Gewinner: Curtze, Admont, Melchart

6. Oktober 2009, 17:00
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Der Preis des Wiener Kunsthandels wird jährlich vergeben

Wien - Bei der diesjährigen Verleihung des Kunstpreises "OscART" wurden am Dienstagabend im Kassensaal der Oesterreichischen Nationalbank Sonja Reisch (in der Kategorie "Klassischer Kunsthandel"), Heike Curtze ("Zeitgenössische Galerien"), das Benediktinerstift Admont Bibliothek & Museum ("Museumswesen") und Erwin Melchart für das Lebenswerk ausgezeichnet. Die Preisträger, die vom Wiener Gremium "Der Kunsthandel" der Wirtschaftskammer ausgewählt werden, haben laut Aussendung mit ihrer "langjährigen und beispielhaften Tätigkeit bedeutende Impulse in Kunst, Kunstvermittlung und Kunstsammeln gesetzt".

Fritz Aichinger, Spartenobmann für die Sparte Handel, würdigte Sonja Reisch als "leidenschaftliche Antiquitätenexpertin", die insbesondere im Handel mit Silber führend sei. Heike Curtze erkenne "mit wachem Auge alle Erneuerungen in dem breiten Gebiet der bildenden Kunst mit Neugier und Begeisterung", hieß es in der Laudatio von Christian Ludwig Attersee. Curtze wisse jedoch "gleichzeitig, dass die Generationen der letzten vier Jahrzehnte speziell in Österreich wichtige europäische Akzente im Bereich von Malerei und Plastik gesetzt haben."

Für seine besonderen Leistungen im Museumswesen und die Sammlung wurde das Benediktinerstift Admont Bibliothek & Museum mit dem OscART ausgezeichnet. Hochschulseelsorger Alois Kölbl, Leiter der Kunstkommission der Diözese Graz-Seckau, würdigte den Preisträger, der "auf singuläre Weise Tradition und Innovation befruchtend" verknüpfe. Seit 2003 beherberge das Benediktinerstift neben der größten Klosterbibliothek der Welt mit ihrem barocken Bibliothekssaal ein "einzigartiges Universalmuseum".

Carl Aigner, Direktor Landesmuseum Niederösterreich, ehrte den Kunst- und Kulturjournalisten Erwin Melchart, der mit dem OscART für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde: "Zweifellos zählt Erwin Melchart auch aufgrund der erstaunlichen Vielfalt seiner journalistischen Themen zu den faszinierendsten Medienpersönlichkeiten der 2. Republik. Mit hohem ethischem Anspruch versteht er seine Tätigkeit als essenzielle Arbeit der gesellschaftlichen Vermittlung und Übersetzung", heißt es im vorab verbreiteten Manuskript. "Mit ihm vollzieht sich ein heute selbstverständlicher veritabler und nachhaltiger Paradigmenwechsel im Selbstverständnis als Kunstkritiker: Es geht nicht mehr darum, selektiv ein Mentor, Lobbyist oder gar Initiator einer bestimmten Kunstrichtung zu sein, sondern in journalistisch prägnanter Weise aus kritischer Distanz das gesamte Spektrum der Gegenwartskunst zu vermitteln."

Der OscART wird jedes Jahr von einer zeitgenössischen Künstlerin oder einem zeitgenössischen Künstler neu gestaltet. Mit dem Entwurf und der Umsetzung wurde heuer der österreichische Künstler Fabian Seiz beauftragt. Der 1975 geborene Wiener Künstler hat aus Holz und Spiegelfolie das Werk "Sputnik" "zusammengeschraubt". Wie bereits in den letzten Jahren wird die Skulptur auch als Edition aufgelegt werden, produziert in einer Auflage von 30 Stück von der online Kunstzeitung artmagazine.cc, in Kooperation mit der Galerie Layr Wuestenhagen Contemporary. Die Edition ist ab dem 6. Oktober zum Preis von 690 Euro zu erwerben. (APA)

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