PwC sieht Risiken in Magna-Plänen

7. Oktober 2009, 17:41
posten

Berater äußert sich in einem Gutachten insbesondere über die geplanten Absatzzahlen für Opel kritisch

Magna Steyr sichert mit Großauftrag für Mercedes 200 Arbeitsplätze in Graz.

***

Düsseldorf/Wien - Das von Magna ausgearbeitete Sanierungskonzept für Opel birgt laut einem Gutachten von PricewaterhouseCoopers (PwC) erhebliche Risiken. Vor allem bei den geplanten Absatzzahlen wird ein "außerordentliches Risiko für Planverfehlungen" gesehen, berichtet das Handelsblatt. Das Gutachten wurde im Auftrag der deutschen Bundesregierung angefertigt, die Magna einen Übergangskredit in der Höhe von 4,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hat.

Trotz der Bedenken stellt PwC aber eine "grundsätzliche Sanierungsfähigkeit" fest. Damit dürften die Chancen steigen, dass die deutschen Staatshilfen für den Autobauer tatsächlich durchgewinkt werden. Die EU-Kommission will dann bereits in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Unterstützung zulässig ist.

Der Vertrag über den Einstieg des Magna-Konsortiums bei Opel soll jedenfalls laut Verhandlerkreisen nächste Woche unterschrieben werden. Gemeinsam mit der russischen Sberbank möchte Magna 55 Prozent am Rüsselsheimer Autoproduzenten übernehmen. 35 Prozent blieben beim ehemaligen amerikanischen Mutterkonzern General Motors.

Die Opel-Belegschaft soll zehn Prozent der Firmenanteile bekommen. Zuletzt gab es aber noch Widerstand vonseiten der Mitarbeiter, weil aus ihrer Sicht Mitbestimmungsrechte ungeklärt waren. Vor allem die Belegschaften in Belgien, Großbritannien und Spanien waren unzufrieden. Der britische Standort Luton und das Opel-Werk in Antwerpen wackeln.

Magna rechnet für 2009 laut internen Zahlen mit einem Einbruch des Opel-Absatzes auf nur noch 1,16 Mio. Fahrzeuge. Zum Vergleich:2008 waren es noch 1,55 Millionen. Ab 2010 soll der Absatz dann kontinuierlich steigen und 2012 wieder das Niveau von 2008 erreichen. 2014 ist eine Produktion von 1,6 Millionen geplant.

Positive Nachrichten gab es am Mittwoch für Magna Steyr. Für den Mercedes Benz SLS AMG wird in Graz die Aluminiumkarosserie entwickelt und produziert, teilte das Unternehmen mit. Damit werden 200 Menschen beschäftigt. Inwieweit drohende Kündigungen in der Entwicklung dadurch vermieden werden, wurde nicht bekannt. Das Fahrzeug soll im Frühjahr 2010 auf den Markt kommen. Die Produktion müsste demnach Ende 2009 anlaufen. (APA, go, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.10.2009)

Share if you care.