt werden? Diesen Sche*ßkerlen gehört sowas von in den A*sch getreten!

Waberl
08.10.2009 10:28
Laberl als Vorwand - aber die Rechte stehen beim Besitzenden, auch bei Unverhältnismäßigkeit!

Bankster lauern auf Versteigerungen von Häus-chen nach langer Rückzahlung und geringer Restschuld.

Der Besitz der Schuldurkunde berechtigt zur Vorteilsnahme und Regelungen die nicht Existenzbedrohend sind gibt es nicht - absichtlich, um den Druck auf die kleine Leute zu erhöhen.

Wollte man Gerechtigkeit, gäbe es keine Pensionen (nie einbezahlt) über ASVG - dort gibt es fast 100% Bedeckung - alles andere ist legaler Diebstahl am Steuerzahler.

Auch gewollt von Herrschern - kein Unterschied zum früheren Hofstaat mit Adel!

C18H27NO3
08.10.2009 09:59
heisst das in D nicht

frikadelle?

Der groBe Mann
08.10.2009 10:56
oder bulette oder fleischpflanzl

Skywalk
08.10.2009 09:58

Wenn ich mir denke, dass solche Buffets so AUSGERICHTET sind, damit nacher noch was übrigbleibt, dass dann einfach weggeschmissen wird, bin ich nur noch angewidert von diesen armen Existenzen, die doch so viel Geld und Macht "besitzen".

Satz is a bissal lang, aber ...................................... ;-)

Kelborn
08.10.2009 09:54
59? sagt alles

man will sie los werden weil zu teuer geworden. Wird durch billgikraft ersetzt... Liberalismus wie ihn die Wirtschaft versteht eben.

Der Staat hat längst kapituliert...

Dr. H. Odensack
10.10.2009 19:48

Die wird durch eine dünnere ersetzt, die nicht so gut im Futter steht^^

Po Polos
08.10.2009 11:07

In ein paar Jahren hätte man sie mit einer hohen Abfertigung in Rente schicken müssen.

hubsi9
08.10.2009 09:51
"kultur"

so irrsinnig und brutal wie "hand abhacken"

Beate Kreuzberg
08.10.2009 09:46

Welche Firma bitte?

triplehead2go
08.10.2009 09:34
kontrolliert eure mitarbeiter!

2 brötchenhälften? ein faschiertes laberl? 2 leergutbons? gesellschaft quo vadis! wo kommen wir denn da hin? am ende hat diese sekretärin im laufe der vielen jahre auch noch büroklammern und kopierpapier mit heim genommen! die gehört nicht gefeuert sondern wegen diebstahl angezeigt! wenn man nicht ständig alles überwacht geschehen dinge...

leo lander
08.10.2009 09:34
armseeliges Kerlchen der Chef

wahrscheinlich ein neuer junger Macher, der die alte Chefsekretärin asap loswerden will, damit er sich ein junges Pupperl einstellen kann. Armer Hund.

Blubber bläschen
08.10.2009 09:25
unfassbar

...manager lassen sich den wintergarten daheim neu verglasen, die rechnung lautet auf ein neues fenster für das firmenlager. die frau fährt mit ihrer a-klasse zum service, der wiesenthal-mechaniker schreibts brav auf die s-klasse des manager-gatten. der manager vertschüsst sich mit bonusmeilen mit der geliebten ein paar tage nach paris, bezahlt hats die firma.

rausschmiss? nein, bonus!

GRohnePunkte
08.10.2009 09:19
In 34 Jahren erfährt man (zu) viel über eine Firma

Also ich würde jetzt an Stelle dieser Frau einen Blog im Internet aufmachen und dort aus dem Nähkästchen plaudern. Alles was ich über die Vorgesetzten seit 34 Jahren weiss, ihre Schäferstündchen, ihre falschen Ausreden, das Schwarzgeld, die fingierten Rechnungen, die Privatentnahmen auf Firmenrechnung ... Da fällt in 34 Jahren ja sicherlich einiges auf und es kommt einiges zusammen, und Jesus Christus war ja dort sicherlich nicht der Geschäftsführer gewesen.

little django
 
08.10.2009 10:31

das kann heftig in die hose gehen. auch wenn ich mir da ins fäustchen lachen würd *sfg*

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