Kritik laut ÖBB völlig zu Unrecht

7. Oktober 2009, 14:13
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"Wir wollen schneller werden" - VCÖ für Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild

Wien - Die ÖBB fühlt sich nach der Bekanntgabe des neuen Fahrplans 2010, der auf einigen Bahnstrecken vor allem in der Ostregion einen Rückgang der Zugsverbindungen vorsieht, zu Unrecht kritisiert. Das veraltete Schienennetz der Bahn in Österreich halte den Anforderungen an schnelleren und zusätzlichen Verbindungen nicht Stand. "Wir nehmen nicht zurück, weil wir nicht fahren wollen, sondern weil es wegen des Infrastruktur-Ausbaus technisch nicht anders möglich ist", sagte ÖBB-Sprecher Alfred Ruhaltinger.

"Wir wollen schneller werden"

Derzeit fahre man zu 70 Prozent auf einem Schienennetz aus den Zeiten der Monarchie, meinte er. Mit dem Zeitdruck und der schneller werdenden Gesellschaft, müsse auch die Bahn schneller werden. Mit der jetzigen Infrastruktur sei das nicht möglich. "Wir haben Nachholbedarf, aber das braucht Zeit." Mit dem Bau des Wiener Hauptbahnhofes stehe der ÖBB das "größte städtische Infrastrukturprojekt Europas bevor".

Reduktion von 220 auf 195 Züge

Der neue Fahrplan bringe vor allem Rückgänge bei den Verbindungen in der Ostregion des Landes. Im Raum Wien-St. Pölten wird von 220 auf 195 Zügen zurückgefahren. Es handle sich dabei laut Ruhaltinger aber nicht um eine "Ausdünnung, dass der Kunde nicht mehr fahren kann". Viel eher werden einzelne Verbindungen - "von 100, ein bis zwei", herausgenommen. Der Grund dafür sei lediglich, dass man durch die Bauarbeiten mit den technischen Abläufen - wie Zugwendungen - anders nicht zurande komme.

Im Tullnerfeld wird Passagieranstieg erwartet

Ein Ende der Durststrecke soll bis zum Fahrplan 2013 in Sicht sein. Wie viele zusätzliche Verbindungen es dann gebe werde, sei derzeit noch nicht absehbar. Im Westen des Landes werde man dann aber rund 40 Prozent mehr Kapazitäten zur Verfügung haben. Durch die Trassenerneuerung will man vor allem im Regionalverkehr schneller werden. In der Region Tullnerfeld erwarte man sich durch den Ausbau einen Passagieranstieg.

VCÖ für Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild

Der VCÖ sprach sich am Mittwoch für eine Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild aus und sah vor allem den Bund und die Länder gefordert. Der Öffentliche Verkehr dürfe nicht durch Streitigkeiten zwischen Bund und Ländern zerrieben werden, hieß es in einer Aussendung. Im Nachbarland werde "umfassend in die Schiene investiert". Seit Dezember 2008 gebe es in der Schweiz etwa 5,5 Prozent mehr Zugkilometer, während sie hierzulande mit dem Fahrplanwechsel reduziert würden. (APA)

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