Razzia gegen islamistische Terror-Verdächtige

7. Oktober 2009, 13:31
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Offenbar 26 Wohnungen durchsucht - Keine Festnahmen

Berlin - Bei einer großangelegten Razzia gegen islamistische Terror-Verdächtige sind am Mittwoch in Berlin nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) 26 Wohnungen durchsucht worden. Es habe keine Festnahmen gegeben, hieß es aus Polizeikreisen. Allerdings seien Beweise wie Datenträger beschlagnahmt worden.

Hintergrund ist laut Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Besuchs von Ausbildungslagern für islamistische Terroristen. "Konkrete Anschlagspläne der Gruppierung sind nicht bekannt", sagte ein Polizeisprecher. In dem Verfahren gehe es um die Verabredung zum Mord.

Einen Bericht des Internetportals "bild.de", wonach es sich bei der Gruppe um tschetschenische Islamisten handle, wollte die Polizei zunächst nicht bestätigten. Die Durchsuchungen "im Umfeld gewaltbereiter Islamisten" in der ganzen Stadt begannen nach Polizeiangaben um 6.00 Uhr. Der Berliner Verfassungsschutz schätzt, dass es in der deutschen Hauptstadt mehr als 400 Anhänger von islamistischen Gruppen, die Gewalt befürworten, gibt.

Eine Sprecherin von Berlins Innensenator Ehrhart Körting sagte: "Es gibt nichts, was auf einen Anschlag in Deutschland hinweist." Mit der kürzlich veröffentlichten Terrordrohung per Video habe die Razzia nichts zu tun. Zuständig seien Staatsanwaltschaft und Polizei.

Wegen der Drohungen waren in Berlin zuletzt zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Polizisten kontrollierten Besucher auf der Festmeile am Brandenburger Tor, Polizeiwagen standen auf dem Boulevard Unter den Linden. (APA)

 

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