So wirbt der Handel im Netz

28. Oktober 2009, 20:40
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Marketing-Mitarbeiter von Rewe, Spar, Hartlauer, DiTech und Baumax geben darüber Auskunft, was Unternehmen von Online-Werbung halten und wie sie sie einsetzen

Was hält eine alteingesessene Branche wie der Handel von Werbung im Internet? Wie werben einzelne Unternehmen online? Warum hat man sich dafür entschieden, warum dagegen? derStandard.at ist diesen Fragen nachgegangen und hat einen Rundruf gestartet.

Die Gründe, warum Unternehmen Online-Werbung einsetzen, sind vielerorts dieselben: Sie wird als wichtiges Instrument im Marketing-Mix angesehen, man könne so bestimmte Zielgruppen erreichen und der Erfolg sei sehr konkret messbar. "Generell sehen wir Online-Aktivitäten als Erweiterung der bisherigen Werbeformen und vernetzen die Medien untereinander, denn Marketing ist immer Maßarbeit für den jeweiligen Markt beziehungsweise für das jeweilige Produkt", erklärt Corinna Tinkler, Pressesprecherin der Rewe-Group.

Johannes Weinzierl, Leiter Marketing und Werbung bei Hartlauer, sagt: "Beim Einsatz von Online-Werbung bietet sich uns die Chance, andere Zielgruppen anzusprechen, die durch die klassischen Medien nicht oder nur schwer zu erreichen sind." Das Internet gewinne immer weiter an Bedeutung und man wolle auch dort starke Präsenz zeigen. "Weitere Vorteile bei der Online-Werbung sind die konkrete Nachverfolgbarkeit und die Auswertungsmöglichkeiten, sowie im Schnitt ein leistbarer TKP."

Internetaktivitäten immer bedeutender

Auch bei Rewe legt man großen Wert auf das zielgruppenadäquate Arbeiten: "Besonders bei Special-Interest-Themen wie Rezepten oder Kids ist eine zielgerichtete Ansprache von großem Vorteil. Ebenso gelingt es auf einfache Weise, Inhalte zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus lässt sich der Erfolg von Online-Werbung exakt messen." Internetaktivitäten würden daher für Billa und Merkur immer bedeutender werden.

Bei DiTech setzt man Online-Werbung ein, weil sie "kostengünstig und zielgenau" sei, erklärt Marketingleiter Rüdiger Wanzenböck. Künftig werde man jedenfalls verstärkt online werben, auch neue Formen der Werbung sind vorstellbar.

"Geringe Streuverluste"

Bei Baumax reicht die Palette von klassischen Online-Kampagnen bis zu Suchmaschinen-, Social-Media- und Newsletter-Marketing. Derzeit betrage der Anteil am Werbebudget für Online-Werbung rund zwei Prozent. "In Zukunft soll der Anteil von Online-Werbung im Marketing-Mix aber jährlich um zwei bis drei Prozent zunehmen", erklärt Lisa Kofler, zuständig für Werbung, Online-Marketing und Neue Medien. "Schon heute hat das Internet das Marketing stark verändert und die Zukunft des Marketing wird sich maßgeblich im Web abspielen. Baumax will und muss darauf vorbereitet sein, deshalb sind wir auch schon seit Jahren online tätig." Das Internet biete "viele neue spannende Möglichkeiten rasch, ohne lange Vorlaufzeiten und mit geringen Streuverlusten Informationen zu Produkten und Angeboten dort zu verbreiten, wo sich unsere Zielgruppe aufhält", so Kofler.

Bei Hartlauer will man die Online-Aktivitäten ebenfalls weiter ausbauen und "stärker Awareness" erzeugen, sagt Marketingleiter Weinzierl. Auch bei Hartlauer bewege sich der Anteil der Online-Werbeausgaben gemessen am Gesamtbudget noch "im einstelligen Bereich, allerdings mit steigender Tendenz." Neben klassischen Bannern verwende man auch gestreamte Video-Ads sowie Suchmaschinen-Marketing mit AdWords auf Google.

"Crossmedialität ist in unserem Marketing-Mix essentiell", so Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann. Der Lebensmittelhändler setzt auf ein breites Spektrum im Bereich Online-Werbung: "Wir nutzen im wesentlichen alle Online-Kanäle." Dazu würden laut Berkmann neben "klassischer" Banner-Schaltung auch Social-Network-Aktivitäten beziehungsweise Marketing-Präsenz in Foren gehören. Auch auf "Social Media"-Plattformen wie Xing, Facebook und Twitter ist Spar vertreten. (red, derStandard.at)

  • Was hält der Handel von Online-Werbung? derStandard.at hat nachgefragt.
    foto: photodisc

    Was hält der Handel von Online-Werbung? derStandard.at hat nachgefragt.

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