Fans stürmen Liga-Spiele

5. Oktober 2009, 17:12
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Der Auftakt des zweiten Liga-Viertels brachte einen Zuschauer-Rekord. 48.900 Fans pilgerten ins Stadion. "Eurofighter" gut im Rennen

Wien - Österreichs Vereinsfußball boomt, sowohl international als auch national und sportlich wie wirtschaftlich. Die 48.900 Zuschauer (Schnitt 9.780) zum Auftakt des zweiten Durchgangs der Bundesliga bedeuteten neuen Saison-Rekord. Die großen Sieger der "Doppelrunde" mit Hin- und Rückspiel gegen denselben Gegner waren drei der vier "Eurofighter".

Red Bull Salzburg, Austria Wien und Rapid holten gegen Austria Kärnten, SV Matterburg bzw. SC Wr. Neustadt das Maximum von sechs Punkten. In der Tabelle gab es in der zehnten Runde nur eine einzige Veränderung. Rapid verdrängte durch das 4:0 am Sonntag in Wr. Neustadt den SK Sturm Graz, der im Steirer-Derby zu Hause gegen den Kapfenberger SV nur zu einem 0:0 kam und nun mit einem Spieler weniger Vierter ist.

Zum "Spieler der Runde" avancierte der Salzburger Marc Janko, der daheim gegen das Schlusslicht (7:1) vier Treffer beisteuerte. Während die Hausherren zum zweiten Mal in der "Bullen"-Liga-Ära siebenmal (zuletzt 7:3 am 24. Oktober 2008 gegen KSV) in einer Partie trafen, gelang Janko sein zweiter Viererpack in der Liga (zuletzt 19. Oktober 2008 in Altach 4:3), womit er sein Konto im 96. Spiel auf 67 Treffer erhöhte.

"Vier Tore sind etwas Spezielles, aber wichtiger ist der Sieg der Mannschaft", sagte Janko, der seinen Trainer auch auf andere Art und Weise beeindruckte. "Dass er den Elfermeter Vladavic überließ, hat mir am besten gefallen. Das zeigt die Stimmung innerhalb der Mannschaft. So muss es sein. Es war von uns ein Tempospiel mit und ohne Ball", meinte Huub Stevens, der dieselbe Elf wie in der Europa League gegen Villarreal aufgeboten hatte.

Dass das Schlusslicht vom Wörthersee erstmals sieben Bummerl kassiert, tat Frenkie Schinkels, wie er hinterher zugab, "unheimlich weh", weil die erste Hälfte "inferior, stümperhaft" gewesen sei. "Wenn man solche Gegentore bekommt, hat man keine Bundesliga-Tauglichkeit. Da muss man jetzt einiges interfragen", meinte der gebürtige Niederländer, der Somen Tchoyi als derzeit "besten Spieler in Österreich, noch vor Steffen Hofmann" einstufte.

Ebenso wie die meisterlichen Salzburger (6-2-0 seit 25. Juli) sind nun auch die Rapidler schon acht Runden (5-3-0 seit 26. Juli) ungeschlagen. Der grünweiße Matchwinner gegen den Neuling in Wr. Neustadt hieß Nikica Jelavic, dem bereits der zweite Doppelpack in dieser Bundesliga-Saison nach dem 23. August (4:1 LASK) glückte und der damit wesentlichen Anteil am 59. Sieg im 110. Liga-Spiel von Peter Pacult als Rapid-Trainer hatte.

"Rapid war die reifere Mannschaft, hat verdient gewonnen. Wir stehen momentan richtig gut, spielen aus der gesicherten Defensive und schalten blitzschnell um. Konkurrenzkampf im Kader beflügelt", meinte Pacult, dessen Auswärtsbilanz mit dem Rekordmeister nun positiv (22-12-21) ist. Sein Widerpart Helmut Kraft stufte das Abwehrverhalten des Gegners als "europareif" ein. Der Tiroler fand den Sieg Rapids verdient: "Die Hütteldorfer waren in allen Belangen zwei Klassen besser und unser Defensivverhalten katastrophal."

Den Pflichtsieg, der mit 1:0 letztlich zum Arbeitssieg wurde, feierte der weiterhin drei Zähler hinter den Salzburger liegende Tabellenzweite Austria Wien gegen den SV Mattersburg, der auch im 13. Liga-Anlauf im Horr-Stadion sieglos (8-5-0) blieb. "Erste Hälfte hui, zweite pfui. Vor der Pause haben wir den Gegner klar beherrscht, nachher waren die Burgenländer zumindest ebenbürtig. Entweder wir waren verunsichert oder doch müde vom Donnerstag", sagte Austria-Trainer Karl Daxbacher, der die Länderspiel-Pause zur Pro-Lizenz in Lindabrunn nützt.

Die mangelnde Chancenauswertung ist für Aleksandar Dragovic "eine Frage der Konzentration oder Nervosität", jedenfalls werde man daran hart arbeiten. Franz Lederer konzedierte Austria in Hälfte eins hohes Tempo, mit dem seine Elf nicht mithalten konnte. "Wir haben aus Abseitsposition ein billiges Tor kassiert. Nach der Pause haben wir eine Pari-Partie mit Chancen auf den Ausgleich geboten", meine der SVM-Feldherr nach der dritten Niederlage in Folge.

Für die erst zweite "Nullnummer" der ganzen Liga-Saison nach dem 0:0 zwischen Austria Kärnten und SV Ried (21. August) sorgte das Steirer-Derby Sturm Graz - Kapfenberger SV. "Wir haben nach einem schwierigen Spiel in Istanbul einen Punkt geholt. Die Kapfenberger haben mit elf Mann in der eigenen Hälfte verteidigt, da ist es immer schwer, Platz zu finden. Wir haben alles versucht", resümierte Sturm-Coach Franco Foda, dessen Schützlinge aus den jüngsten vier Runden nur einen Sieg geholt haben.

Den vierten Auswärtspunkt im fünften Spiel in der Fremde holte der KSV, der sogar einem Sieg nachtrauerte. "Ich bin nicht zufrieden, denn wenn man so eine hundertprozentige Chance hat wie der Arno Kozelsky, dann muss man die machen", ärgerte sich Trainer Werner Gregoritsch. Der Gescholtene fand die Kritik berechtigt und gab zu: "Ich hätte aufschauen und den Ball annehmen müssen. Wir hatten die Chance, zu gewinnen. Aber wenigstens haben wir einen Punkt geholt." (APA)

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    48.900 Zuschauer (Schnitt 9.780) zum Auftakt des zweiten Durchgangs der Bundesliga bedeuteten neuen Saison-Rekord.

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