Die Traditionsentwickler

07. Oktober 2009 13:06
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    Foto: cover ballesterer

    Inhalte des ballesterer Nr. 46 (September 2009) - ab sofort österreichweit im Zeitschriftenhandel:

     

    Gehörnte Strategie
    Von der Kommerzialisierung zur Konzernalisierung des Fußball

     

    Steril und ohne Linie
    Heimo Pfeifenberger im Interview über die Red-Bull-Struktur

     

    Leere Dosen
    Die größten Transferflops von Andreas Ivanschitz bis Kevin Bobson

     

    Fotostrecke
    Fansolidarität mit Violett-Weiß

     

    Außerdem im neuen ballesterer:

     

    Torakrobat auf der Bank
    Hugo Sánchez über seine Zeit in Linz & neue Herausforderungen

     

    Pyro statt Badeschlapfen
    Was Spieler und Trainer vom Feuer in der Kurve halten

     

    Traditionsklub 2.0
    Fanbeteiligung im Netz soll Fortuna Köln wieder nach oben bringen

     

    Ausweitung der Kampfzone
    Boca-Stars und ihre Involvierung in den Kurvenstreit

     

    Dr. Pennwiesers Notfallambulanz
    Die Poprellung

     

    Internationaler Brigadist
    Johan Cruyffs Kampf gegen die Franco-Diktatur

     

    »Hier Türke Tas «
    Deutschlands erster türkischer Fußballer Coskun Tas im Interview

     

    Individuell geförderter Nachwuchs
    Das Projekt 12 des ÖFB will Österreich als Ausbildungsland etablieren

     

    Fussball unterm Hakenkreuz
    Teil 22: Salzburg

     

    Groundhopping
    Matchberichte aus Dänemark, Finnland, Italien, Mexiko und der Türkei

     

    Kump
    Die UEFA und Hans Hubers Pensionierung

     

    Sinnreich
    Financial Fair Play und die Insel der Mäzene

     

    Kurzpass
    Linzer Exit-Polls, Hamburger Ernte und besungene Bullen

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    Foto: epa/jan woitas

    Die Oberbullen von Leipzig: Tormanntrainer Perry Braeutigam,  Coach Tino Vogel und Assistent Lars Weissenberger (v.li)

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    Foto: oberligasued.de

    Nicht sonderlich beliebt in Deutschland...

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    Foto: oberligasued.de

    ...die Salzburger "Dosendynastie".

Der neue RB-Klub »RasenBallsport Leipzig« soll als Hoffnungsträger fungieren und wurde schnell zum Feindbild der traditionellen Fans - nicht nur in Ostdeutschland

Mächtig zeichneten sich zwei Wasserwerfer der Polizei vor den kleinen Häusern ab. Vor dem Gästeblock hatten zahlreiche Polizisten in voller Kampfmontur Position bezogen. Eine Drohkulisse. An einem Sonntagnachmittag Mitte August schien vor den Toren der ostdeutschen Stadt Leipzig ein neuer Fußballkrieg unmittelbar bevorzustehen. Das Publikum in der sächsischen Kleinstadt Markranstädt erlebte im Stadion am Bad gegen den FSV Zwickau hautnah mit, was es heißt, ein fußballerisches Feindbild zu sein. Doch obwohl ein Drittel der 2.500 Zuschauer an diesem Nachmittag aus Zwickau kam, blieb alles ruhig.

Alles neu in Markranstädt

Ein paar Monate zuvor wäre die Partie gegen den ehemaligen Zweitligisten aus Zwickau ein normales Match des SSV Markranstädt in der fünftklassigen Oberliga Nordost, Staffel Süd, gewesen. Doch seit dem 13. Juni 2009 ist beim SSV Markranstädt, einem Verein, der mit einem Jahresetat von 300.000 Euro und dem sechsten Tabellenplatz der Vorsaison die Grenzen des Machbaren erreicht hatte, vieles anders. Unter dem neuen Namen »RasenBallsport Leipzig« ist man angetreten, den Fußball in Ostdeutschland endlich aus dem Tiefschlaf zu holen und das bereits als »Investitionsruine« (Der Spiegel) verspottete Zentralstadion von Leipzig in naher Zukunft mit Zusehern zu füllen. Eigentlich ein ehrbares Ziel. Aber da hinter dem rund 50 Millionen Euro schweren Investment in den Ostfußball ausgerechnet der österreichische Getränkeriese Red Bull steht, wurden in Leipzig und anderswo die Fans aktiv.

Mit dem etwas ungelenk klingenden Namen hatten Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und seine Adepten im Sommer die Statuten des Deutschen Fußball-Bundes umdribbelt. Das Reglement des DFB verbietet die Namensgebung eines Vereins nach dem Geldgeber. »Der Kniff mit dem RasenBallsport veralbert das System und seine Wächter zwar ein wenig, aber lustig ist er allemal - und unanfechtbar«, schrieb die Tageszeitung Die Welt. Lustig fand man das Engagement von Red Bull im deutschen Fußball längst nicht überall. Die Fans von Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln protestierten vor dem ersten Bundesligaspiel mit Spruchbändern dagegen. Auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke drückte seine Geringschätzung aus: »Wollen wir wirklich auf einer Meisterfeier Red Bull Soundso feiern?«

Das Feld als Friedhof

Mit dem Anpfiff der neuen Saison begann die »Treibjagd auf die Bullen« (Sport Bild). Beim ersten Punktspiel gegen Jena II schlug dem neuen Team der Hass entgegen. Die RasenBall-Spieler wurden schon beim Aufwärmen mit Bier angeschüttet und bespuckt, feindselige Sprechchöre der Fans aus Jena prasselten während der gesamten 90 Minuten auf das RB-Team nieder. RB-Pressechef Hans-Georg Felder hat diese Szenen noch genau vor Augen. »Vor der Gegengerade in Jena hätte ich persönlich nicht spielen wollen«, erzählt Felder dem ballesterer, »aber damals war noch nicht abzuschätzen, welchen Widerstand es geben könnte.«

In den Wochen zuvor hatten Unbekannte den Roten Bullen Unkrautvernichtungsmittel auf den Rasen geschüttet und auf dem Spielfeld ein Grab ausgehoben. »Hier stirbt der Fußball«, lautete das dazugehörige Spruchband. Seitdem sieht man in der 15.000-Einwohner-Stadt echte Bullen. Muskulöse Sicherheitsleute hatten beim Training ein Auge auf die Spieler, auch nachts wurde das Gelände überwacht. Mittlerweile ist die Security aber wieder abgezogen.

Familienfest mit »Super-Ingo«

Im Kampf gegen Red Bull schienen in Leipzig uralte Feindschaften zu wanken. Sogar von einer angeblich geschmiedeten »Hooligan-Allianz« der beiden arrivierten, traditionell verfeindeten Leipziger Klubs 1. FC Lokomotive und Sachsen war die Rede. »Sich auf die Fresse zu hauen gehört in der ostdeutschen Fußballkultur dazu«, behauptet ein Insider, »aber mit so was wie Red Bull in Leipzig fängt man keine Anhänger. Die Fans wollen ihren Krawallfußball, und dazu braucht es Feindbilder.« Für Kenner der Leipziger Fußballszene erwiesen sich solche Sprüche jedoch weitgehend als Sturm im Wasserglas. »Gerade im Internet wurde anfangs sehr viel Unsinn über den neuen Verein geschrieben«, sagt Udo Ueberschär vom Fanprojekt Leipzig dem ballesterer, »aber die befürchteten Randale sind ausgeblieben. Mir war eigentlich schon vor dem ersten Spiel von RasenBall klar, dass da nicht viel passieren wird.«

Obwohl sich die Wogen schnell glätteten, ging man bei RB Leipzig in die Security-Offensive. »Wir nehmen das Thema Sicherheit sehr ernst«, so Präsident Andreas Sadlo, »Fußball soll bei uns wie in Salzburg zum Familienfest werden. Das Ziel werden wir uns von einigen wenigen nicht kaputt machen lassen.« Wie ernst es den Roten Bullen war, zeigte eine eiligst einberufene Sicherheitskonferenz, die die Einstufung aller Partien von RasenBallsport als »Sicherheitsspiele« zur Folge hatte. »Die Lage hat sich normalisiert«, bilanziert Hans-Georg Felder gut zwei Monate nach dem Start, »aber auswärts müssen wir nach wie vor mit Anfeindungen leben.«

Zu den routinierten Akteuren bei RB Leipzig gehört Ingo Hertzsch. Der zweimalige deutsche Nationalspieler erwarb sich in seiner Zeit beim Hamburger SV den Spitznamen »Super-Ingo«. Insgesamt bestritt der 32-jährige Abwehrspieler 227 Bundesligapartien. Hertzsch, zuletzt beim Zweitligisten FC Augsburg unter Vertrag, gibt dem neuen Verein ein Gesicht. »Ich bin genau der richtige Mann für dieses Projekt. Ich kann anpacken und übernehme Verantwortung«, sagt Hertzsch. Dass Spötter seinen Wechsel in die fünfte Liga als Abstieg werten könnten, juckt ihn wenig. Ingo Hertzsch glaubt an das »Projekt Leipzig«. »Die Red-Bull-Leute haben uns ihre Philosophie aufgezeigt, und ich war tief beeindruckt«, erzählt er in der Welt, »die verstehen ihr Geschäft.« Aber auch Hertzsch weiß, wie Marketing funktioniert. Gern gibt er zu, dass ihm die angeblich Flügel verleihende Brause wirklich schmeckt, und er will sogar so etwas wie Euphorie in Leipzig ausgemacht haben: »Von zehn Reaktionen
auf den Klub sind neun positiv.«

Chemiker gegen Lokisten

Große Namen wird es in Leipzig brauchen, um die Massen zu überzeugen. Fußball hat hier Tradition: 1900 wurde in Leipzig der DFB gegründet, vor dem Ersten Weltkrieg war der VfB Leipzig dreimal deutscher Meister. Nach der Wiedervereinigung übernahm der erfolgreiche DDR-Oberligaklub 1. FC Lokomotive Leipzig den historischen Namen VfB. In den 70er und 80er Jahren war Lok einer der Topklubs der DDR, kam insgesamt auf 77 Europacup-Spiele. Von diesem Glanz ist nicht viel geblieben. Heute spielt der Verein - wie der neue Erzrivale RasenBallsport - in der Oberliga. Dort ist auch der FC Sachsen Leipzig gelandet. Dessen Vorgängerklub hieß vor der Wende BSG Chemie und war 1951 und 1964 DDR-Meister. Zu den Derbys zwischen Lok und den »Chemikern« kamen bis zu 100.000 Fans ins Zentralstadion und ins Stadion des Friedens.

Die Versuche, dauerhaft Spitzenfußball in Leipzig zu etablieren, scheiterten nach 1990 allesamt. Der VfB spielte 1993/94 nur für eine Saison in der Bundesliga. Erst der Confederations-Cup 2005 und die WM-Spiele 2006 im komplett umgebauten Zentralstadion ließen Leipzigs enormes Potenzial wieder aufblitzen. Das weckte Hoffnungen bei den ostdeutschen Funktionären. Doch die meist spärlich besuchten Regionalliga-Spiele des FC Sachsen im Zentralstadion, die der Spiegel als »Totentanz im Festspielhaus« titulierte, und die Insolvenz des Klubs im März 2009 waren weitere Tiefschläge.

Entwickelte Tradition

Mit Red Bull soll nun alles anders, alles besser werden. Der Medienunternehmer Michael Kölmel, dem das Leipziger Zentralstadion gehört, sieht das Engagement des Getränkeherstellers als »riesige Chance für Leipzig«. Kölmel lässt keinen Zweifel daran, dass Red Bull gekommen ist, um zu bleiben: »Wir haben langfristig und strategisch darauf hingearbeitet, hier Profifußball zu etablieren. Nun könnten diese Pläne aufgehen.« Im nächsten Jahr dürfte es auch mit der Idylle im Stadion am Bad vorbei sein. »Wir führen derzeit Gespräche über einen Umzug ins Zentralstadion«, erklärt RB-Pressesprecher Felder.

Die Verhandlungen mit Red Bull zogen sich in Leipzig über mehr als drei Jahre hin. Ursprünglich hatte man Sachsen Leipzig im Fokus, doch der marode Traditionsklub schien am Ende doch nicht ins Anforderungsprofil der Österreicher zu passen. »Es hat sich herausgestellt, dass die Leute von Red Bull unzufrieden damit waren, wie viel sie am Ende zu sagen hatten«, verrät Michael Kölmel, »und auch die Tradition des Vereins hat sich als Nachteil erwiesen.« Schließlich wolle Red Bull mit offenen Armen und nicht mit Gegendemonstrationen empfangen werden. »Wir wollen in dieser Stadt eine neue Fußballtradition entwickeln«, sagt Hans-Georg Felder und erteilt Romantikern eine Abfuhr: »Wer der Meinung ist, dass Spitzenfußball ohne wirtschaftlichen Aufwand möglich ist, befindet sich im falschen Jahrhundert.« (Carsten Germann)

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  • "Meine Zeichnungen waren immer beschissen" [57]

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  • Erste Liga, letztes Loch [81]

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  • "Wenn es regnet, ist Bosman schuld!" [15]

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  • Wächter des Vereins [77]

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  • Sanel Kuljic spricht mit dem Ballesterer [37]

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  • Paul Gludovatz: "Vier Schlüsselspieler sind zu wenig" [37]

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  • Dejan Savicevic: "Habe mich nie vom Ball getrennt" [87]

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  • Trauma für "Three Lions" [7]

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  • In der Lehr beim Wödmasta [121]

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  • "Dinge müssen schlechter werden" [43]

    TitelbildDie britische Fankultur steckt in der Krise - ein Interview mit Andy Ly­ons, Chefredakteur des Fanmagazins "When Saturday Comes"

  • Der Unberechenbare: Diego Maradona [82]

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  • Dieser Bericht ist schwul! [417]

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  • I wer’ proletarisch! [56]

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  • Gelähmt und rehabilitiert [73]

    TitelbildToni Pfeffer war zwei Mal bei einer WM-End­runde - In Italien 1990 war er am Ausscheiden nicht unbeteiligt - ein Interview

  • "Niemand war verrückter als ich!" [54]

    TitelbildGustl Starek hat seine Gegenspieler gehäkelt, sich mit dem Publikum angelegt und Schieds­richter zur Weißglut ge­bracht - ein Interview

  • Das Unterhaus "..unmittelbar echt.." [21]

    TitelbildWer den Torschuss ver­passt, hat keine Zeit­lupe, mitreden dürfen nur die, die dabei waren - eine philosophische Annäherung

  • Ansichtssache: Ganz unten beisammen [6]

    Apetloner Impressionen

  • Fußball und Pop: Launische Brüder [76]

    TitelbildDer Kicker hinterm Mikro ist ein starkes Argu­ment gegen die Einheit von Fußball und Pop - Es geht auch anders: Viele Musiker sind große Fans

  • Die Wegwerfkicker [10]

    TitelbildAuf einen Samuel Eto’o kommen Dutzende junge Afrikaner, deren Traum vom Ruhm in der Gosse einer europäischen Stadt endet

  • Dresscode: Casual [28]

    TitelbildFußball-Fans in edelstem Zwirn beeinflussten das modische Selbstver­ständnis von Genera­tionen britischer Jugendlicher

  • Stronachs "Wunsch, Liebe zu finden" [22]

    TitelbildNorbert Mappes-Niediek, Autor einer Biografie über Frank Stronach, im Interview: Einblick in Gedanken, Geschäft und Gutdünken des Tycoons

  • Tanzen bei Rotlicht [45]

    TitelbildFußball-Kommentator- Ikone Peter Elstner, bei ATVplus reaktiviert, im Interview: "Hanappi und Ocwirk, die waren wirkliche Sirs"

  • Taliban für ein Wochenende [11]

    TitelbildSchriftsteller Tim Parks im Interview mit ballesterer fm über seinen Lieblingsverein Hellas Verona, Probleme und Reiz der Fankultur

  • Sie nannten ihn Bart [41]

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  • Von echten Profis und falschen Amateuren [4]

    TitelbildDie Engländer erfanden den Profifußball, die Wiener waren die ersten am Kontinent, die folgten - Die Deutschen dagegen hatten lange eine gestörte Beziehung zum Fußball als Lebensunterhalt - Ein historischer Streifzug

  • "Action speaks louder than words" [5]

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  • "Es geht um Liebe, nicht um Hass"

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    "Wenn dich ein Freund bittet" [148]

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bazzinga
14.10.2009 11:52

... "Normales Sponsoring" zielt darauf ab 1. Durch den Sport in den Medien präsent zu sein und 2. durch Assoziierung mit der Mannschaft oder dem jeweiligen sport einen positiven Imagetransfer zu erzielen.

Red Bull versucht sich selbst in dieser Welt als Marke zu etablieren. Und das halte ich für bedenklich, denn Sport soll nicht noch mehr als bereits jetzt zu einer Marketingveranstaltung verkommen. Und die Angst der Fans, dass andere Vereine um konkurrenzfähig zu bleiben ähnliche Lösungen suchen, ist meiner Meinung nach berechtigt und verständlich.

Denn für viele ist das mehr als nur ein Verein, sondern ein Bestandteil ihres Lebens und teilweise die Identifikation mit der Region selbst. Dazu kann man stehen wie man will, es ist Fakt.

filippinho
04.11.2009 13:08

Sehr richtig!

bazzinga
14.10.2009 11:42

Das Problem mit Red Bull ist ja nicht ihr Engagement im Fussball an sich, dass ist ja begrüßenswert, sondern die Art und Weise wie es passiert.

Red Bull sponsort diese Vereine ja nicht sondern kauft sie ja gleich ganz. An sich noch immer kein Problem... Was aber dann getan wird und das ist auch das was den vielen Fans dieser Vereine und eben auch anderer sauer aufstößt, ist das der Verein seiner Identität beraubt wird. Der Verein wird umbenannt, die Vereinsfarben ebenfalls, etc, etc.

Der Verein wird der Marke Red Bull nach gestreamlined mit dem klaren Ziel dadurch Geschäft zu machen.
Und ja, Sponsoring im Allgemeinen zieht auch darauf ab, aber es geht um die Ausmaße....

Waxolunist
20.10.2009 12:25

Na ja und SK Puntigamer Sturm Graz oder FK Austria Memphis Magna hat sie nicht gestört?
Genauso agiert das Werksteam Bayer Leverkusen?
Lieber noch ein Bier-Logo am grünen A***h als ein besser gestellter Markenname am Leiberl mit Aussicht auf Erfolg?
Wobei gerade beim SSV Markranstädt möchte ich hier nicht zu viel von Identität und Tradition reden dessen grösster Erfolg Bezirksmeister war.
Ich denke, dass bei der Jugendarbeit und bei den Events der Club RB Leipzig mehr erreichen kann als der SSV Makranstädt.
Und die Mär von den sich selbst finanzierenden Vereinen a la Barca funktioniert nur ganz ganz selten.

filippinho
04.11.2009 13:13

Das Bayer Leverkusen-Beispiel entlarvt Sie als noch nicht ausreichend informiert.
Bayer wurde vor ca. 100Jahren als Werksmannschaft gegründet. Idee war damals der eigenen Belegschaft Sportvereine zu geben. Einige waren sehr erfolgreich, so entstand dann etwa der Fußballklub Bayer Leverkusen daraus.
RB ist da was ganz was Anderes.

Waxolunist
05.11.2009 07:47

Ok, sie haben möglicherweise weniger Tradition. Aber es stört nicht. Sie stampfen einen Klub aus dem Boden. Und? Niemand wird gezwungen Fan zu sein dieser Mannschaft. RB bringt das Kapital und wollen es auch wieder hereinbekommen.

nobill
16.10.2009 09:30
wen interessiert's ?


mir taugt die nationale und internationale performance der bullen.

wenn man die kicks der übrigen BL-vereine (rapid als einzige positive ausnahme) mit dem spiel der bullen vergleicht, stehen einem angesichts von soviel dilettantismus oft genug die haare zu berge.

lieber woche für woche eine fuschl-finanzierte top-mannschaft, als einer reihe verschlafener amateur-kicker, die nichts als gähnende langeweile verbreiten.

bazzinga
16.10.2009 12:13

Ivh wollte mich damit nicht als verkorkster hardcore fan präsentieren, denndas bin ich nicht.

Es geht nicht um finanzielles Engagement im Sport. Ich bin dafür, vorallem wenn es eine Qualitätssteigerung bringt. Aber trotzdem sollte man den Vereinen ihre Identität lassen. Das ist der Punkt.

Sonst heißt irgendwann, überspitzt formuliert, das nächste CL Finale: Shellsea vs Coca-Cola Madrid

filippinho
04.11.2009 13:11

Genauso ist. Und Shell gegen Coca Cola interessiert keinen mehr. Genauso wie die "reine Marktwirtschaft" nicht funktioniert und Regelungen braucht, sollte es im internationalen Fußballgeschäft Regulierungen geben. Sponsoren müssen hier immer noch primär dem Sport dienen, nicht umgekehrt.

Edmund Sackbauer4
14.10.2009 07:48
gehts noch?

ich bin seit meiner kindheit ein rapidler, abonnent und vollblutfan. ich liebe diesen verein und alles drum herum. und ich kann euch gar nicht sagen wie egal es mir ist wer andere vereine finanziert, ob fans deren logo tragen, etc.! von mir aus sollen die salzburger die bullen tragen, die grazer das puntigamer logo, who cares? mir ist's wurscht, ich will guten fußball und leidenschaft sehen.

Poldi Schrumpl
17.10.2009 12:29

treffender könnte man es nicht ausdrücken.
bravo!

solcher fans sind mir lieber als diese idioten bei denen man nicht weiß ob man als nächstes eine auf die fresse bekommt nur weil man einen schal mit anderer farbe trägt.
oder mal gleich die eigenen fans verprügeln....

PeterMehl
13.10.2009 10:56
Rapid, Austria, Sturm.. etc...

....wird euch alle überleben!

sitzen-trinken,schwitzen-stinken.
13.10.2009 14:38

So what?

PeterMehl
14.10.2009 08:41
richtig!

so what!
rb ist die aufregung nicht wert, sponsoren kommen und gehen... die wahren klubs aber bleiben...

Guderian
12.10.2009 20:33
gegen den modernen fußball !!!!

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Jedes bullensch...., dass sich öffentlich mit RB utensilien zeigt möge sein auftreten nochmals überdenken.

Don Quiche Schotte
13.10.2009 07:47

Zählt mein Eishockeytrickot auch, du halbstarker Hosenscheisser?

Zickbauer
12.10.2009 23:50

Morgen kauf ich mir einen neuen Schal. Hoffe ich treff dich mal. Loser

happy end
12.10.2009 23:37

hui, wie aufregend, die violetten spatzen aus maxglan schießen scharf

gib acht, vom blühenden veilchen zum unkraut ist es nicht weit

weekend friend
11.10.2009 19:50

So sieht wahre Tradition aus:

http://salzburg.orf.at/stories/395752/

pipihendy
12.10.2009 18:23
dieser verein gehört ohne wenn oder aber eliminiert

noch gehts mit verletzten ab! aber was wird erst los sein in der rl. wenns mehrere spiele verlieren? GIBTS DANN VIELLEICHT TOTE!!!!!!!
ps. der grösste teil der as neu fans sind OK aber mitgehangen ist mitgefangen.........

alte frau
11.10.2009 13:08

ich liebe red bull. ein großartiges unternehmen, ein tolles getränk. wir können stolz sein!

Nationalpatriot_
12.10.2009 11:34

Tolle Liebe

al valió
10.10.2009 08:43
»Sich auf die Fresse zu hauen gehört in der ostdeutschen Fußballkultur dazu« und »Die Fans wollen ihren Krawallfußball«

Tja, so suspekt mir die Aktivitäten des Fuschler Marketingimperiums im Fußball auch sind - wenn das die "Fankultur" in Leipzig sein soll dann ist es durchaus zu begrüßen dass die Zuckerwassler dort eine Alternative entwickeln.

Die familienfreundliche Ausrichtung des Bullen-Konzerns ist den Krawallfans natürlich ein Dorn im Auge, aber die können ja weiterhin in der 5. Liga "sich auf die Fresse hauen" und sich halt von den Rasenballern fernhalten.

Im Gegensatz zu Austria Salzburg kann man ja bei diesem SSV Markranstädt nicht wirklich von der "Zerstörung eines erfolgreichen Traditionsvereins" sprechen.

Und für mutwillige Randale und Protestieren - weil man halt "Krawallfußball" und "Fresse hauen" will - habe ich absolut kein Verständnis.

systemfehler1
11.10.2009 06:30
Das sind Primitivlinge, die

mit dem Sport eigentlich nix am Hut haben, sondern nur Konflikte suchen - eine Art moderner Frustbewältigung einer westlichen Leitkultur.
Ein Schildbürgerstreich in einem Land, in dem die ehemals ostdeutschen Vereine bessere Heeres- und Polizeisportvereine waren, und in deren westlicher Hälfte vereine spielten, die so klingende Namen hatten wie "Bayer-Leverkusen".

Das Pferd von Hans Krankl
09.10.2009 22:26

Extrem Schade, dass der Ruin des Fußballs von Österreich ausgeht. Red Null ist mit seinem globalen Konzernfußballkonzept der Sargnagel des schönsten Sports der Welt.

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