Obama schließt Truppenverringerung aus

7. Oktober 2009, 09:22
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Republikaner drängen auf Entscheidung über weiteres Vorgehen

US-Präsident Barrack Obama gerät in der Afghanistan-Debatte unter stärkeren Druck. Oppositionelle Republikaner drängen ihn zu einer raschen Entscheidung über zusätzliche Truppen. Obama dürfe sich nicht länger Zeit lassen, sondern müsse so schnell wie möglich über die Forderung von General Stanley McChrystal nach 40 000 zusätzlichen US-Soldaten entscheiden.

Obama sucht Mittelweg

Das Drängen der Republikaner auf eine schnelle Lösung passiert zu einem Schlüsselmoment in der immer unpopuläreren Afghanistan-Frage, die laut Militärexperten in den nächsten zwölf Monaten entschieden sein könnte. Im Zentrum der Debatte der Obama-Regierung steht: Ist es besser, mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken um das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung zu erreichen, oder einen engeren Fokus auf die Bekämpfung der Al-Kaida mittels Drohnen und Spezialtruppen zu legen?

"Es ist sehr klar, dass die Zeit nicht auf unserer Seite ist", sagte der republikanische Senator John McCain nach einem Treffen von 18 Kongressabgeordneten mit Obama im Weißen Haus. McCain drängt auf eine schnelle Lösung. Obama sagte nach Angaben der "New York Times" vor führenden Abgeordneten des Kongresses, er wolle sich mit seiner Entscheidung in der Frage der Truppenstärke noch Zeit lassen. Er sei noch unentschieden. Er wolle jedoch auch unter keinen Umständen die Zahl der Soldaten wesentlich reduzieren und die Afghanistan-Mission zu einer reinen Verfolgung von Terroristen machen.

Truppenaufstockung gefordert

General Stanley McChrystal, der Oberbefehlshaber der amerikanischen NATO-Truppen, fordert 40 000 zusätzliche Soldaten, um eine stabile nationale Regierung in Afghanistan zu bilden. Aber viele Demokraten weigern sich nach acht Jahren Krieg, mehr Truppen zu entsenden und zwingen Obama nach Unterstützung von Republikanern zu suchen, die McChrystals Strategie unterstützen.

Acht Jahre nach Beginn des Afghanistankrieges haben die USA derzeit gut 60 000 Soldaten in Afghanistan. Bis zum Ende des Jahres sollen es 68 000 sein, erst im März wurden 21 000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan geschickt. Zudem sind weitere 35 000 NATO-Soldaten am Hindukusch stationiert, rund 4000 davon aus Deutschland. Dennoch befinden sich die radikal-islamischen Taliban-Kämpfer auf dem Vormarsch. Immer mehr US-Soldaten kommen bei den Kämpfen ums Leben. (krm/APA)

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