Blasenschwäche noch immer Tabuthema

6. Oktober 2009, 17:11
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Nur ein Bruchteil der Betroffenen sucht Hilfe beim Arzt - Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) tagt in Eisenstadt

Eisenstadt - Rund 25.000 Burgenländer leiden an Blasen- oder Darmschwäche. Jedoch nur ein Bruchteil aller Betroffenen sucht Hilfe beim Arzt. Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) hat sich vor knapp zwei Jahrzehnten zum Ziel gesetzt, Patienten über die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und das Schweigen rund um die Erkrankung zu durchbrechen. Von 15. bis 17. Oktober hält die Gesellschaft in Eisenstadt ihre 19. wissenschaftliche Jahrestagung ab, im Vorfeld findet auch eine Informationsveranstaltung statt.

Die Tagung findet unter dem Motto "Gemeinsam für Kontinenz: Ärzte, Pflege und Physiotherapie im Team" statt. Allein von der Harninkontinenz ist jede vierte Frau und jeder zehnte Mann im Laufe des Lebens betroffen. Viele Betroffene ziehen sich aus Angst, ihr Problem könnte in der Öffentlichkeit, im Freundeskreis oder in der Familie bemerkt werden, zurück und vereinsamen, so Landesrat Peter Rezar (S) am Dienstag in Eisenstadt.

Behandlungsoptionen

Mit zunehmendem Alter steige die Wahrscheinlichkeit, an unfreiwilligem Harnverlust zu leiden. Bei der Behandlung wird zwischen konservativer Therapie - in diesen Bereich fallen Empfehlungen zur allgemeinen Lebensführung, krankengymnastische Behandlung und die medikamentöse Behandlung - sowie operativer Therapie unterschieden, erläuterte Walter Kuber, Vorstand der Abteilung für Urologie im Krankenhaus Oberwart.

Stuhlinkontinenz sei ein massiv stigmatisierendes Krankheitsbild, das den Patienten sowohl körperlich als auch psychisch enorm belaste und zu einer sozialen Isolation führe, so Friedrich Hofbauer, Vorstand der chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Oberpullendorf. Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich auch hier durch Umstellung der Ernährung, den Einsatz von Medikamenten sowie mittels Biofeedback und Training der Beckenbodenmuskulatur. Chirurgische Möglichkeiten bestehen etwa in der Schließmuskelrekonstruktion und einer Beckenbodenraffung. (APA)

Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ)

Beratungstelefon Tel. 0810/100 455. Informationstag für Patienten, Angehörige und Interessierte am 15. Oktober ab 16.00 Uhr, Wirtschaftskammer in Eisenstadt, der Eintritt ist frei

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