Die Unschulds­vermutung

5. Oktober 2009, 18:46
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Grassers ehemaliger Mitarbeiter Ramprecht wurde von der Justiz einvernommen

Ein guter Tag beginnt mit einer Hausdurchsuchung. Bei Grassers Provisionsfreunden. Die Justiz, deren Ruf stark beschädigt ist durch Inkompetenz, Flucht in Populismus und politische Rücksichtnahme der gröberen Art, steht hier unter Beobachtung. Immerhin: Noch am Sonntag, nach dem Erscheinen seiner Grasser stark belastenden Aussage im Profil, wurde Grassers ehemaliger Spitzenmitarbeiter Michael Ramprecht von der Staatsanwaltschaft einvernommen. Als nächster muss wohl Ernst Karl Plech, der FPÖ-nahe Immobilien-Großunternehmer und jetzige Grasser-Kompagnon, einvernommen werden. Er wurde von Grasser in den Buwog-Deal eingesetzt und soll dessen Wünsche energisch weitergeleitet haben. Letzte Klarheit wird aber wohl nur eine Kontenöffnung bringen, beginnend bei den Provisionsfreunderln Meischberger und Hochegger.

Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Ohne diesen Satz kommt man nicht aus bei dieser ganzen schwarz-blauen Partie. Kaum nennt man einen dieser Namen, muss man auch schon dazuschreiben: Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir leben in einem Unschuldsvermutungsstaat. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.10.2009)

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