Theater an der Wien benötigt 2,1 Mio. Euro für Verbesserungen bei der Kulissenanlieferung
Wien - Die Finanzlage der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) wird
demnächst zum Inhalt einer Sondersitzung des Gemeinderatsausschusses
für Kultur und Wissenschaft. ÖVP und Grüne haben die Sitzung
beantragt, um mehr über die offensichtlich prekäre Finanzlage der VBW
zu erfahren, so die Antragsteller. Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny sei im Kulturausschuss am Dienstag Informationen
zum drohenden Abgang bei den VBW schuldig geblieben, begründete die
Grüne Kultursprecherin Marie Ringler den Schritt.
Die Presse werde vom Generaldirektor offenbar informiert, die
Mitglieder des Kulturausschusses hätten jedoch keine Einsicht in die
aktuelle Finanzlage. Da die VBW der größte Subventionsnehmer im
Kulturbereich seien, müssten bei den offensichtlich
besorgniserregenden Zahlen die Mitglieder des Kulturausschusses über
die Fakten informiert werden. Deshalb bedürfe es der Sondersitzung
unter Anwesenheit von VBW-Generaldirektor Thomas Drozda. Die Sitzung
muss nun innerhalb der nächsten Woche vom Kulturstadtrat einberufen
und innerhalb von 14 Tagen abgehalten werden.
Im Kulturausschuss war am Dienstag ein Bau- und Investitionskostenzuschuss von 2,1 Mio. Euro für den rückwärtigen Bereich des Theaters an der Wien behandelt worden. Die Grünen hatten dem Antrag nicht zugestimmt. "Ich halte es für unverantwortlich, derartig viel Geld für die Veränderung von baulichen Gegebenheiten bereitzustellen, mit denen man bisher gut ausgekommen ist, zumal es Hinweise darauf gibt, dass die Vereinigten Bühnen Wien auf ein Zehn-Millionen-Defizit zusteuern", so die Kultursprecherin der Wiener Grünen, Marie Ringler.
Konkret sind der Einbau einer Hubbühne für den Bühnenzugang Lehargasse zum Niveauausgleich zwischen Straße und Bühne, der Einbau eines Personenlifts sowie die Umgestaltung des Vorplatzes samt Errichtung eines Vordaches in der Lehargasse geplant. Durch diese Maßnahmen würde der durch Stagione-Opern-Programm notwendige häufigere Kulissen-Wechsel erleichtert, heißt es in dem Antrag. (APA)