Direkte Bahnverbindung Graz-Linz auf der Kippe

6. Oktober 2009, 12:13
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ÖBB bei Verhandlungen mit Land Steiermark "vorsichtig optimistisch" - IC Graz-Marburg gekürzt - Zuwächse bei S-Bahn

Graz - Noch ist nicht klar, ob es mit Fahrplanwechsel per 13. Dezember noch die beiden täglichen Direktverbindungen zwischen Graz und Linz geben wird. "Wir verhandeln noch mit dem Land Steiermark und sind vorsichtig optimistisch", erklärte ÖBB-Regionalmanager Franz Suppan am Dienstag bei der Fahrplan-Pressekonferenz in Graz. Bisher hatte die Steiermark - im Gegensatz zu Oberösterreich - eine Zuzahlung zu Fernzügen abgelehnt.

Die beiden direkten Zugpaare müssten doppelt so viele, d. h. jeweils rund 200 Reisende transportieren, damit sie sich rechnen, so Suppan. So müssten für eine Weiterführung knapp drei Mio. Euro von den Ländern kommen. Die steirische Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V) hatte bisher abgewunken, weil man genug für den Nahverkehr zuschieße und nun nicht auch noch für den Fernverkehr zur Kasse gebeten werden will. Suppan bestätigte nun, dass es eine Annäherung gebe und die Lösung möglicherweise eine Kostenbeteiligung des Landes an einer adäquaten Regionalverbindung sein könnte.

Verschlechterungen im IC-Bereich gibt es von Graz nach Marburg (Maribor): Der Zwei-Stunden-Takt, der erst im Vorjahr eingeführt wurde, wird zurückgenommen, statt 16 gibt es nur noch 13 Verbindungen zwischen den beiden Städten. Die Schuld gibt Suppan hier den Slowenischen Staatsbahnen (Slovenske zeleznice), die andere Prioritäten hätten. Auch mit den Anschlüssen ab Maribor hätte es immer gehapert. Weiter nach hinten verlagert auf einen nicht näher genannten Termin nach 2011 hat sich der Einsatz der neuen Railjets auf der Südbahn.

Positiver sind die Neuigkeiten im Nahverkehr, auch wenn Postbus-Regionalmanager Herbert Allmer das "Aus" für den "Obersteirertakt" im Busbereich verkündete: Davon seien allerdings nur einige Kurse am Wochenende bzw. in den Ferien betroffen. Nach größeren Zuwächsen mit Einführung der S-Bahn (2008 plus 17 Prozent) rechne man heuer laut Suppan mit einem Zuwachs von fünf bis sechs Prozent.

Mit Fahrplanwechsel wird der Takt Graz-Spielfeld und Graz-Bruck/Mur verdichtet, auf letzterer Strecke im Frühverkehr auf 15 Minuten. Sehr zufrieden zeigte sich der Regionalmanager auch mit dem Pünktlichkeitsgrad von 93 Prozent. (APA)

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