Strache mit Handtasche

5. Oktober 2009, 19:32

Integrationspolitik à la Fekter ist Strache mit Handtasche

Ein Integrationsressort brauchen wir nicht, denn die Integrationspolitik ist bei Frau Fekter im Innenministerium "in besten Händen", sagt die ÖVP. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wenn es Pröll und Co mit dieser Aussage ernst ist, dann geben sie damit den Anspruch auf, eine moderne konservative Partei zu sein.

Integrationspolitik à la Fekter ist Strache mit Handtasche. Und wenn, wie es aussieht, die Bundes-SPÖ nicht entschlossen dagegenhält, dann gibt sie noch mehr auf, nämlich ihre Existenzberechtigung. Dass Integration etwas anderes ist als Kriminalitätsbekämpfung, sagen sämtliche Experten seit Jahr und Tag. In einem Land, in dem bald jeder achte (in Wien jeder dritte) Einwohner einen Migrationshintergrund hat, heißt das, aus verschiedenartigen Elementen eine Bürgergesellschaft bilden und aufpassen, dass diese nicht auseinanderfällt. Das braucht sehr viel Kompetenz, Erfahrung und Geld. In den allermeisten westeuropäischen Ländern gibt es dafür eigene Ressorts, im konservativ regierten Frankreich ein eigenes Ministerium. Wien hat ein Stadtrat-Ressort, und die darin beheimatete und für Integration speziell zuständige Magistratsabteilung 17 ist einer der wenigen Lichtblicke in der heimischen politischen Landschaft.

Wenn der Wiener Bürgermeister Häupl etwas Vergleichbares für den Bund fordert, dann weiß er, wovon er redet. Wien hat Programme, die Migranten das Nachholen von Schulbildung anbieten, vorhandene Qualifikationen auswerten, die deutsche Sprache lehren, bei Konflikten vermitteln, in Lebens-, Berufs- und Bildungsfragen beraten und zugewanderte Österreicher an leitender Stelle einbinden. Was dabei nicht funktioniert, wird sichtbar. Was funktioniert - und das ist sehr, sehr viel - sieht man nicht.

Und was hat der Bund? Ein Fremdenrecht, das so kompliziert ist und so viel Raum für Willkür lässt, dass sich selbst Spezialisten darin nach eigenem Eingeständnis nicht mehr auskennen. Eine schikanöse Integrationsvereinbarung, ein Erbteil der FPÖ-Mitregierung, die mehr mit Drohungen als mit Anreizen arbeitet. Und einen Tunnelblick, der vorrangig auf Kriminalität und Asylmissbrauch gerichtet ist. Die hunderttausenden nichtkriminellen Zuwanderer, die vielfach weit unter ihrer Qualifikation arbeiten und viel für das Land tun könnten und wollten, wenn man sie nur ließe, bleiben außen vor.

Langsam, langsam, setzt sich in der Öffentlichkeit die Erkenntnis durch, dass es zur Integration keine Alternative gibt. Aber die Regierungsparteien fürchten sich vor der Anti-"Ausländer"-Hetze von Krone und FPÖ. Würden sie wirklich Stimmen verlieren, wenn sie endlich vernünftige Integrationsmaßnahmen beschlössen? Ich glaube nicht. Natürlich haben die Leute Angst vor Kriminalität und wollen keine Nachbarn, die Lärm machen, den Müll nicht trennen und unverständliche Bräuche haben. Aber dagegen hilft Hetzpolitik am allerwenigsten. Häupl hat recht, wir brauchen ein Integrationsressort. Je schneller Faymann und Pröll das einsehen, desto mehr wird ihnen das nützen. Es gibt bessere Hände, in die man diese wichtige Zukunftsfrage legen sollte als die der Polizeiministerin. (Barbara Coudenhove-Kalergi/DER STANDARD - Printausgabe, 6.10.2009)

  • 24.5.2012
    • Menschen im Warteraum [22]

      Ein "Termin" beim Bundesasylamt. Die Asylwerber zittern vor diesen Terminen, denn da geht es um die Schicksalsfrage: abgeschoben werden oder dableiben dürfen

  • 3.5.2012
    • Piraten-Mode [91]

      In Deutschland wurde vor dem Parteitag im Zeichen der Transparenz ein Antrag im Internet diskutiert, die Hauptdiskutanten hießen crackpille und penis

  • 19.4.2012
    • Museum Wien [5]

      Wien ist schön, reich, sicher und hat eine funktionierende Infrastruktur, nur sollte "die Seele der Stadt nicht verkauft werden"

  • 5.4.2012
  • 22.3.2012
    • Staatsdiener alter Schule [25]

      Früher waren Millionäre geehrt, wenn sie mit einem Hofrat oder Minister verkehren durften - Heute hat sich das ins Gegenteil verkehrt

  • 8.3.2012
    • Die Integrationslüge [123]

      Es lohnt sich , den allgegenwärtigen Begriff "Integration" genauer zu betrachten

  • 23.2.2012
    • Kampf um den ORF, Phase 2 [11]

      Nach dem Teilerfolg der Verhinderung eines SPÖ-gestützten Büroleiters für den Generaldirektor geht die Auseinandersetzung jetzt in eine neue Etappe: eine Reform der Gremien, insbesondere des Stiftungsrats

  • 8.2.2012
    • Der Monti-Effekt [28]

      Das italienische Beispiel zeigt: Die Leute haben genug vom Populismus

  • 26.1.2012
    • Demokratie im Zwielicht [50]

      Demokratie ist von allen schlechten Lösungen immer noch die beste, meinte Churchill - Selbst daran wird derzeit gezweifelt

  • 12.1.2012
    • Symbolfiguren [24]

      Wer als Österreicherin in den deutschen Medien die Christian-Wulff-Debatte verfolgt, kann sich eines gewissen Neidgefühls nicht erwehren

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 73
1 2
Kiki Novak
10
20.12.2009, 20:08
Webseite zum Thema

http://www.mariafekter.com

freilife
00
14.11.2009, 00:14
ein wunderbarer Vergleich

Fekter = Strache mit Handtascherl

ich könnte Stunden lachen, wenns nicht eigentlich so traurig wär.

FatFaceRicky
03
6.10.2009, 17:00

Warum sollte die ÖVP da mitmachen? Zur Zeit läufts ausgesprochen gut für sie, und ein eigenes Integrationsresort kann für die Law&Order-Trademark Fekter nichts bringen, eher im Gegenteil. Die lassen sich sicher nicht ihr Thema wegnehmen.

Das sog. Ausländer-Thema brennt den Leuten seit Jahren unter den Fingernägeln. Insofern wäre es natürlich logisch, ein eigenes Ministerium bzw. Staatssekretariat einzurichten das sich dem Thema intensiv widmet. Aber es geht ja nicht darum, das Problem zu lösen. Leuten wie Fekter (und damit der ÖVP) nützt die derzeitige Situation und sie schadet der Konkurrenz (SPÖ). Schön blöd wären die Schwarzen, daran etwas zu ändern.

Sodala... da Hammas
126
6.10.2009, 16:57
schei**e was ist den hier los?

hat die FPOe heute Kompiutakurs?
Das Thema heute: rechst-rechtes Posten für Anal-fabeten

Der Ätzer
11
12.10.2009, 09:19
Danke für den Lacher!

Kabarett ist immer brauchbar!

Stimmvieh / Konsument / Staats-Burger
01
7.10.2009, 18:45

Ein fundiertes und weises Posting.

Sie scheinen ein klassischer Durchblicker zu sein.

haeferl
12
6.10.2009, 16:38
Das habe ich zu erwähnen vergessen,

man muß eine abgeschlosse Ausbildung ent-
weder als Handwerker oder z. B. Akademiker
haben.

belgma
 
22
6.10.2009, 15:22

alle schreien nach integration. aber keiner will einen dafür zuständigen?

sogar die strache-fp sudert uns doch ständig vor, dass sie ja nicht ausländerfeindlich wäre, sondern sie sich ja nur eine bessere integration der zuwanderer und asylanten wünschen würde.

warum also jetzt plötzlich ein blockieren an allen ecken und enden und von fast allen politischen couleurs? hat man womöglich gar kein echtes interesse daran, sondern fürchtet, dass das rosa integrationsmascherl vom ausländerfeindlichen packerl abgehen könnte?

und dass diese thematik bei fekter in guten händen sein soll, kann ja wohl nur ein witz sein, oder?

haeferl
518
6.10.2009, 15:13
Wenn man nach Australien

auswandern will, gibt es nach meinem Wissen( meine Kinder haben dort einige Zeit gelebt) folgende Kriterien:
Nachweis guter Gesundheit,Offenlegung der
finanziellen Mittel(denn dort gibt es keine
Mittel für Zuwanderer) familiäre Verhältnisse
(betr: Zuzug von Eltern oder Verwandten, der absolut unerwünscht ist, man darf nur
zu einem max. dreimonatigen Besuch kommen),sofortiger Besuch eines Englisch-Kurses, der vom Zuwanderer selbst bezahlt werden muß,für den Besuch von Kindergarten oder Schule hat man selbst
aufzukommen und das ist nicht billig. Ein
Studium an einer Universität kostet ein
Vermögen. Nun, dann dann kommt noch
die Krankenversicherung dazu. Und noch und
noch Kosten. Für mich wäre das auch bei uns der richtige Ansatz.

tiuri
 
00
22.12.2009, 10:42
kannst ja gerne anfangen damit...

freilife
00
14.11.2009, 00:12
mein Lieber / meine Liebe

da muss dir aber auch klar sein - mal abgesehen von den strengen Einwanderungs-Regelungen -
die staatlichen Sozial-(nicht)-Leistungen gelten dort für alle - Inländer wie Ausländer - möchtest du das auch wirklich so bei uns - oder gehörst du nur zu der "für mich alles, für die anderen nix" Ego - Fraktion.

Dietmar Bauer
00
20.10.2009, 08:26
Zuwanderung

weil diese Zahlen wenig beachtet sind: Derzeit sind bei einer Gesamtbevölkerung von 8.3 Mio 5.2 Mio (ca. 63%) zwischen 15 und 60, also im arbeitsfähigen Alter. Die Statistik Austria geht von einem Bevölkerungswachstum bis 2050 auf 9.5 Mio aus, wovon nur noch 52% zwischen 15 und 60 sind. Dabei wird von Nettozuzug von jährlich 35000Menschen ausgegangen. Stellt man die Nettozuwanderung auf Null und geht davon aus, dass die Zuwanderer nur 1 Kind pro Paar hervorbringen, fehlen 2.1Mio Menschen -> 7.3 Mio Österreicher wobei nur ca. 2.7 Mio zw. 15 und 60 sind (37%). Jeder kann sich ausmalen, was das für unser Sozialsystem heisst.

van.der.stiege
00
ja, da kommen wohl...

... ein paar harte jahre auf ein oder zwei generationen zu... aber dann ist das ärgste ueberwunden.

oder ist ihnen das jetzige system, das von jahr zu jahr ständig mehr zuwanderer benötigen wuerde um in dieser form fortbestehen zu können lieber ???

joe steele
61
6.10.2009, 20:30

und mit sowas bekommt man hier grün... wär jetzt gerade auch gerne in australien..

torch
 
05
7.10.2009, 00:24

Ich habe mir oz mal gegeben. Äußerst angenehm. Der Tankwart in der Nähe von Omeo machte die Tankstelle zu um sich mit mir über die Oper in Wien zu unterhalten, kam aus Argentinien und war ziemlich informiert. Radio gabs dort nur AM wie vielerorts, wenn es überhaupt Radioempfang gab.

Kurz, die Einwanderer verfügen über ein ausgezeichnetes Bildungsniveau und sind, egal was gearbeitet wird zumeist ausgezeichnet drauf.

Die qualitative Auslese und der Zuzug der Einwanderer, gesiebt nach Bedarf macht es einfach aus.

Österreich täte gut daran das ebenso zu halten.
und macht das Leben dort sehr angenehm.

tiuri
 
10
22.12.2009, 10:49
dein posting bestätigt mir, dass der latente rassismus hier nix anderes ist als das elitäre unbehagen gegenüber ärmere gesellschaftsschichten.

oder anders gesagt, die eugenetik des 19./20. jahrhunderts setzt sich in der integrationspolitik des 21.jahrhunderts unter kulturalistischen hintergrund fort.

Hinter dem Berg
22
6.10.2009, 16:57
Ausbildung

Es gibt aber, besonders unter den Asylanten, viel mehr Ausgebildete, als allgemein bekannt ist. Nur dürfen diese die längste Zeit nicht arbeiten.
Außerdem müssten Sie sich in Spitälern, bei der Müllabfuhr, auf dem Bau, in vielen Reinigungs - und anderen Firmen usw. umschauen und dann würden Sie bemerken, dass bei uns ohne Zugewanderte überhaupt nichts mehr läuft!!!

Stimmvieh / Konsument / Staats-Burger
01
7.10.2009, 18:43

Was bitte hat Asyl mit Zuwanderung zu tun?

Hinter dem Berg
00
7.10.2009, 23:03
Asyl

Asyl hat aber auch mit Zuwanderung zu tun. Auch Asylanten wollen hier bleiben. Leider wird bei uns alles vermischt.
Die drei Gruppen: Asylanten, Einwanderer und Gastarbeiter, die angeworben und hierher geholt wurden.

0815-Kommentar
01
6.10.2009, 16:53

zuwandern erfolgt unter geordneten umständen und ist planbar. um asyl sucht man wegen außerordentlichen, oft überraschenden entwicklungen an.

in österreich und auch in diesem artikel wird beim thema ausländer zumeist in verbindung mit asylanten und asylmissbrauch geredet. und das ist das eigentliche problem.

Sodala... da Hammas
01
6.10.2009, 16:53
nein, nein....

....wir reden hier über das Land OHNE Kängurus !!!!

haeferl
04
7.10.2009, 05:00
Nein, nein

ich habe von Zuwanderern gesprochen, nicht
von Asylanten.
Beim besten Willen, ich kann es nicht verstehen, daß ein aufnehmender Staat, die
alle möglichen Kosten der sogenannten
Integration tragen soll.
Bestimmt spreche ich nicht wie der Blinde
vom Sehen, wir sind Zuwanderer in dritter
Generation und haben uns ohne all diesen
Integraations-Schnick-Schnack integriert.

Dietmar Bauer
00
20.10.2009, 08:14
sie setzen aber voraus,

dass Österreich akzeptiert, ein Einwanderungsland zu sein. In Australien, Kanada und USA ist dem so. Dementsprechend verhalten die sich. Das offizielle Österreich leugnet das noch. Und nicht nur die FPÖ. Auch die ÖVP ist gegen eine europäische Blue Card, die genau den Zweck hat, Zuwanderer nach Kriterien zu selektieren. Auf europäischer Ebene. Wir bleiben weiter das Land der aussterbenden Gartenzwerge. Ein adäquater Vergleich wäre Kurt Gödel: Er verhungerte, weil er nichts mehr ass, aus Angst, vergiftet zu werden. Auf diesem Weg ist zur Zeit die Innenpolitik.

fibiundchillie
213
6.10.2009, 14:53
"In den allermeisten westeuropäischen Ländern gibt es dafür eigene Ressorts...

Frau Coudenhove, sagen Sie bitte auch dazu, daß die "westeurop. Länder mit den eigenen Ressorts und in F sogar Ministerium" weitaus größere Probleme mit ihren Migranten haben als wir.
DIe sind um nix besser als wir, die westeuropäischen Länder. Dort ist nur schon länger als bei uns die ... am DAmpfen.
Mir scheint, Frau C. ist schon im Wiener Wahlkampf zugange!

Lubrication
416
6.10.2009, 14:49
Fraternation mit Ungläubigen ist Islamen nicht gestattet - sagt deren oberstes Gesetz - der Koran!

Darum wollen Koranschüler dem ungläubigen Ungeziefer das Recht auf Besitz und Leben nicht zugestehen, außer als Dhimmi, ein freudig Tribut Leistender.

Wo Politiker unwissend die eigene Bevölkerung dem Dhimmistatus ausliefern, sollte Widerstand entstehen.

Demokratisch und mit Jauchefetzen.

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