Magna Steyr streicht Stellen in F&E-Abteilung

6. Oktober 2009, 15:24
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Verträge von zahlreichen "Leih-Technikern" werden nicht verlängert - Produktion und Entwicklung der Karosserie für Mercedes Benz SLS AMG

Graz - Beim Automobilzulieferer und -fertiger Magna Steyr in Graz soll die Zahl der Mitarbeiter in der Abteilung für Forschung und Entwicklung (F&E) reduziert werden, wie das "WirtschaftsBlatt" in seiner Dienstag-Ausgabe meldete. Die Zeitung sprach von einer Reduktion von rund 1.100 auf 800 Mitarbeiter, was in dieser Form vom Unternehmen bzw. vom Angestelltenbetriebsrat  nicht bestätigt wurde. Es handle sich um die Nichtverlängerung von Verträgen von "Leih-Technikern". In den vergangenen drei bis vier Monaten seien dies rund 150 gewesen, etwa 120 weitere könnten noch betroffen sein, hieß es.

Laut der Zeitung laufen bestehende F&E-Aufträge aus, neue seien seit Beginn der Automobilkrise kaum zu bekommen. Im September seien zwei Großaufträge für Peugeot und Mercedes ausgelaufen, die Entwicklungsarbeit für den Mini Colorado laufe noch bis Jahresende. Angestellten-Betriebsrat Günter Pepper erklärte auf Anfrage, dass intern auch eine Reorganisation durchgeführt werde und Mitarbeiter aus der F&E-Abteilung in andere Bereiche wechseln könnten. Es handle sich jedenfalls nicht um Freisetzungen, zumindest nicht vom Stammpersonal.

Magna-Sprecher Daniel Witzani sagte, dies habe weder mit dem Opel-Deal noch mit VW zu tun. Es sei vielmehr ein Spiegel der momentanen Situation in der gesamten Automobilbranche.

Karosserie für Mercedes Benz

Eine positive Nachricht gibt es für Magna Steyr auch. In Graz wird für den Mercedes Benz SLS AMG die Aluminiumkarosserie entwickelt und produziert werden, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. Damit werden 200 Menschen beschäftigt. Das Fahrzeug soll im Frühjahr 2010 auf den Markt kommen. Demnach müsse die Produktion Ende 2009 anlaufen, sagte ein Autoexperte.

In Graz sollen die Aluminiumkarosserie inklusive der Anbauteile wie Flügeltüren und Klappen hergestellt werden. Auch die Lackierung erfolgt - mit Ausnahme einiger Sonderfarben - in Graz. Außerdem unterstützt Magna Steyr AMG bei der Entwicklung des Gesamtfahrzeugs, das bei der Automobilmesse in Frankfurt vorgestellt wurde. Das Fahrzeug soll 1.650 kg wiegen und als Coupé und Cabrio gebaut werden.

"Wir können stolz darauf sein, dass wir in Europa der einzige Automobilzulieferer sind, der die Technologie zur Herstellung einer reinen Aluminiumkarosserie beherrscht. Dies unterstreicht einmal mehr unsere führende Position bei innovativen, anspruchsvollen Technologien" wird Magna-Chef Siegfried Wolf in der Unternehmensaussendung zitiert. Mercedes Benz sei mit der G-Klasse seit 30 Jahren "ein sehr treuer Kunde". (APA)

 

 

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