Ermittlungen gegen Bischof Williamson kommen wieder in Gang

5. Oktober 2009, 21:48
posten

Konflikt um schwedisches TV-Interview

Regensburg - Die von der Justiz in Bayern eingeleiteten Ermittlungen gegen den britischen Traditionalisten-Bischof Richard Williamson wegen Volksverhetzung kommen offenbar wieder in Gang. Nach Angaben der Regensburger Staatsanwaltschaft vom Montag liegt in dem Fall der Williamson zur Last gelegten Holocaust-Leugnung nunmehr eine Erklärung eines schwedischen Fernsehunternehmens vor. Ein Reporter aus Schweden hatte im vergangenen Jahr den siebzigjährigen Bischof der ultrakonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) im bayerischen Zaitzkofen interviewt. Dabei hatte Williamson den Massenmord an den Juden stark relativiert. Wegen rechtlicher Probleme konnte bisher der Journalist in Schweden nicht befragt werden. Nun prüfen die Ermittler das neue Schreiben.

"Ich denke, dass 200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben sind, aber nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern", hatte Williamson in dem Interview mit dem schwedischen Sender SVT gesagt. Papst Benedikt XVI. hatte im Jänner die Exkommunikation von Williamson und den drei anderen vom verstorbenen französischen Erzbischof und Konzilsgegner Marcel Lefebvre unerlaubt geweihten traditionalistischen Bischöfe aufgehoben. Gegen die vom Papst gewünschten Gespräche mit den Pius-Brüdern - von ihren Gegnern "Lefebvrianer" oder "Lefebvristen" genannt - gibt es starke Widerstände sowohl im deutschen als auch im französischen Episkopat. Die Traditionalisten haben bereits erklärt, dass es zu Fortschritten nur dann kommen werde, wenn der Heilige Stuhl "die Irrtümer anerkennt, in welche die Kirche durch das (Zweite Vatikanische) Konzil (1962-65) geführt worden ist". (APA)

Share if you care.