Krise am deutschen Bau hält an

6. Oktober 2009, 11:46
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Berlin - Die deutsche Bauwirtschaft sieht einer Umfrage zufolge kein Ende der Krise. Die Firmen blickten so pessimistisch in die Zukunft wie noch nie in diesem Jahr, teilten die Markit-Experten am Dienstag zu ihrer Umfrage unter etwa 200 Unternehmen mit. Nur noch fünf Prozent der Unternehmen erwarten anziehende Geschäfte. "Die Baufirmen befürchten, dass sich schlechte Marktbedingungen und ein anhaltender Mangel an Ausschreibungen weiter negativ auf die Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten auswirken könnten", hieß es. Im September erlitt der Bau erneut einen heftigen Geschäftseinbruch.

Der Markit-Bauindex stieg zwar um 0,2 Punkte auf 43,8 Zähler. Damit liegt das Barometer aber bereits den 19. Monat in Folge unter der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. "Zurückzuführen war dies den Befragten zufolge auf die Konjunkturkrise und den daraus resultierenden Auftragsmangel", erklärten die Forscher. Die stärksten Einbußen gab es im gewerblichen Bau. Bei Wohnungs- und Tiefbau fielen die Rückgänge dagegen etwas geringer aus als im August.

Rückläufige Aufträge

Den Firmen machten erneut rückläufige Aufträge zu schaffen. Zugleich stiegen die Einkaufspreise wieder so stark wie noch nie in diesem Jahr. Die Unternehmen strichen in der Folge weiter Stellen, wenngleich so wenige wie seit August 2008 nicht mehr. Die Fortführung von Kurzarbeit habe weitere Kündigungen verhindert, schrieben die Experten.

Die deutsche Wirtschaft hat sich im Frühjahr überraschend aus der Rezession gelöst, mehrere Forschungsinstitute und Banken hoben in der Folge ihre Prognosen an. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält für 2009 ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung von vier bis fünf Prozent für möglich - in ihrer Frühjahrsprognose war die Regierung noch von minus sechs Prozent ausgegangen. Aufgehellt haben sich die Aussichten zuletzt für Industrie und Dienstleister. Der Bau hinkt der Konjunktur jedoch hinterher. (APA)

 

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