Rechnungshofprüfung

Politik uneins, RH-Präsident dagegen

6. Oktober 2009, 11:51

Finanz-Staatssekretär Schieder fordert eine Sonderprüfung, die ÖVP ist dagegen, die Grünen pochen weiter auf einen U-Ausschuss

Wien - Wegen der Ungereimtheiten beim Verkauf des Bundeswohnungspakets vor fünf Jahren fordert Finanz-Staatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) jetzt eine Sonderprüfung des Rechnungshofs (RH) für alle Privatisierungen des früheren Finanzministers Karl-Heinz Grasser. Sollte das Parlament nach dem RH-Bericht noch Fragen haben, "kann es diesen immer noch in einem Untersuchungsausschuss nachgehen", argumentierte Schieder im "Kurier" (Dienstag).

Klar sei, so der SPÖ-Staatssekretär, "der Sumpf, der sich da auftut, muss Schritt für Schritt trocken gelegt werden". Grasser sei jetzt "schon fast drei Jahre weg, und noch immer platzen solche Dinge auf". Wenn bei den Privatisierungen im Ausmaß von 6,2 Mrd. Euro in der Ära Grasser jedesmal ein Prozent Provision geflossen sei, "reden wir von 62 Millionen - an wen? Und vielleicht auch unversteuert?", fragt sich Schieder. Viele Grasser-Freunde würden heute noch in einflussreichen Positionen der Republik sitzen, etwa der frühere ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch "in allen möglichen Aufsichtsräten".

ÖVP dagegen

Die ÖVP lehnt die von der SPÖ geforderte neuerliche Prüfung des Buwog-Verkaufs sowie alle weiteren Privatisierungen unter Ex-Finanzmininster Karl-Heinz Grasser ab. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka betonten am Dienstag vor dem Ministerrat, dass die Privatisierung der Bundeswohnungen bereits untersucht wurde. Auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss braucht es für Mitterlehner in dieser Causa nicht, da die politische Verantwortung dafür ohnehin klar sei.

"Ich brauche die politische Verantwortung nicht zu klären, das ist eh eindeutig klar, dass die der Finanzminister gehabt hat", verwies Mitterlehner auf den damaligen, von der ÖVP ins Amt gehievten parteifreien Ressortchefs Karl-Heinz Grasser. Dass dieser von den Aktivitäten seiner Freunde Walter Meischberger und Peter Hochegger rund um den Wohnungsverkaufs des Bundes 2004 nichts gewusst haben will, kommentierte Mitterlehner mit einem lapidaren: "Man muss sich seine Freunde genau anschauen."

Auch Lopatka lehnte eine neuerliche Prüfung des Buwog-Deals durch den Rechnungshof ab. Er verwies auf einen bereits vor Jahren vorgelegten kritischen Rechnungshofbericht. "Der Rechnungshof hat vielfach einerseits die Privatisierungsvorgänge geprüft und andererseits auch den Buwog-Verkauf", so der ÖVP-Politiker ähnlich Mitterlehner, der keinen neuen Anlass für weitere Prüfungen erkennen kann.

Pröll: Bereits geprüft

Auch Ressortchef Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) kann Schieders Vorschlag wenig abgewinnen. Der Rechnungshof habe den Buwog-Verkauf bereits zweimal "auf Herz und Nieren geprüft". Nun sei die Justiz gefordert, in der Affäre für "volle Transparenz" zu sorgen.

Nicht festlegen wollte sich Pröll, was mögliche weitere Rechnungshof-Prüfungen zu Privatisierungsvorgängen aus der Ära Grasser angeht. "Wenn der Rechnungshof prüfen will, soll er das tun", so der Finanzminister. Einen Untersuchungsausschuss zur Buwog-Affäre lehnt er weiterhin ab: "Ich sehe derzeit keine politischen Verfehlungen, die im Raum stehen."

Auch Moser gegen weitere Rechnungshof-Prüfung

Auch Rechnungshof-Präsident Josef Moser hält wenig von einer weiteren Rechnungshof-Prüfung. Im bereits seit 2007 vorliegenden Buwog-Prüfbericht seien "alle Fakten und Daten" aus dem öffentlichen Bereich enthalten. Auch die Privatisierungen der ÖIAG - also etwa den Verkauf der Austria Tabak und der VA-Tech-Bundesanteile - habe der Rechnungshof bereits untersucht, sagte Moser am Dienstag vor Beginn der Verwaltungsreformgespräche im Bundeskanzleramt.

Moser betonte, dass der Rechnungshof den 2004 erfolgten Buwog-Verkauf bereits zeitnah geprüft habe. "Ich gehe davon aus, dass es keine weiteren Informationen gibt im öffentlichen Bereich", so der Rechnungshof-Präsident. Eine weitere Prüfung kann er sich daher nicht vorstellen, "außer es gibt neue Unterlagen". Eventuelle Provisionszahlungen des damaligen Buwog-Käufers Immofinanz an Freunde Grassers sind laut Moser allerdings der Prüfung des Rechnungshofs entzogen, weil sie außerhalb des öffentlichen Bereichs (nämlich durch die private Immofinanz) abgelaufen sind.

Gleichzeitig verwies Moser auf die bereits im 2007 veröffentlichten Prüfbericht kritisierten Mängel bei der Privatisierung der 58.000 Bundeswohnungen. Demnach hat der Bund beispielsweise erst nach dem Verkauf auf sein "Einweisungsrecht" für mehr als 5.000 Wohnungen verzichtet, ohne dass ihm das finanziell abgegolten worden wäre. "In diesem Fall wäre noch Optimierungspotenzial dagewesen", betonte Moser.

Grüne pochen auf U-Ausschuss

Die Grünen pochen weiterhin auf einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Verkauf der Bundeswohnungen unter dem früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Natürlich solle die Justiz ermitteln, erklärte Grünen-Chefin Eva Glawischnig am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz. Der geforderte U-Ausschuss müsse sich aber nicht nur mit der Buwog-Affäre, sondern mit dem "ganzen System unter Schwarz-Blau" auseinandersetzen, denn "Grasser stand oft im Zwielicht".

Grasser habe mit seinen Aktivitäten die "Bevölkerung verunsichert", ob sich ein Politiker "alles erlauben" könne, sagte Glawischnig. Es gehe auch um Fälle, die in der Vergangenheit weiter zurückliegen würden. "Da muss man sich einiges anschauen." Um den Ermittlungen der Justiz nicht vorzugreifen, könne man in einem U-Ausschuss auch mit früheren Fällen beginnen und die Buwog-Affäre zum Schluss bearbeiten, meinte die Grüne Bundessprecherin. (APA)

 

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also dann ...
00
8.10.2009, 12:21
k h g ist nur ein nebenschauplatz - hier gehts um das S Y S T E M - SCHÜSSEL !

dass ein flachwurzler wie khg
- fin. minister wurde (mehr ging nicht - dank khol!)
- solche "deals" durchzog
(dieser war wohl einer der lukrativsten für die käufer : frage : was wussten z.b. die wr. städtische über die provisionen ?)
- völlig unbeschadet aus der home-page-affäre herauskam
usw
usw. - hat mit der deckung durch schüssel zu tun !

auch hier wird nichts...
an ihm hängenbleiben, denn würde er verurteilt werden - oder gar (wie pfuiii) ins gefängnis kommen -
würde dies
ein e r d b e b e n in dieser republik auslösen !
und dies...
wird die ö v p (mit starker mithilfe der spö !)
zu verhindern wissen.

NUR r
der swarovski-clan schätzte khg richtig ein...
wieso - wohl ? ? ?


Etsch1
00
7.10.2009, 18:56
Wenn bei den Privatisierungen im Ausmaß von 6,2 Mrd. Euro in der Ära Grasser jedesmal ein Prozent Provision geflossen sei



Dieses Finanzgenie. verschweigt in der totalitaeren Meldung, dass die Provision von privat geflossen ist..
Macht doch nix..


Der Alte vom Berge
00
7.10.2009, 14:09
Mir scheint,...

...die Rolle Herrn Mosers etwas deutlicher Auszuleuchten ist angebracht will ma Licht auf diesen Teil des Netzwerks werfen welches der ehemalige Finanzminister in dieser Institution hinterlassen hat.

Herr Moser und Herr Grasser sind so fremd sich nicht, ned wahr ? ^^

Etsch1
00
7.10.2009, 19:05

Aha, die Justiz, den Rechnungshof etwas "ausleuchten",
da dessen Stellungnahmen nicht genehm sind ..
So kann man auch Populismus sehen

Der Alte vom Berge
00
8.10.2009, 07:21
Die Vitae des Herrn Moser,...

...sein Naheverhältniss zu Herrn Grasser sowie die Rolle dieses Mannes in jüngster Vergangenheit,insbesonders im Zusammenhang mit "Prüfungen" diverser Vorgänge welche die Handschrift des ehemaligen Finanzministers tragen sind neben zahlreichen Gesprächen im Vorfeld zur derzeit laufenden Causa weniger Politikum als Freundschaftsdienst.

Herr Moser ist nicht der Rechnungshof, Herr Moser ist Privatperson.

Von Zeit zu Zeit.

^^

Etsch1
00
9.10.2009, 03:34

Ich wüßte nix von einem Naheverhältnis Grassers zu Moser!..


Der Alte vom Berge
00
9.10.2009, 22:57
Ladens den Mann vor,...

...und Fragns Ihn nach seine Kontakte und schaun sie sich seine Telephonat an. ^^

Etsch1
00
10.10.2009, 03:01

Aha, ich soll den Mann vorladen und sein Telefonat anschauen, damit ist alles klar?

Uranus
00
7.10.2009, 04:52
Rechnungshof plus Justiz und danach U-Ausschuss

Meiner Meinung nach sollte der Rechnungshof alle Privatisierungen pruefen die er bis dato noch nicht geprueft hat und die Justiz sollte sich erst einmal mit dem BUWOG Fall beschaeftigen. Danach sollte man einen Untersuchungsausschuss einsetzen der jedoch von den Gruenen geleitet wird. Ich weiss allerdings nicht wie verhindert werden kann dass die OEVP, SPOE, FPOE wieder die Ladung von wesentlichen Auskunftspersonen (wie im Fall vom Email-Strasser beim derzeitigen Spionage U-Ausschuss) blockiert.

Gerhard Polak
00
7.10.2009, 13:12
Eigentlich sollte man Eduard Zehetner dankbar sein

dass er die Vorstandsaufgabe bei Immofinanz übernommen hat und sein Umgang mit Troubles für klare Verhältnisse sorgt. Zahlungen, die durch mit dem Buwog Deal unbeteiligte Firmen geflossen sind waren der Auftakt das dieses unappetitliche Kapitel von Verhaberung öffentlich verarbeitet wird.

Der RH Präsident sollte von diesem Blickpunkt entscheiden wann eine RH Prüfung eingeleitet wird. Ansonst ist er ein weiterer politisch Angepatzter unter Angepatzten.

4311503
00
7.10.2009, 09:54

Sowie ich den Moser gestern verstanden habe wurden ohnehin schon alle Privatisierungen geprüft und solange keine neuen Daten vorhanden sind ist eine neue Prüfung nur populistisch (oder der RH findet einen Rechenfehler;)

rohrspatz
03
6.10.2009, 15:52
warum?

findet kein spitzenkanditat, parteivorsitzender (außer von den Grünen) oder ähnliches KLARE WORTE.

Kein klares Wort zur geübten Vergabepraxis.
Kein klares Wort zu den horrenden Beraterhonoraren.
Kein klares Wort zu absurden Provosionen.
Kein klares Wort zu Unwarheiten und Lügen.
Kein klares Wort zu Betrug und Steuerhinterziehung.

LIEBE ÖVP,SPÖ,FPÖ,BZÖ
KEINE INTEGRITÄT. KEIN RÜCKGRAT

das ist alles sehr kompliziert!
 
00
7.10.2009, 21:00

No, bei ÖVP und BZÖ ist die Antwort ja naheliegend, da versteht man ja auch, warum die Gesichter soooo lang geworden sind, als sie seinerzeit nach der Wahl gesehen haben, dass sich rechnerisch keine schwarz-orange Koalition mehr ausgeht. Bei Blau? Werden's wohl noch genug mitgenascht haben, als BZÖ noch FPÖ war, sonst tät sich der HC ja zerkugeln vor lauter Schimpfen, oder sie wollen sich als zukünftiger Partner für die ÖVP positionieren.

Und die Roten? Na ja, Grasser als Lieblingsburli des alten Zeitungszaren, kaum Berichterstattung in der Krone, außer ein pro Grasser Schleimartikel vom Jeanee, keine bitterbösen Leserbriefe des "kleinen Mannes" über die Korrupten da oben, was glauben's, wird der Faymann da sagen dürfen ...

Entsetzen!
00
6.10.2009, 21:14

Ist das eigentlich der gleiche Lopatka, der den Beamten die Pensionen wegnehmen will?

Bei Karli, Maische und Hinte wäre eigentlich sehr leicht viel mehr zu holen!

cuibono
00
6.10.2009, 20:25
Weil es in der Politik

nicht um Wahrheit, sondern um Interessen geht (O-Ton Josef Broukal). Und da hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus.

rohrspatz
02
6.10.2009, 21:01
und dann wundert man sich

wenn die menschen nicht mehr wählen gehen? man unterstellt den menschen politikverdrossenheit, in wahrheit sind sie jedoch der politiker überdrüssig.

die guten, die sozialen, die ordentlichen, der vertreter des kleinen mannes - sonst um kein wort verlegen - schweigen. der boulevard - schweigt.

zum speiben

Peter Raming
 
03
6.10.2009, 15:52
Einen Untersuchungsausschuss zur Buwog-Affäre lehnt er weiterhin ab

Selbstverständlich lehnt Josef Pröll einen U-Ausschuß ab. Bei den damaligen Aktivitäten hatte schließlich die ÖVP die Regierungsmehrheit.
Wenn man da plötzlich anfängt zu untersuchen, stünden sicherlich mehr als nur Karl-Heinzi und Konsorten vor dem "Vorhang". Schließlich wurden die U-Ausschüsse zu den Themen Banken und Eurofighter nicht zufällig vorzeitig "ohne Befund" abgebrochen.

isidor99
00
6.10.2009, 14:16
Ist schon komisch,

wenn der oberste Prüfer nicht mehr prüfen will. Kommt Moser nicht auch wie Grasser von der FPÖ?

el ka
01
6.10.2009, 14:11

"Wenn der Rechnungshof prüfen will, soll er das tun", so der Finanzminister. Einen Untersuchungsausschuss zur Buwog-Affäre lehnt er weiterhin ab: "Ich sehe derzeit keine politischen Verfehlungen, die im Raum stehen."


POLITISCHE verfehlungen?

na davon seh ich genug, die ganze regierung betreibt sie seit langem...

aber gehts um die?
gehts nicht um strafrechtliche verfehlungen? oder wenigstens moralische?


warum hinterfragt das der journalist nicht?

journalistische verfehlung?

Schüssel Biograf Walter Moers
12
6.10.2009, 13:34
Die Wahrheit kommt garantiert ans Licht! - Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Eine nochmalige Rechnungshofprüfung! - Warum nicht? Da sind tolle Fachleute am Werk. Einer, der hat Finz geheißen.

Die unabhängige Justiz arbeiten lassen. Ganz unten, unter einem Stoß ist sicher noch viel Platz zum Ablegen von zu verjährenden Akten.

Oder die Einberufung eines beinharten parlamentarischen U-Ausschusses. Dafür könnte man eventuell den Herrn Kukacka aus der Pension reaktivieren.

Ich bin zuversichtlich und Grasser kann beruhigt sein. Die Wahrheit kommt ans Licht!

cuibono
00
6.10.2009, 13:20
Prüfung ohne Konsequenzen

Was nützt die strengste Prüfung, wenn es im Anschluss keine Konsequenzen gibt? Mir fällt auf die Schnelle keine RH-Prüfung bzw. kein Untersuchungsausschuss ein, bei der die Verantwortlichen für die von ihnen zu verantwortenden Missstände wirklich zur Rechenschaft gezogen worden wären. Es rauscht dann zwar immer ein bisschen im heimischen Blätterwald, aber bald wächst wieder Gras über die Angelegenheit. Irgendwie kommt mir der RH wie eine Beruhigungspille vor: klingt zwar gut, kann aber leider nicht viel bewirken und vor allem die politische (Un)Kultur hierzulande nicht verändern.

Philippe Glatz
02
6.10.2009, 13:02
die ÖVP ist dagegen

NONA

also dann ...
00
6.10.2009, 12:46
es gibt nur 2 möglichkeiten : entweder die s p ö ...

meint es ernst (was ich nicht glaube)
...dann soll sie einem u-ausschuss zustimmen
oder
sie schlägt nur ein bisserl mit beim "wellengang" der medien um ein paar punkterl`n zu sammeln,
...dann soll sie rasch die klappe halten !

also - w a s ... nun ?

Luisi Wrba
50
6.10.2009, 14:13

ihr komisches geschreibsel versteht keiner.
sorry.

also dann ...
00
6.10.2009, 16:25
verstehe...

da sie...ja keiner sind. sorry.

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