Obama-Berater Jones: Taliban-Rückkehr an die Macht unwahrscheinlich

5. Oktober 2009, 20:31
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"Erhebliche Fortschritte beim Kampf gegen die Taliban"

Washington - Die USA haben in Afghanistan nach Einschätzung ihres Sicherheitsberaters James Jones erhebliche Fortschritte beim Kampf gegen die Taliban gemacht. Es gebe keine unmittelbare Gefahr einer Rückkehr der Islamisten an die Macht, sagte Jones am Sonntagabend im Nachrichtensender CNN und widersprach damit der pessimistischen Lageeinschätzung des obersten US-Kommandanten am Hindukusch.

Auch die Extremistenorganisation Al-Kaida sei sehr stark zurückgedrängt worden. Von ihren Mitgliedern gebe derzeit weniger als 100 in Afghanistan, und die Gruppe verfüge dort über keine Stützpunkte. Nun gelte es, gegen ihre Rückzugsgebiete jenseits der Grenze in Pakistan vorzugehen, sagte Jones weiter. Die Äußerungen des Sicherheitsberaters von Präsident Barack Obama stehen im Gegensatz zur Einschätzung des Befehlshabers der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal. Dieser hatte die Lage in Afghanistan vergangene Woche als ernst beurteilt und gewarnt, der dortige Aufstand weite sich aus. Ein militärischer Erfolg im Kampf gegen die Taliban sei nicht sicher.

"Persönliche Einschätzung"

McChrystal habe lediglich seine persönliche Einschätzung vertreten, sagte Jones dazu im Fernsehsender CBS. Obama prüfe derzeit eine Strategie für die Region. Dazu sollten Optionen präsentiert werden und nicht vollendete Tatsachen. Ein erfolgreicher Kampf gegen die Aufständischen auf der pakistanischen Seite der Grenze könne strategische Folgen auch für die Situation in Afghanistan haben. US-Militärvertretern zufolge hat die pakistanische Regierung genug Truppen und Ausrüstung für eine baldige Bodenoffensive in Süd-Waziristan zusammengezogen, das als Hochburg der von Taliban- und Al-Kaida-Extremisten gilt.

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Afghanistan verlieren die US-Bürger zunehmend die Geduld mit dem vor fast acht Jahren begonnenen Einsatz ihres Militärs am Hindukusch. Mit einer Entscheidung von Obama über die Entsendung weiterer Soldaten oder andere Schritte wird in einigen Wochen gerechnet. (APA/Reuters)

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