SPÖ & EU

Faymann fordert wieder Volksabstimmung

7. Oktober 2009, 10:34
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    foto: apa/hochmuth

    Kanzler Faymann wiederholt seine Forderung, die im Jahr 2008 zum Koalitionsbruch geführt.

Kanzler wärmt alten Streit um Europa-Kurs mit Koalitionspartner wieder auf - Pröll erteilt Faymann-Idee klare Absage

Wien - Bundeskanzler Werner Faymann hat in Zeiten der SPÖ-Krise eine alte Forderung aufgewärmt, die schon einmal für Wirbel und Streit mit dem Koalitionspartner gesorgt hatte: In der Gratis-Zeitung "Heute" (Mittwoch-Ausgabe) verlangte er eine Volksabstimmung, sollte der Lissabon-Vertrag durch ein Nein Tschechiens scheitern. Der Versuch, das EU-Thema über Boulevardmedien zu spielen, scheint dem SP-Chef zu liegen: Den ursprünglichen Schwenk verkündete er mittels Leserbrief an die Kronen Zeitung.

"Wenn Tschechien auf seinem Nein zum Vertrag von Lissabon beharrt und nicht alles so wie mit dem Vertrag von Nizza bleiben soll, muss die EU bedeutende Änderungen vornehmen - oder einen neuen Vertrag aufsetzen. In beiden Fällen sollen dann aber die Österreicher darüber abstimmen", so Faymann jetzt. Druck auf Tschechien wolle man damit aber nicht ausüben: "Sicher nicht. Wir werden keine Ratschläge erteilen." Die Volksabstimmung sei lediglich "Plan B".

"Ich verstehe das nicht"

SPÖ-Abgeordneter in Brüssel, Hannes Swoboda, ist ob der Forderung Faymanns irritiert. "Ich weiß nicht, worüber da abgestimmt werden sollte", sagt er im Gespräch mit derStandard.at. "Wenn die Tschechen negativ abstimmen, ist der Vertrag Geschichte." Er wisse nicht, was Faymann mit dieser Forderung beabsichtige: "Ich verstehe das nicht und ich habe mit ihm auch nicht darüber gesprochen", so Swoboda.

Im Juni vergangenen Jahres hatten Faymann als Parteiobmann zusammen mit dem damaligen Kanzler Alfred Gusenbauer die EU-Linie der SPÖ öffentlichkeitswirksam über Bord geworfen. Ursprünglich sollte die 180 Grad-Wende im roten Europa-Kurs in der Freitagsausgabe der Kronen Zeitung und in der Zeit im Bild 2 verkündet werden. derStandard.at publizierte den Überraschungscoup allerdings schon am Donnerstag zu Mittag. Faymanns neue EU-Linie war nach einem Koalitions-Streit schließlich auch einer der Auslöser für Neuwahlen.

Pröll erteilt klare Absage

Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll erteilte der Überlegung von Faymann, im Falle eines neuerlich veränderten EU-Vertrages eine Volksabstimmung abzuhalten eine klare Absage: "Dieses Thema ist für die Regierung durch das Koalitionsabkommen abschließend behandelt", hieß es in einer dem STANDARD übermittelten Erklärung zu Mittag.

Für FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache ist Bundeskanzler Werner Faymann in Sachen EU-Volksabstimmung "völlig unglaubwürdig". Die FPÖ habe im österreichischen Nationalrat sieben Mal einen Antrag auf eine Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon gestellt, und sieben Mal sei dies von SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ abgelehnt worden, zeigte sich Strache in einer Aussendung empört. "Wenn Faymann es ernst mein, soll er nicht die tschechische Entscheidung abwarten, sondern sofort für eine Volksabstimmung sorgen", forderte Strache. Für ihn betreibe der Kanzler "billige Absichtserklärungspolitik".

Die Grünen zeigen sich erbost über Faymanns Aussagen. "Schön langsam reicht es, was Kanzler Faymann an europapolitischer Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit liefert", so die Europa-Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek. (red, derStandard.at, 7.10.2009)

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also dann ...
00
9.10.2009, 22:49
faymann - und die ganze wiener "family-business-crew"...

leben doch längst in ihrer "twiligt-zone" !

operieren...hilft da nicht weiter - aber vielleicht noch (mehr) wahlniederlagen ?

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35
8.10.2009, 12:34
ein wuzikleines "detail" wird hier außer acht gelassen:...

...am 9.4.2008 erfolgte die abstimmung ueber den vertrag von lissabon im nationalrat.

dafür: rot, schwarz, braun.
dagegen: braun.

der bundespraesident hat seine beglaubigung unter das papier gesetzt.

faymann gehoert zumindest unter kuratell gestellt, weil er de facto

1. dem tschechischen praesidenten ein uebergeordnetes recht ueber den oest. nationalrat und den bundespraesidenten dieser republik zubilligt

und 2. voellig vergißt, dass es eine ganz praezise bezeichung dafuer gibt, wenn in einer demokratie ein mitglied der exekutive (also er selbst) die legislative auszuhebeln gedenkt.

populistisch, beklescht, ignorant, dichand-lecker oder alles auf einmal?

wie auch immer: der mann gehoert abgestellt.

Enrico Furioso
01
8.10.2009, 19:30
ein bisschen genauer lesen!

Faymann spricht nicht davon, über den Vertrag von Lissabon abzustimmen. Sondern, falls dieser Vertrag scheitern sollte, und dann ein neuer Vertrag ausverhandelt wird, dieser neue Vertrag einer Volksabstimmung unterzogen wird. Es geht also nicht um den Vertrag von Lissabon.

Wobei ich gleich anfüge, dass ich die ganze Faymann'sche Wortspende in der Sache für einen schäbigen Showeffekt halte. Er ist sich wohl sehr sicher, dass er dieses Versprechen niemals einlösen muss. Da lässt sich leicht etwas versprechen.

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00
9.10.2009, 07:43
dann lassen wir den VvL weg...

...und es aendert sich dennoch NICHTS an meiner obigen aussage.

auch fuer die abhaltung von volksabstimmungen gibt es eindeutige gesetze.

die 2 punkte da oben bleiben demnach dennoch gueltig.

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00
8.10.2009, 13:19
corrigendum:...

...s. natuerlich h.
"dafuer: rot, schwarz, gruen".

danke fuer ihre nachsicht.

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
00
8.10.2009, 12:51

jou.

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00
8.10.2009, 13:25
und weil mr grad dabei sind,...

...schaff mr die repraesentative demokratie auch gleich mit ab, net wahr?

is a scho wurscht!

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
11
8.10.2009, 14:07

demokratie? repräsentativ?

wie leben seit langem in einer real existierenden monetokratie: www.agenda2020.at/a20_phpbb... f=18&t=145

stan is ganz offenbar n undercoverbläcky: www.agenda2020.at/a20_phpbb... f=57&t=294

schöne neue welt: http://www.agenda2020.at/a20_phpbb... f=56&t=249

;-)

Marilynn E.
00
8.10.2009, 13:58

noja, lieber skip, die repräsentative Demokratie ein bissi zugunsten einer direkteren einzuschränken, wäre ja an sich nichts schlechtes. nur leider sind in österreich weder die medien noch die politiker reif dafür.

skip it
00
9.10.2009, 07:36
bin ich voellig ihrer meinung:...

...abre wenn schon, dann WIRKLICH nach schweizer muster.

DAS wiederum wollen und koennen sich weder die braunen noch die krone leisten, weil sie taeglich mit dem gesetz in konflikt kaemen.

vom oest. schul- und bildungssystem zum "muendigen" buerger einmal ganz abgeshen (s.a. allgemeine und relative stimmviehtheorie).

Enrico Furioso
00
8.10.2009, 19:31
Ich würde da weniger von reif,

als von willens sprechen. Direkte Demokratie, das wäre ja ein Transfer von Macht von der Politikerklasse zu den Bürgern. Welcher Politiker gibt schon freiwillig auch nur ein Fitzelchen seiner Macht ab?

skip it
00
9.10.2009, 07:38
s.o.: eswaere ueberhaupt kein problem:...

...nur meinen die, die in A von "abstimmung" reden tatsaechlich ein "manipuliertes plebiszit".

nach schweizer regeln, kein problem. aber genau DAS wollen die herrschaften ja nicht.

Kyuss88
02
8.10.2009, 09:11
Dank Faymann

weiß ich nicht mehr, was ich überhaupt noch wählen soll...
Wenn das alles eine geplante Sache war um Wähler zu vertreiben, bin ich zutiefst beeindruckt. Viel besser hätte man es kaum machen können!

Bluesman25
 
01
10.10.2009, 10:55
neu

ausrichten, nachdenken, wahlprogramme lesen! das ist das schöne und hart erkämpfte einer demokratie!
lg

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00
8.10.2009, 13:21
weiß (leerer stimmzettel)...

Marilynn E.
10
8.10.2009, 14:03

nützt nicht viel. weil den politikern das wurscht is, solange sie an der macht sitzen. das hilft dann wieder den rechten. da is es noch besser zu würfeln und den blauen die zahl 0 zuweisen ;-)

Sobieski, Jan III.
01
8.10.2009, 08:13

Faymann und Co. haben die Zuwanderung von Wirtschaftsflüchtlingen ermöglicht, dabei wirklichen Asylanten das schlechtest mögliche Umfeld beschert.

Jetzt erleben sie die Abwanderung ihrer Stammwähler zur politischen Konkurrenz, die offenbar ein besseres Verständnis für die Interessen der Bevölkerung zeigt.

Und in der spö wundert man sich nur mehr.

Marilynn E.
00
8.10.2009, 14:18

Die Interessen der Bevölkerung lassen sich halt praktischerweise in bestimmte Bahnen lenken, indem man Angst, Hass und Unverständnis schürt.

Ansonsten wäre es schwer zu erklären, daß für einen erheblichen Teil der Österreicher sich ihr Wohlbefinden, ihr Lebensglück und ihre Interessen an der Ausländerfrage aufzuhängen scheinen.

Grusoleum
00
8.10.2009, 05:34
Welche Strategie steckt hinter Faymanns Handlung ?

Etwa eine Vereinigung mit der ÖVP als ÖSP (ÖVP+SPÖ) ?
Oder denkt der Kanzler er bekommt die Stimmen der EU Gegner ?

Bitte liebe SPÖ:
Werfts die Berater rauss, gleich heute.

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00
8.10.2009, 13:22
akute gastritis?

aiuto
00
8.10.2009, 03:48
welche EU-Linie hat die SPOE jetzt wirklich?

Kann mir eigentlich irgendjemand sagen, welche Linie die SPOE jetzt in punkto EU wirklich verfolgt?
Aber ich glaube dort weiss man es selber nicht.
Gibt es irgendeine Europa-Strathegie oder ueberlaesst man da das Feld ganz der OEVP und den EU-Gegnern?
Vielleicht koennten sich da Swoboda und Leichtfreid einmal aeussern !?

clementinchen
00
8.10.2009, 02:13

populistentroll unfähiger

sansquartier
00
8.10.2009, 00:35
unglaublich- ein roter khg

dieser sp vorsitzende ist untragbar.
1. er stellt die nullen vor die einser ( warum holt er sich die laura rudas und nicht die barbara blaha?)
2. er verbindet sich mit den schlechtesten aber auflagestärksten gazetten
3. er grinst unnatürlich und aus kalkül für krone und heute leser

Süffisant
00
8.10.2009, 00:14
diese anbiederung an die fpoe tut echt schon weh!

fehlt jetzt nur noch, dass der spoe-chef sich ab jetzt W.C. Faymann nennt.

Ununpentium
08
7.10.2009, 23:54
Es tut echt weh zu sehen, wie Faymann die Sozialdemokratie zu Grunde richtet

und an den Boulevard verkauft...

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