Heimische Druckerhersteller trotz Wirtschaftskrise optimistisch

7. Oktober 2009, 10:37
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Branchenumsatz im ersten Halbjahr um 13 Prozent geschrumpft - Betriebe haben Ausgaben für IT- und Bürogeräte eingefroren

 Am österreichischen Druckermarkt hat ein massiver Preisverfall eingesetzt. Im ersten Halbjahr 2009 gab es bei den verkauften Stückzahlen zwar "nur" ein Minus von drei Prozent, beim Umsatz betrug der Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingegen 13 Prozent. "Besonders auf den Geschäftskundenbereich hat sich die Wirtschaftskrise bereits ausgewirkt", erklärte Brigitte Liebenberger vom Marktforschungsinstitut GfK Austria im Gespräch mit der APA. Die heimischen Töchter der internationalen Branchengrößen geben sich hingegen zuversichtlich.

"Generell sind wir nicht so von der Krise betroffen wie andere Branchen"

"Es ist bereits wieder eine gewisse Erholung spürbar, auch wenn niemand beantworten kann, wie schnell es wieder aufwärts geht", sagte Christine Donner, Direktorin der Imaging & Printing Group von HP Österreich. Mittelbetriebe seien zwar noch vorsichtig, bei den Großunternehmen laufe die Geschäftsentwicklung aber sehr gut, da das Thema Kostenkontrolle an Bedeutung gewinne. Im Bereich Endkonsumenten gebe es durch den Preisverfall ein wertmäßiges Minus, bei den Stückzahlen hingegen ein Plus. HP Österreich habe im Druckerbereich beim Profit gut abgeschnitten, wenngleich sich die Umsätze insgesamt rückläufig entwickelt hätten, so Donner.

"Generell sind wir nicht so von der Krise betroffen wie andere Branchen", gab sich auch Peter Baldauf, Geschäftsführer von Canon Österreich, überzeugt. Die Konsumenten würden zwar die Berichterstattung über die Konjunkturlage verfolgen, aber noch keine Verbindung zu sich selbst herstellen. Bei den Geschäftskunden hätten besonders die Automobilzulieferer und der Stahlbereich ausgelassen. Laut einer Canon-Studie, für die 1.800 Entscheidungsträger in Europa befragt wurden, haben 81 Prozent der heimischen Betriebe ihre Ausgaben für IT- und Bürogeräte gesenkt oder zumindest eingefroren. Im Vergleich zum rauen Umfeld sei man mit der Entwicklung in Österreich zufrieden, meinte auch Hermann Anderl, Geschäftsführer von Lexmark Österreich. Im Geschäftskundenbereich gebe es zwar leichte Rückgänge bei den Stückzahlen, aber Zuwächse beim gedruckten Seitenvolumen. 

"Unternehmen sind nicht mehr nur an Hardware interessiert. Sie lagern das Output-Management aus, weil es nicht in ihre Kernkompetenz fällt"

Außerdem seien interessante Abschlüsse erzielt worden, die man so nicht erwartet habe. "Investiert wird in angespannten Zeiten, wenn damit Kosteneinsparungen erzielt werden können", so Anderl zur APA. Einig waren sich die Branchenvertreter, dass der Trend zu neuen Strategien wie Managed Print Services beziehungsweise Outsourcing gehe. "Unternehmen sind nicht mehr nur an Hardware interessiert. Sie lagern das Output-Management aus, weil es nicht in ihre Kernkompetenz fällt", erklärte Anderl. "Das läuft sehr gut zurzeit", bestätigte auch Donner. Weltweit sind im ersten Halbjahr 51,3 Millionen Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte ausgeliefert worden, das ist ein Rückgang von 20,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) hat es laut dem Beratungsunternehmen Gartner mit einem Minus von 24,4 Prozent auf knapp 18 Millionen Geräte noch schlimmer erwischt. Grund dafür sei, dass Unternehmen die Anschaffung neuer Ausrüstung verschieben oder gleich streichen, so die Experten. Außerdem sei die Nachfrage der Privatkunden sehr schwach. Auch für die zweite Jahreshälfte sieht Gartner keine Anzeichen für einen Aufschwung. Im besten Fall könnten die Rückgänge auf ein einstelliges Niveau sinken. Erst 2010 sei wieder mit einer Erholung zu rechnen. Marktführer Hewlett-Packard (HP) verlor 3,4 Prozentpunkte beim globalen Marktanteil, der sich nun auf 40 Prozent beläuft. Dagegen legte Canon im ersten Halbjahr 2009 von 16,8 auf 19 Prozent. "Der Verlust von HP war Canons Gewinn", so die Berater. Epson steigerte sich von 13,7 auf 14,2 Prozent, Brother von 5,4 auf 6,2 Prozent und Samsung Electronics von 4,4 auf 4,9 Prozent. (APA)

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