"Unzureichende Beschlüsse"

5. Oktober 2009, 15:40
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Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler sieht an den internationalen Finanzmärkten schon wieder "Hütchenspieler" am Werk

Berlin - Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler wertet die internationalen Vereinbarungen von Pittsburgh zur Vermeidung künftiger Finanzkrisen als unzureichend. Durch die Beschlüsse der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) sei eine Wiederholung der Krise nicht ausgeschlossen, erklärte Köhler am Montag bei einem Festakt des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin.

"Eine solche Krise aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen muss doch der Maßstab sein, an dem wir den Erfolg der internationalen Bemühungen messen", sagte Köhler, der lange Jahre geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds war.

"Monster noch nicht auf dem Weg der Zähmung"

Auf den internationalen Finanzmärkten seien schon wieder "Hütchenspieler" zu beobachten, die auf den Rohstoffmärkten spekulierten oder undurchsichtige Derivategeschäfte verfolgten. "Ich sehe das Monster noch nicht auf dem Weg der Zähmung", warnte Köhler laut Redetext. Das Prinzip Hoffnung reiche nicht aus, um diese Gefahr zu bannen.

Ende September hatten sich die G-20-Länder in Pittsburgh in den USA darauf verständigt, Banken zu mehr Eigenvorsorge gegen Finanzkrisen zwingen. Außerdem sollen Bonuszahlungen für Bankmanager künftig nur langfristigen Erfolg eines Instituts belohnen.

Köhler sieht bei der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise auch die Europäische Union (EU) gefordert. Hier müsse mehr getan werden als die EU-Staats- und Regierungschefs bisher beschlossen hätten. "Wann, wenn nicht jetzt, wäre die Gelegenheit, das europäische Modell auch mit einer europäischen Stabilitätskultur weiter zu untermauern", fragte er rhetorisch.  (APA/Reuters)

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    Horst Köhler: "Das Prinzip Hoffnung reicht nicht aus."

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