WKÖ für Wachstumspaket und Strukturreformen

6. Oktober 2009, 15:00
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WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser fordert weitere Hilfen zur Stützung der Konjunktur

Bad Ischl - Weitere Hilfen zur Stützung der Konjunktur urgiert die Wirtschaftskammer: "Wir müssen weiter konjunkturstimulierende Maßnahmen setzen", forderte WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser Dienstag zum Abschluss des Sozialpartnerdialogs in Bad Ischl. Die WKÖ habe ein Wachstumspaket vorgeschlagen, erinnerte sie. Maßnahmen wie die thermische Sanierung oder der "Handwerker-Bonus" seien keine Subventionen, sondern gezielte Investitionen in Wachstum und Beschäftigung. Auch in Exportmärkte müsse investiert werden: Die stark exportorientierte österreichische Wirtschaft solle noch weiter in Wachstumsmärkte hineingehen.

Die notwendigen Strukturreformen müssten endlich begonnen werden, forderte Hochhauser. Anstelle von "Reform-Flickwerk" sollten fundamentale Grundkonzepte, die etwa im Bereich der Verwaltung bereits seit dem Österreich-Konvent auf dem Tisch lägen, angegangen werden. In der aktuellen Debatte um Lehrverpflichtungen warnte Hochhauser vor einem "Lehrer-Bashing". Stattdessen sollten die Lehrerinnen und Lehrer von Verwaltungsaufgaben entlastet werden, um sich länger den Schülern widmen zu können. Die Bildungsreform müsse in einem "konstruktiven Dialog" erarbeitet werden.

Krise nicht ausgestanden

AK-Direktor Werner Muhm sieht die Krise noch lange nicht ausgestanden. Gerade deswegen müsse die Ausbildungsgarantie gesichert werden: "Kein Junger, der eine Ausbildung braucht, steht auf der Straße", versicherte er. Leider habe die österreichische Industrie ihre Ausbildungsplätze um 40 Prozent gesenkt, kritisierte er. Muhm lobte das generelle Bekenntnis der Sozialpartner, dass 2010 kein Jahr der Konsolidierung werde.

Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB, warnte davor in den Sozialsystemen zu sparen. Gerade in Krisenzeiten neigten die unmittelbar Betroffenen zur Radikalisierung. "Sonst bekommen die Leute das Gefühl, den Banken, den Großen wird geholfen, und bei uns wird immer nur gespart". Vielmehr sei die Erwartungshaltung, dass die Gewinner der Spekulationen stärker besteuert werden sollten.

August Astl von der Landwirtschaftskammer prangerte die starken Preisschwankungen für agrarische Produkte an. Die Krise habe zu einem Preisverfall bei Agrarprodukten geführt, viele Marktpreise lägen unter dem Erzeugerpreis. Verantwortlich sei auch eine EU-weite Kaufzurückhaltung und importierte Billigprodukte. Die österreichische Landwirtschaft brauche die österreichischen Verbraucher und Nachfrage nach regional hergestellten Qualitätsprodukten.

"Jugend"fordert Diskurs

Zu Wort meldeten sich auch die "Jungen Sozialpartner": Die Jugendorganisationen der Sozialpartner fordern die Bundesregierung zu einem Diskurs mit der Generation von morgen auf, "um Österreich auch in Zukunft als wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort und attraktiven Lebensraum zu erhalten", betonten Vertreter von Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Junge Wirtschaft (JW) und Landjugend (LJ). Im Bereich Bildung müsse die Vermittlung von sozialen Kompetenzen Vorrang haben. "In der Schule müssen Talente, Neigungen und vernetztes Denken gefördert werden. Das ist für die Entwicklung der Jugendlichen und der gesamten Gesellschaft wichtiger als das derzeit praktizierte Aufzeigen von Fehlern, Schwächen und Mängeln", sagte ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Michlmayr. Sorge bereite auch, dass bei vielen Schulabgängern die "Grund-Tools" fehlten. (APA)

 

  • Anna Maria Hochhauser
    foto: wkö

    Anna Maria Hochhauser

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