Landertinger hat Olympia-Medaille im Visier

6. Oktober 2009, 18:18
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Weltmeister mit neuer Waffe großer Hoffnungsträger - Vorläufig verzichtet ÖSV-Sportdirektor Gandler noch auf die Spiele in Vancouver

Hochfilzen - Mit völlig umgekehrten Vorzeichen gehen Österreichs Biathleten in die Olympiasaison mit den Winterspielen in Vancouver. Waren die rot-weiß-roten Skijäger zu Beginn der Vorsaison noch Außenseiter, die um die sportliche Anerkennung im Alpinland Österreich kämpfen mussten, so sind sie nun nach den Medaillen bei der WM in Südkorea und dem Weltmeistertitel durch Dominik Landertinger (Massenstart) gefeierte Helden.

Landertinger berichtete beim Medientag im Biathlonzentrum Hochfilzen, in seinem Heimatort, dass das Training heuer etwas modifiziert wurde. Statt langsamem Beginn und späterer Steigerung der Intensität, sei man nun bereits von Beginn an in das intensive Training eingestiegen. "Wir haben viel Grundlagenausdauer gemacht", erzählte der Weltmeister, der noch dazu ein neues Gewehr mit völlig neukonstruiertem Schaft bekam. "Das ist noch besser auf meine Person abgestimmt."

In der Vorsaison war Landertinger der Shooting-Star der Biathleten, jetzt ist er nicht nur für Olympia ein großer Hoffnungsträger Österreichs. "Druck ist sicher da, aber den hatte ich ja schon bei den Junioren, das hat sich bei den Großen nicht viel geändert", versucht es Landertinger gelassen zu nehmen. Als Ziele nennt der Tiroler eine Olympiamedaille und einen Platz in den Top Ten des Gesamtweltcups.

Eine Olympiamedaille ist auch das große Ziel für ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler, der sich aber weder auf einen Namen noch eine Mannschaft derzeit festlegen will, "weil wirklich alle sehr gut drauf sind". Aber auch der Weltcup soll nicht aus den Augen gelassen werden. In der Vorsaison erreichte Österreich in der Nationenwertung den zweiten Gesamtrang, darum dürfen beim Weltcup auch heuer wieder sieben Österreicher an den Start gehen.

Gandler, der nach dem Doping-Skandal von Turin im Jahr 2006 mit Olympia noch eine Rechnung offen hat, will sie voraussichtlich in Vancouver nicht persönlich begleichen. "Wie es zum momentanen Zeitpunkt aussieht, werde ich nicht nach Vancouver fahren. Ich werde zwar alles vorbereiten, persönlich aber wahrscheinlich auf Olympia verzichten, um einen möglichen Wirbel zu vermeiden", bekräftigte Gandler, der, obwohl unschuldig, ursprünglich vom ÖOC lebenslang für Olympia gesperrt worden war.

Wobei "Gandi" in Hochfilzen bewusst das Wort "momentan" wählte. "Es sind noch vier Monate Zeit, da kann einiges passieren. Es hängt jetzt auch von den neuen Entwicklungen im ÖOC ab. Ich will aber niemandem eine Akkreditierung für Olympua wegnehmen", sagte der ÖSV-Sportdirektor.

In der Vorbereitung blieb die erfolgreiche Gruppeneinteilung aus dem Vorjahr gleich. Unter Reinhard Gösweiner trainierten Daniel Mesotisch, Christoph Sumann, Dominik Landertinger und Fritz Pinter. Mit Alfred Eder arbeiteten Simon Eder, die Brüder Tobias und Julian Eberhart und Sven Grossegger. (APA)

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