Zahlen, was es einem wert ist

5. Oktober 2009, 13:34
posten

Freiwillige Zahlungen funktionieren, Einnahmen unter dem Strich etwa gleich hoch

Salzburg - Im Salzburger Off-Theater "Ecce" bezahlen die Besucher nur soviel, wie ihnen die Vorführung wert war. Bei zwei seiner Vorstellungen von Shakespeares "Der Sturm" wurden Eintrittspreise verrechnet, die von den Zuschauern nach der Vorführung selbst festgesetzt werden konnten. "Das Prinzip funktioniert, wir haben ungefähr gleich viel eingenommen, wie mit den regulären Eintrittspreisen in der Höhe von neun bis 25 Euro", erläuterte Ecce-Impresario Reinhold Tritscher.

Rund 120 Besucher sind am vergangenen Dienstag im Odeon in der Salzburger Waldorfschule gesessen und haben eine Vorführung des Shakespeare-Dramas erlebt. Am Ausgang wurden die Hüte aufgehalten und insgesamt 1.200 Euro eingesammelt. "Abzüglich der diversen Freikarten und stark verbilligten Karten stimmt der Schnitt", so Tritscher. "Wenn man bedenkt, dass wir uns das teure und komplizierte Ticketing der normalen Aufführungen gänzlich sparen könnten, dann sind die freiwilligen 'Austrittspreise' auch wirtschaftlich sinnvoll", sagte Tritscher, der mit seinem Theater nicht nur künstlerisch, sondern auch durch eine Reihe anderer sozialer Aktionen einen hervorragenden Ruf in Salzburg genießt.

"Es mag die Qualität der aktuellen Produktion sein, die die Leute zum Zahlen bewegt", argumentierte Tritscher. "Aber auch in unserer Produktion von Bulgakows 'Hundeherz' vor drei Jahren haben wir das freiwillige Bezahlen mit Erfolg erprobt. (APA/red)

  • Shakespeares "Der Sturm" im Salzburger Off-Theater "Ecce".
    foto: ecce/hauch

    Shakespeares "Der Sturm" im Salzburger Off-Theater "Ecce".

Share if you care.