Tester: "Windows Mobile 6.5 ist nicht genug"

6. Oktober 2009, 12:27
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Erste Handys kommen auf den Markt - Tester üben aber heftige Kritik am neuen System

Microsoft hat Windows Mobile 6.5 fertig gestellt und mit 6. Oktober kommen die ersten Handys auf den Markt. Mit dem Betriebssystem will Microsoft von der veralteten Version 6.1 den Sprung auf moderne Touchscreen-Handys schaffen, die nicht mehr mit einem Stylus sondern vorrangig mit den Fingern zu bedienen sind. Erste Tester der finalen Version zeigen sich jedoch enttäuscht. Gizmodos harsche Kritik: "Dafür gibt es keine Entschuldigung."

Homescreen und Startmenü

Windows Mobile 6.5 sei im Vergleich zur Vorgängerversion 6.1 nur eine oberflächliche Verbesserung. Hersteller hatten auf die 6.1-Software eigene Homescreens und Menüs aufgesetzt. Mit Titanium bietet Microsoft nun einen eigenen neuen Aufsatz, der an den Music-Player Zune erinnere. Gizmodo stellt dem Homescreen ein gutes Zeugnis aus, geht jedoch davon aus, dass viele Smartphone-Hersteller ihre eigenen Benutzeroberflächen beibehalten werden. Das Startmenü, das auf allen Windows Mobile-Handys über einen eigenen Button erreichbar sei flüssig und grundsätzlich vielversprechend, verfüge aber über zu wenig Ordnungsmöglichkeiten für die Icons. Es fühle sich eher wie ein Design-Konzept als ein fertiges Produkt an.

Browser

Der Mobile Internet Explorer 6 sei im Vergleich zum Mobile IE5 zwar eine große Verbesserung, liege aber dennoch mindestens eine Generation hinter anderen mobilen Browsern zurück. Der Seiten-Rendering sei zwar gut, aber nicht so gut wie bei WebKit-basierten Browsern.

Performance

Am restlichen System habe Microsoft gerade so viel geändert, dass man es nun mit dem Finger anstatt mit einem Stift bedienen könne. Das sei kein echtes Redesign, kritisiert Gizmodo. Die Performance sei im Vergleich zu Windows Mobile 6.1 nur minimal besser, da sich die darunterliegende Version von Window CE seit Windows Mobile 6.0 nicht verändert habe.

Marktplatz

Der neue Marketplace konnte die Tester nicht überzeugen. Das Interface sei nicht gut gelungen. Und es gebe derzeit noch zu wenige Anwendungen. Auch Microsoft-Bloggerin Ina Fried von Cnet stichelt gegen den Marktplatz. Es gebe zwar bereits eine enorme Basis an Software für Microsoft-Handys, doch die Redmonder hätten sich dazu entschlossen den App Store von Apple zu kopieren und alle von Entwicklern eingereichten Programme erst abzusegnen. Die Möglichkeit, Programme außerhalb des Marktplatzes zu beziehen, besteht weiterhin.

"Ist das genug?"

Das Fazit der Tester: Kunden werden Windows Mobile-Handys weiterhin nach der Benutzeroberfläche der Handy-Hersteller aussuchen. Seit der Veröffentlichung von Windows Mobile 6.0 seien drei Versionen von Apples iPhone, Palms Pre mit dem neuen WebOS und Googles Android erschienen. Steve Ballmer hatte vor kurzem selbst eingestanden, dass man Jahre in die falsche Richtung gearbeitete habe und Windows 7 schon viel früher fertig sein müsste. Cnet-Bloggerin Fried fragt sich, ob 6.5 genug ist, damit Microsofts mobiles Betriebssystem in einen ernsthaften Wettbewerb zu den Konkurrenten am Smartphone-Markt treten kann. (red)

  • Das Startmenü ist für Gizmodo zu unübersichtlich. 
    quelle: gizmodo

    Das Startmenü ist für Gizmodo zu unübersichtlich. 

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