Wien bekommt eigene U-Bahn-Polizei

7. Oktober 2009, 08:16
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Ab November soll 70 Mann starke Ordnungstruppe der Wiener Linien mit Lizenz zum Strafen für Ruhe sorgen

Wien - Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl macht offenbar ernst mit seiner "Ordnungspolitik". Ab 1. November soll eine 70 Mann starke Einheit im Netz der Wiener Linien als "kommunale Ordnungstruppe" unterwegs sein. Die Wiener Linien haben Dienstagabend einen entsprechenden Bericht der Wiener Zeitung bestätigt. Details könne man derzeit aber noch nicht nennen, sagte ein Sprecher des Verkehrsunternehmens.

Derzeit werden die Mitarbeiter der neuen Einheit ausgebildet, sie sollen zusätzlich zu den bisherigen Kontrolleuren und den Mitarbeitern der Stationsaufsicht tätig werden.

Einsatzgebiet soll das gesamte Streckennetz der Wiener Linien sein - also neben der U-Bahn auch Straßenbahnen und Busse. Ähnlich wie bei den Waste Watchern soll auch die neue Ordnungstruppe die Befugnis zu strafen erhalten. Das Spektrum der möglichen zu ahndenden Verfehlungen ist groß: Es reicht von Verschmutzungen über unerlaubtes Rauchen, von Hunden ohne Beißkorb und Leine bis hin zu Randalierern.

Eigene Uniform - ohne Schusswaffen

Die neue "U-Bahn-Polizei" soll in eigener Uniform mit dem Logo der Wiener Linien tätig werden - allerdings ohne Schusswaffen

Bei der Klubklausur der Wiener SPÖ in Rust Ende Februar dieses Jahres hatte Häupl angekündigt, er werde als Stadtchef dafür sorgen, dass "die Regeln des Zusammenlebens eingehalten" würden. Neben der Ankündigung, den ganztägigen Gratiskindergarten für alle Wiener Kinder einzuführen, betonte Häupl in Rust auch, die SPÖ werde dafür sorgen, dass die "Ordnung" eingehalten werde.

In einem ersten Schritt wurden die Mitarbeiter der Gebietsbetreuungen in den Bezirken ab Mai auf "Nightwatch" in die Gemeindebauten geschickt, um bei Lärmbelästigung, Schmutz und sonstigen Nachbarschaftsproblemen zu vermitteln.

Umweltstadträtin Ulli Sima schickt seit Anfang 2008 bereits 30 hauptberufliche und 270 nebenberufliche "waste watcher" durch Wien. Sie sollen gegen Hundekot, illegale Sperrmüllablagerungen und verschleppte Einkaufswagen vorgehen. (APA, stui; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.10.2009)

 

 

 

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