Karadzic-Prozess wird verschoben

6. Oktober 2009, 16:31
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Verhandlungsbeginn möglicherweise nach dem 21. Oktober

Den Haag - Der Völkermord-Prozess gegen den früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic beginnt später als vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag vorgesehen. Wegen Verfahrensproblemen könne die Hauptverhandlung nicht vor dem 21. Oktober eröffnet werden. Möglicherweise müsse sie sogar noch weiter hinausgeschoben werden, teilte der Vorsitzende Richter O-Gon Kwon am Dienstag bei einer weiteren Anhörung des Falls mit.

Anfang September hatte er noch den 19. Oktober als Wunschtermin für den Beginn des seit langem erwarteten Prozesses genannt. Hauptgrund für die Verschiebung ist, dass die Berufungskammer des UNO-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien bisher nicht über einen Antrag Karadzics entschieden hat, die Prozesseröffnung sogar um zehn Monate hinauszuzögern.

Der aus Südkorea stammende Richter hatte dies zurückgewiesen. Karadzic legte aber Berufung ein. Der 64-Jährige, der sich mit Hilfe von Beratern selbst verteidigt, erklärte, er benötige mehr Zeit, um Akten studieren zu können. Karadzic ist als mutmaßlicher Hauptverantwortlicher für das Massaker an mehr als 8.000 bosnischen Muslimen 1995 in der einstigen bosniakischen (muslimischen) Enklave Srebrenica angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Präsidenten der Republika Srpska Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in elf Fällen vor, darunter zwei Fälle von Völkermord. (APA)

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