Shivas Schicksalsjahre

5. Oktober 2009, 18:53
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Wie gut, dass es Mike Shiva gibt, geborener Michael Wehner, der sein Wirken in den Dienst der Lebenshilfe gestellt hat

Es gibt Zeiten im Leben, in denen guter Rat teuer ist. Um gemarterten Seelen genau diesen zu bieten, hat Puls 4 seit geraumer Zeit eine wahrhaftige Sternstunde dem Schweizer, Hellseher, DJ, Energiespender und überzeugten Kopftuchträger Mike Shiva gewidmet.

Die Zielgruppe ist clever gewählt, denn schließlich impliziert schon die Sendezeit, von 10 bis 11 Uhr vormittags, eine Tendenz zur Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Folgeproblemen. Wie gut, dass es Mike Shiva gibt, geborener Michael Wehner, der sein Wirken in den Dienst der Lebenshilfe gestellt hat und für einen Spottpreis, ab zwei Euro pro Minute, die Sorgen seiner vorrangig weiblichen Anrufer lindert. Exemplarisch für den Großteil der Anruferinnen steht Gabi, die eine Affäre mit einem verheirateten Mann pflegt und wissen möchte, wann er sich denn endlich von seiner Ehefrau scheiden lassen wird.

Mike Shiva, durch und durch Realist, rät stets zur Trennung. Schließlich ist man sich selbst doch immer noch der Nächste. Zentraler Bestandteil jeder Beratung ist die punktgenaue Ermittlung der persönlichen Schicksalsjahre, deren Bedeutung jedoch Insidern vorbehalten bleibt, denn "so genau kann man des nit sagen, aber sie liegen auf jeden Fall in der zweiten Lebenshälfte, um das 52. Lebensjahr herum".

Auch ein (kostenloser!) Blick auf Shivas Homepage lohnt sich: Kochrezepte, Einblick in das mobile Energiestudio (Wohnwagen) und alle medialen Beratungstermine stehen zu Verfügung. Mike Shivas Feinde finden auf Facebook in der Gruppe "Wetten, ich finde über 3000 Leute, die Mike Shiva scheiße finden?" bei 34.015 Mitgliedern Gehör. Jegliche Ähnlichkeit zu Oliver Kalkofe ist reiner Zufall. (Corrina Bauer, DER STANDARD; Printausgabe, 6.10.2009)

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