Obdachlose

Stadt Salzburg will die "Bergmenschen" vertreiben

06. Oktober 2009 18:46

Obdachlosensiedlung am Kapuzinerberg soll schrittweise geschlossen werden - Bürgerliste: Leute nicht wohnfähig

Salzburg - Sie stören niemanden, es gibt kaum Konflikte mit der Polizei, sie gehören fix zum Stadtbild: die "Bergmenschen" vom Kapuzinerberg. Seit Jahrzehnten existiert auf einem der beiden Salzburger Stadtberge eine offiziell geduldete Obdachlosen-Community wechselnder Größe. Bewohnt werden die Wehrtürme des Kapuzinerklosters aus dem 17.Jahrhundert.

Jetzt sollen die "Bergmenschen" plötzlich weichen. Der Anlass: Im April dieses Jahres ist ein Mann neben seinem Lagerfeuer eingeschlafen. Der folgende Brand führte zu einem Großeinsatz der Feuerwehr, der Funkenflug drohte die Häuser am Fuß des Kapuzinerberges in Brand zu stecken.

Hinter dem Bestreben der Stadtregierung, die Türme schrittweise einbruchsicher zu versperren und so die Leute langsam vom Berg zu vertreiben, steckt aber auch der Denkmalschutz. Die historische Festungsanlage soll um einige hunderttausend Euro saniert werden. Die Menschen vom Berg würden da vermutlich nur stören.

So einfach, wie sich das die zuständige Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) vorstellt, dürfte es jedoch nicht gehen. Bereits vor rund zwei Jahrzehnten ist ein Delogierungsversuch kläglich gescheitert. Die Stadt hat die "Bergmenschen" einfach ins Tal verfrachtet. Nach wenigen Tagen waren sie wieder auf dem Berg.

"Viele leben bewusst am Rande der Gesellschaft, sie wollen nicht in Ersatzwohnungen untergebracht werden, sie können sich gar nicht zurechtfinden in einer Wohnsituation", merkt die Vorsitzende des Sozialausschusses im Gemeinderat, Ulrike Saghi (Bürgerliste), in einem Schreiben an Schmidt an. Saghi plädiert für eine "aufsuchende Sozialarbeit" und dafür, die Leute in ihren Behausungen mit Decken zu versorgen.

Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) formuliert im Standard-Gespräch einen Kompromissvorschlag: Die exponierten Türme, von denen darunterliegende Häuser gefährdet sein könnten, sollen versperrt werden. Alle anderen müssten für die Obdachlosen weiterhin zur Verfügung stehen. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Printausgabe, 07.10.2009)

 

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Eilan Danan
07.10.2009 20:15
wer gefährdet hier das weltkulturerbe, herr medicus?!

beim aufstellen der schuhschachtel am mönchsberg war das weltkulturerbe nicht bedroht oder wie?
wenn es um das weltkulturerbe geht dann haben die prüferInnen der unesco, die heuer da waren vieles mehr beanstandet und soweit ich mich erinnern kann, ging es da nicht im entferntesten um personen, die in wehrtürmen nächtigen...
sondern um die städtebauliche fraglichkeiten, die in prominenten gremien abgesegnet wurden!

Reinhard Medicus
09.10.2009 05:27
Verlotterung der Werhanlagen

Die Tatsache der Verlotterung der Wehranlagen ist sehr wohl ein Thema für das Weltkulturerbe. Dringend sind Maßnahmen zum Erhalt zu setzen. Auch am Kapuzinerberg.

Die "Schuhschachtel" am Mönchsberg konnte zur Wahrung des Weltkulturerbes sehr landschaftsschonend direkt neben dem Museum aufgestelt werden.

Schlagen wir uns auf den Diskussionsseiten nicht gegenseitig den Schädel ein: Es ist problemlos möglich kulturell weniger wertvolle und sicherere Unterkünfte für die halbduzend Obdachlosen am Berg zu finden. Nutzen wir die Chance. Die Erholungssuchenden (kein verstellter Basteiqweg), die Bewohner der Steingasse, (geringere Feuergefahr) jene vom Kapuzinerberg und nicht zuletzt die Obdachlosen selbst werden uns dankbar sein.

Reinhard Medicus
07.10.2009 16:35
Und was ist mit dem Müll ??

Die Obdachlosen erzeugen auch Müll. Gar nicht selten landet dieser unter der hohen Felsmauer im kaum begehbaren Steilgelände und muss aufwändigst von dort entsorgt werden. Wenn die Obdachlosen eine geeignetere "wilde Bleibe" bekommen, fällt diese Problem großteils weg.

yes2bertl
07.10.2009 18:31
Ihre trockene Art über Lächerliche Vorwürfe menschen-

verachtend zu argumentieren behagt mir gar nicht.
Ich hoffe sehr, dass Sie kein Arzt sind.

guzo
07.10.2009 16:32
In Lilnz

hat vor ein paar Jahren mal ein Rechtsanwalt mit seiner privaten Kellersauna ein paar Etagen dieses mehrstöckigen Hochhauses tatsächlich abgefackelt. Also nicht nur bedroht. Einige Wohnungen waren daraufhin völlig unbewohnbar.

Deshalb fordere ich ein absolutes Privat-Saunaverbot für alle Rechtsanwälte sowie deren Unterbringung in feuersicheren Bunkern.

Reinhard Medicus
07.10.2009 19:31

der Müll ist leider kein kleines Problem!!! Den Vorwurf des Menschenverachtens ersuche ich zurückzunehmen. Beleidigungen sind keine Argumente.

Reinhard Medicus
07.10.2009 16:50
abgefackelt wurden auch Wehrtürme

Die private Sauna ist durch den Eigentümer wiederherstellbar, die originalen Holzeite des uralten Gemäuer nicht, schon gar nicht durch durch die Obdachlosen. Das ist der Unterschied.

Wernher von Braun
07.10.2009 10:38

die herzlosigkeit gegenüber denen die in not sind ist ein eindeutiges zeichen dafür, dass man vergessen möchte selbst einmal von dieser not betroffen sein zu können!

Österreich2
07.10.2009 10:45
Na da schau her!

Es gilt die dort ansässigen Sandler alternativ unterzubringen wo sie weniger historisch Gebäude und Menschen in Gefahr bringen! Wo ist da was Herzlos?

guzo
07.10.2009 16:04
ZU HÜLFE!

Historische Gebäude und Menschen sind in Gefahr!
Womöglich auch eine süße kleine Miezekatze.
Oder haben diese Sandler gar schon einem Gartenzwerg die Mütze abgebissen?

Weg mit dieser ungeheuerlichen Bedrohung!
Salzburger, wehrt euch!
Diese Sandler machen euch und alles kaputt!

Und passt auch eure Pudelhauben auf.

Österreich2
08.10.2009 07:00
Sehr Sachlich muss ich schon sagen!

Wenn Flaschen und anders auf darunter liegende Gärten und Häuser, wo sich womöglich Kinder aufhalten, geworfen werden halte ich dass für eine nicht zu vernachlässigende Gefahr, Sie nicht?
Natürlich bin ich dafür dass die Stadt einen alternativen Wohnplatz für die Obdachlosen findet und sie erst umsiedelt wenn eine Alernative gefunden ist, nur dort wo sie jetzt wohnen können sie nicht bleiben!

Reinhard Medicus
07.10.2009 16:42
Nix neues

Bekanntlich brannten in den vergangenen Jahren 2 Wehrtürme ab - durch die Obdachlosen oder ähnliche Nutzer. Bekanntlich führt die Feuchtigkeit unter Planen und Decken in den Türmen infolge der Nutzung der Obdachlosen zu Moder und Fäulnis.

Nicht zuletzt wird der Erholungswert des dortigen Basteiweges durch die bisherige Nutzung beeinträchtigt. Ich jedenfalls gehe nur ungern durch die verschiedenen "Wohnzimmer" der dortigen Obdachlosen, dazu habe ich zuviel Anstand.

Dass die Stadt sich so billig - nämlich mit blosem Wegschauen - des Problems der Obdachlosen entledigt, finde ich beschämend. Ja, es ist ein Skandal.

Blanca Hohn
07.10.2009 16:36
"Menschen sind in Gefahr"

und was genau gibt ihnen das recht, die gefährdung dieser menschen zynisch herunterzuspielen?

ihr leicht jenseitiges weltbild etwa?

leitfaden
07.10.2009 11:17

und was ist mit freiheit, selbstbestimmung? gilt die nur für hausbesitzer?

Jeffrey Lebowski
 
07.10.2009 14:11

sie meinen die freiheit die häuser anderer durch fahrlässigkeit abzufackeln ... ?

so it is
07.10.2009 15:38
Na, abgefackelte Häuser gibt es aber öfter durch Hausbewohner! Obachlose fackeln eher weniger Häuser ab.

Blanca Hohn
07.10.2009 16:34
"Obachlose fackeln eher weniger Häuser ab."

...und deswegen muss man ihnen die gelegenheit geben, ihre quote aufzubessern??

d0lme gibt's....

dajonny
07.10.2009 13:31

Genau - Autonom, Chaos, nieder mit den Gesetzen, jeder soll das machen was er will!

Wo wohnen sie denn, ich würd mal abundzu vorbeischaun und mich einquartieren, wenns meinen Ansprüchen genügt :-)

die naive
07.10.2009 11:52

Genau!

Ziehe jetzt ins Schloß Schönbrunn ein!

-joB
07.10.2009 15:33
ja, tuns das!

und nehmens den (da)jonny mit

nestrus
07.10.2009 10:34

Wie dort schon so lange Leute wohnen, fallt das nicht unter Ersitzung?

GulGarak
07.10.2009 09:31

derStadtrand entpuppt sich wieder mal als grenzenlos neutrales und objektives Medium. o_O

Reinhard Medicus
06.10.2009 21:10
kulturelles Erbe erhalten

Die 14 Wehrtürme am Kapuzinerberg sind Teil der Stadtbefestigung und nicht der Befestigung des Klosters. Sie wurden 1629-1632 von Fürsterzbischof Paris Lodron nach Plänen von Dombaumeister Santino Solari errichtet und stehen unter Denkmalschutz. Die Nutzung durch "Sandler" beeinträchtigt die Türme, Teil des kulturellen Erbes der Stadt auf Dauer sehr. Zudem liegen die Türme - alle exponiert, der dortige vor kurzem wiedererrichtete Basteiweg wird durch Behausungen empfindlich beeinträchtigt. Ich plädiere so für ein Versperren der Türme. Die Stadt kann an entlegener Stelle am Mönchsberg, Festungsberg, Bürglstein, Gaisberg etc. Wohncontainer aufstellen, wenn dies erforderlcih sein sollte.

A ndreas Bogeschdorfer
07.10.2009 14:47
Sie sprechen vom kulturellen Erbe, aber gleichzeitig vom zusperren der Türme.

Wenn die Türme ohnehin nur der kulturellen Schau von außen dienen sollen, wo liegt dann das Problem, wenn Drinnen die Sandler wohnen?

Und was ist kulturelles Erbe wert, wenn die erarbeitete und weitervererbte Sozialkultur eines Landes nicht einbezogen wird?

Ist es nicht kulturell der höhere Wert, wenn man man bauliches und soziales Erbe verbindet?

Reinhard Medicus
07.10.2009 17:54
Die Türme sind die Schlafkammer,

Das geräumige - wenig aufgeräumte Wohnzimmer liegt davor und mitten duchs Wohnzimmer verläuft der bekannte "Basteiweg" für die Erholungssuchenden. Die Bausubstanz ist durch Brand und Moder gefährdert, der herumliegende oder die Felswand hinuntergeworfene Müll löst sich nicht von selbst auf. Keine Probleme ?? Ja, wenn man wegschaut.

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