"Ich bin sehr glücklich"

7. Oktober 2009, 15:09
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Ada Yonath ist die vierte Frau, die die Chemie-Auszeichnung erhält

Tel Aviv - Zum ersten Mal seit 45 Jahren wird mit Ada Yonath wieder eine Frau mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Die 70 Jahre alte Molekularbiologin ist zugleich auch die erste Israelin, die in die Annalen der PreisträgerInnen eingeht. Acht israelische Männer schafften das zuvor. Damit nicht genug: Nach Marie Curie (1911), Irène Joliot-Curie (1935) und Dorthy Crowfoot Hodgkin (1964) ist sie erst die vierte Frau, die im Fachgebiet Chemie die höchste wissenschaftliche Auszeichnung erhält.

Dementsprechend groß war ihre Freude: "Ich bin als erste von den drei Gewinnern telefonisch informiert worden. Ich bin sehr glücklich. Ich war ziemlich überrascht, weil ich mich darauf nicht eingestellt hatte", sagte sie dem israelischen Rundfunk. Den großartigen Moment erlebte sie zu Hause mit ihrer Enkelin: "Sie ist so stolz auf ihre Großmutter, das macht mich noch glücklicher." Yonath sagte weiter, dass der Ansturm von Gratulanten sie völlig überwältigt habe. "Ich bin jetzt in den Untergrund gegangen", witzelte sie.

Biografisches

Yonath wurde am 22. Juni 1939 in Jerusalem geboren. Sie studierte Chemie und Biochemie an der Hebräischen Universität ihrer Heimatstadt. Ihre Dissertation schloss sie 1968 auf dem Gebiet der Kristalluntersuchung mit Röntgenstrahlung (Röntgenkristallographie) ab. Yonath holte für das renommierte Weizmann-Institut in Rehovot, wo sie 1989 ihre erste Direktorenstelle in der Molekularbiologie antrat, den ersten Nobelpreis überhaupt. Ihr Lebenslauf weist 30 Ehrendoktortitel und wissenschaftliche Auszeichnungen auf.

Chemie-Nobelpreisträgerinnen

Ada Yonath ist erst die vierte Frau, die mit dem seit 1901 vergebenen Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet wird. Vor ihr erhielten die Auszeichnung: 

  • Dorothy Crowfoot Hodgkin (1910-1994): Die Britin wurde 1964 für bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet der Strukturbestimmung wichtiger biochemischer Stoffe mit Hilfe von Röntgenstrahlen geehrt.
  • Irène Joliot-Curie (1897-1956): Die Französin erhielt den Preis 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric für ihre Synthese neuer radioaktiver Elemente.
  • Marie Curie (1867-1934): Die französische Wissenschafterin und Mutter von Irène Joliot-Curie wurde 1911 für die Entdeckung des Radiums und des Poloniums mit dem Nobelpreis geehrt. 1903 hatte Marie Curie bereits zusammen mit ihrem Mann Pierre und mit Antoine Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik erhalten - für die Entdeckung der natürlichen Radioaktivität.

(APA)

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