Bewegung auf Rezept in ganz Wien

7. Oktober 2009, 14:00
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Für Risiko-Patienten: 35 Euro Kostenersatz von der WGKK - Über 600 Sportangebote

Wien - Ab sofort gibt es in ganz Wien Bewegung auf Rezept. Risiko-Patienten haben die Möglichkeit, die Kosten für sportliche Betätigung von der Wiener Gebietskrankenkasse in der Höhe von maximal 35 Euro jährlich zurückerstattet zu bekommen. Voraussetzung: Das Angebot muss regelmäßig in Anspruch genommen werden. Ziel der Initiative ist es, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und das Metabolische Syndrom zu verhindern und Diabetiker zu unterstützen.

Die Verschreibung soll im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung erfolgen. Jeder Arzt kann ab sofort ein solches Rezept ausstellen, wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass Gefahr in Verzug ist. Das bedeutet, wenn ein bedenklicher Body Mass-Index, erhöhte Blutfettwerte oder ein leicht erhöhter Blutdruck festgestellt wird, kann für den bei der WGKK Versicherten ein solches Rezept auf Bewegung ausgestellt werden.

Große Auswahl

Der Patient kann dann aus rund 600 Angeboten von "Fit für Österreich" auswählen, eine Initiative des Sportministeriums, der Österreichischen Bundes-Sportorganisation und den Sport-Dachverbänden von ASKÖ, ASVÖ und Sportunion. Das Spektrum reicht von Wirbelsäulengymnastik über Nordic Walking bis zu Basketball.

Das Angebot "Bewegt gesund" ist vorerst auf drei Jahre anberaumt. Wer weitermachen will, geht nach einem Jahr wieder zur Vorsorgeuntersuchung und erhält ein weiteres Bewegungsrezept.

Bewegung statt Medikamente

"Für die Wiener Gebietskrankenkasse ist das eine vergleichsweise geringe Investition, wenn man bedenkt, wie viel für Medikamente ausgegeben wird", sagte Reinhard Marek, Ärztlicher Direktor bei der WGKK. Blutdruckregulierende Mittel seien seit Jahren der größte Ausgabenposten unter den Medikamenten. 2008 hat die WGKK 59 Millionen Euro dafür aufgewandt, für Diabetesmedikamente und -artikel 27,3 Millionen Euro. Besonders in Wien sei die Situation drastisch, weiß Marek.

Schwerere Österreicher

Die Österreicher legen an Körpergewicht zu, warnte auch Sport- und Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ). "Allein in den vergangenen zehn Jahren ist das durchschnittliche Körpergewicht der stellungspflichtigen Männer von 71,5 auf 74,4 Kilogramm gestiegen. Der Anteil jeder, die mehr als 100 Kilo auf die Waage bekommen haben, hat sich mehr als verdoppelt", erklärte der Minister.

Beim Pilotprojekt von "Bewegt gesund" im elften und 15. Wiener Gemeindebezirk konnten erste Erfolge verzeichnet werden, deshalb wurde die Initiative auf ganz Wien ausgedehnt. Von 400 von den Ärzten ausgestellten Bewegungsrezepten nahmen 200 Patienten das Angebot an. 52 Prozent der Teilnehmer fühlten sich durch die Bewegung körperlich besser. 58 Prozent sind motiviert, mehr für ihre Fitness zu tun und 99 Prozent waren so zufrieden, dass sie das Programm weiterempfehlen werden. (APA)

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