Landlose besetzen Orangen-Plantage

6. Oktober 2009, 19:13
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Rio de Janeiro - Im brasilianischen Bergland haben 250 Familien der Bewegung Landloser Arbeiter (MST, Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) die größte Orangen-Plantage des Landes besetzt. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, zerstörten sie nach Beginn der Besetzung am Montag rund 5.000 Orangen-Bäume. Fernsehbilder, die von einem Hubschrauber aufgenommen worden waren, zeigten, wie dabei auf der Plantage in Borebi ein Traktor eingesetzt wurde. Zu der Plantage rund 300 Kilometer nordwestlich von Sao Paulo gehören rund eine Million Orangen-Bäume.

Die Landarbeiter vertreten die Ansicht, dass das Land der Plantage Besitz der Allgemeinheit sei, und fordern dessen Aufteilung. Das staatliche Institut für die Landreform (Incra) erklärte hingegen, es handle sich nicht um öffentliches Land. Die Landlosen kündigten an, ihre Aktion fortzusetzen, bis ein Bundesgericht über die Landrechte entschieden habe. MST-Sprecherin Claudete Pereira sagte der Tageszeitung "O Globo": "Wir haben nichts zerstört." Die Landlosen hätten "einige Bäume herausgezogen, um schwarze Bohnen zu pflanzen, denn niemand kann nur von Orangen leben".

Brasilien ist der weltgrößte Produzent von Orangensaft. Die Bewegung MST besteht seit 25 Jahren und hat in der Vergangenheit zahlreiche Erfolge verbuchen können. Rund 370.000 Familien erhielten seit der MST-Gründung 1984 ein eigenes Stück Land. (APA)

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