Myofasziales-Schmerz-Syndrom

Kaum erkannt: Muskeln als Schmerzauslöser

07. Oktober 2009 17:23

Experte: zu selten als Ursache in Betracht gezogen - Etliche Operationen wären vermeidbar

Münster/Berlin/Graz - Die Muskeln werden nach Expertenansicht zu selten als Schmerzauslöser erkannt. "Das betrifft Schmerzen am Bewegungsapparat genauso wie Beschwerden, die als Organschmerzen empfunden werden", so der deutsche Orthopäde Hannes Müller-Ehrenberg. Selbst eine Harnwegentzündung könne durch eine beeinträchtigte Muskulatur des Beckenbodens ausgelöst sein, oder Ohrenschmerzen durch einen verspannten Halsmuskel.

Die Muskeln machten bis zu 50 Prozent der menschlichen Körpermasse aus, "deren Fehlfunktionen und Schmerzpunkte, die sogenannten Triggerpunkte, werden aber häufig nicht erkannt". Wenn bei der Diagnose von Beschwerden und Erkrankungen Muskelprobleme zumindest mit in Erwägung gezogen würden, ließen sich etliche Operationen aus vielen Fachgebieten vermeiden, sagte Müller-Ehrenberg. "Ärzte haben diese Möglichkeit aber zu selten auf dem Schirm."

Myogelosen

Ein dem Triggerpunkt verwandter Begriff ist die sogenannten Myogelose - der Laie erkennt Myogelosen als tastbare harte "Knoten", zum Beispiel im Schulter- oder Lendenbereich. Der Grazer Orthopäde Eduard Lanz erklärt ihre Entstehung mit einer "Mangeldurchblutung, durch die der Muskelstoffwechsel gestört wird" und das verursacht die Schmerzen. derStandard.at/Gesundheit hat das Thema Myogelosen in einem "Genauer betrachtet" unter die Lupe genommen.

Myofasziale-Schmerz-Syndrom

Unter dem zuerst in den USA beschriebenen Myofasziale-Schmerz-Syndrom versteht man heftige Schmerzen der Muskulatur, die keine organische, sondern eine funktionelle Ursache haben. Bei der spezifischen Untersuchung der Muskulatur finden sich Triggerpunkte, die Auslöser für Missempfindungen und Schmerzen sind. Diese können lokal oder weit in andere Körperregionen ausstrahlen. Die Verhärtungen sind nicht bei jedem Menschen an der gleichen Stelle, sondern müssen erst lokalisiert werden.

Die Kenntnis von myofaszialen Schmerzen erlaubt nach Worten Müller-Ehrenbergs eine interdisziplinäre Betrachtung der Beschwerden des Patienten. So könne etwa bei Gesichts- oder Zahnschmerzen oder bei Beschwerden in der Brust- oder Beckenregion, bei denen keine organischen Ursachen gefunden wurden, häufig eine gezielte Triggerpunkt-Therapie helfen.

Schulterschmerzen aufgrund von Muskelproblemen

Der Münsteraner Orthopäde hat nach eigenen Angaben bereits vor zwei Jahren in einer Studie festgestellt, dass sich Schulterbeschwerden in den meisten Fällen auf Muskelprobleme zurückführen lassen - und konservativ etwa mit einer Stoßwellentherapie erfolgreich behandelbar sind. Operationen seien so oft verzichtbar. Der Durchbruch dieser schonenden Therapien lasse noch auf sich warten, obwohl sie für Patienten angenehmer und für das Gesundheitssystem kostengünstiger seien, betonte Müller-Ehrenberg. (APA/red)

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16 Postings
Wunderschön
08.10.2009 16:06
anspannen und entspannen


anspannen und entspannen

was macht der Mensch – anspannen, anspannen (Leistung, Leistung) und er vergisst total auf die Entspannung.

einatmen und ausatmen und alles ist so leicht und schön.

Die Wanze auf der Pflanze im Ministerbüro
08.10.2009 14:52

gibt es dazu schon wissenschaftliche untersuchungen über wirksamkeit von shiatsu und kinesiologie? die arbeiten ja auch mit dem druckprinzip gegen muskel- und bewegungsapparatsschmerzen.

linuxforeverlinux
08.10.2009 12:34
interessant waere es zu wissen

wie viele von den kraftdreikaempfern rueckenprobleme haben aufgrund der extremen belastung druch kreuzheben.
dass kreuzheben gesund ist, weiss man ja, aber bei fast 600 kilo, dort liegt ca. glaube ich der weltrekord, waere es interessant zu wissen, ob der nicht auch schon seine probleme hat? ...

Petzi Petz
08.10.2009 08:00
Wenn man zum Masseur geht

Macht der doch genau das oder? Findet diese Verhärtungen an den Muskeln und massiert die aus, zumindest macht das meiner.

natoll
08.10.2009 11:01

diese verhärtungen wirst du nicht ausmassieren können. bzw. vielleicht schon, aber nicht kurzfristig.

die ursache zu finden wär interessanter wobei wohl "verreissen", fehlhaltung oder generelle angespanntheit glaub ich nicht ganz falsche ansätze sind.

Wappen hea
20.10.2009 22:47
Grüße vom Profi - ad Myofaszien & myofasziale Meridiane

Diese Verhärtungen sind Verdichtungen von Bindegewebe, die zumeist entsprechend einzelner Zugbahnen von Kopf bis Fuß eine Zugspannung aufbauen und Muskeln oder Teilbereiche von Muskeln miteinschließen. Narben sind eine mitunter recht lokale Ausnahme. Das Auflösen dieser Verhärtungen ist gerade eben kurzfristig gut möglich, wobei die Ursache der Verspannung oft schwerer zu finden ist und zB in unergonomischen Büroarbeitsplätzen, schief sitzenden Brillen oder psychischer Anspannung zu finden sein kann. Als Nebeneffekt der Auflösung können sich dabei aufgetretene Ausfälle der Nerven (morgentliches Fingerkribbeln, Drehschwindel, manches Kopfweh, Knieschmerz, viele sog. "Kreuzschmerzen", Heiserkeit) bessern oder zur Gänze einstellen.

stuffy
08.10.2009 06:40
Symptommedizin

Leider ist unsere Schulmedizin nur auf Symptome eingestellt, die Ursachen werden nicht oder kaum behandelt/erkannt. Ein Pulverl oder ein Jaukerl sind schnell verschrieben, die Pharmabuden reiben sich die Hände, und der Körper wird mit unnötigen "Giften" belastet.

Diese Erkenntnis ist endlich ein Schritt in die richtige Richtung - es gibt aber noch viel zu tun - siehe TCM (die schon einige 100 Jahre Erfahrung vorzuweisen hat - dagegen ist die Schulmedizin mit ~100 Jahren noch total unerfahren)

yomellamo
08.10.2009 15:59

nur weil was alt ist, muss es noch lange nicht funktionieren. Es kann auch schon immer ein bloedsinn gewesen sein.

Das wissenschaftliche prinzip bei TCM ist: Der Meister behauptet was, die schueler glauben es und wenn sie dann meister sind, geben sie denselben unsinn erweitert um eigenen unsinn weiter.

Wenn man das ganze klimbim das sich ueber die jahrtausende angesammelt hat entfernen wuerde, koennte ich mir vorstellen, dass da ein paar wertvolle sachen ueberbleiben von TCM. ... aber dann ist es halt nicht mehr TCM.

Wappen hea
10.10.2009 16:47
Schwachsinniges Post

Sie beschreiben die Ausbildungswege jedweder medizinischen Ausbildung, oder meinen Sie die Mediziner in Österreich lernen nicht von 'alten Hasen' althergebrachte Dummheiten?

halleluja
09.10.2009 07:43

und woher wissen sie, dass die schulmedizin kein blödsinn ist. ich merke immer wieder, dass die mediziner nur im trüben fischen, keine ahnung haben, was sie machen und nur ausrobieren, ob etwas hilft. und wenn es nicht hilft, halt was anderes probieren. das treibt nicht nur den patienten zum wahnsinn, der dann auch noch mit den unterschiedlichsten nebenwirkungen zu kämpfen hat, sondern auch noch die kosten in die höhe. die sogenannten arzte arbeiten aber auch leider nur gegen die schmerzen bzw. symptome und bekämpfen nicht die ursachen.

zilver zurfer
08.10.2009 15:03
hmmm

... also ich nehm lieber vorzugsweise die 100 jahre alte schulmedizin, verabreicht von einem gut ausgebildeten arzt mittleren alters, in anspruch, als die 1000 jahr alte TCM durchgefuehrt von einem (wie so meist) kurzfristig und fluechtig "anglernten therapeuten" ... (ich spreche jetzt vom standort wien aus)

halleluja
09.10.2009 07:53

komischerweise sind die tcm-ler, die ich kenne doktoren der schulmedizin

Juergen Hoffmann
 
08.10.2009 11:03

Ich habe gut ein Jahrzehnt unter massiven Kreuz, Nacken und Schulterschmerzen gelitten.
Arzt: Diclofenac-Injektion
TCM: Rückenmassage mit einem Stein! (Schaute danach aus, wie wenn ich von der Domina kommen würde)
TCM: Akupunktur (1000 Euro, half, aber die Schmerzen waren dann doch wieder da!)
TCM: alle Arten von Massage, Ergebnis siehe unter Akupunktur.

Eigenes Hirn: Weniger arbeiten, besser Sitzen, öfter die Haltung ändern, die grundlegenden Haltung zu Leben ändern, Sport und Bewegung (umso mehr, desto besser), ausreichend Schlaf, gscheit essen:
Tatatatatat, das hilft dauerhaft und kostet vergleichsweise einen Bettel (wenn man sich nicht jedes Jahr ein Carbon-Rennrad leisten will, aber das ist einen vollkommen andere Geschichte!).

Polyphake
07.10.2009 21:04
akupunktur

scheint mir in vielen hier geschilderten faellen auch ein geeignetes mittel zur schmerzlinderung und -vermeidung.

Kontrahent1
07.10.2009 19:30
Wenn man bedenkt, wie oft bei Rückenproblemen

Muskelaufbau zur Entlastung der Wirbelsäule empfohlen wird.- Kann ganz schön kontraproduktiv sein !

klein adlerauge
 
08.10.2009 13:49

die verspannte muskularur haben sie nicht weil sie zuviel muskeln haben sondern zuwenig! diese mangelhaft entwickelte muskulatur wird dann chronisch überlastet und versucht das durch daueranspannung auszugleichen. was wiederum zur mangelversorgung führt weil sich der muskle die eigene versorgung abdrückt.

aufbautraining ist hier höchst sinnvoll (durchblutet, reguliert den tonus/grundspannung, sorgt dafür das es nicht zu neuen verpannungen kommt) und sollte bei rückenschmerz IMMER hauptmaßnahme sein. ALLES andere ist nur ergänzung um zumindest vorübergehende linderung zu erzielen. mit verschiedenen erfolgsgraden die primär von der kompetenz des anwenders abhängen.

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