Frühere Kriegsgefangenenlager unter die Lupe genommen

5. Oktober 2009, 21:49
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Aufgrund von Strafanzeige eines kroatischen Kriegsgefangenenverbandes

 

Belgrad - Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen hat in Zusammenarbeit mit der kroatischen Staatsanwaltschaft nun die Kriegsverbrechenvorwürfe eines Verbandes kroatischer Kriegsgefangenen unter die Lupe genommen. Der Verband "Vukovar 1991" hatte im Vorjahr eine Strafanzeige gegen "Unbekannte Täter (UT)" wegen Kriegsverbrechen in mehreren Gefangenenlagern auf dem Gebiet Serbiens im Herbst 1991 erstattet.

In der ostslawonischen Stadt Vukovar und Umgebung wurden nach Angaben des Verbandes, von damaligen jugoslawischen Streitkräften, vorwiegend kroatische Zivilisten gefangen genommen und in die Gefangenenlager in Sremska Mitrovica, Stajicevo und Begejci bei Zrenjanin in der Vojvodina sowie in das südserbische Nis gebracht. Dort wurden sie nach Angaben des Kriegsgefangenenverbandes misshandelt, systematisch gefoltert und verprügelt. Mindestens fünf Gefangene kamen dabei ums Leben.

Ein Spitzenfunktionär der Liga der Vojvodina-Sozialdemokraten in Zrenjanin war im August nach einem Treffen mit Vertretern des Kriegsgefangenenverbandes mit Morddrohungen konfrontiert. Aleksandar Marton hatte das Anliegen des Verbandes unterstützt, in den Ortschaften Stajicevo und Begejci Gedenktafeln anzubringen. (APA)

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