König von Saudi-Arabien legt sich in Konflikt um Uni mit Klerus an

5. Oktober 2009, 11:30
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Einflussreicher Scheich nach indirekter Kritik entlassen

Riad- König Abdullah von Saudi-Arabien legt sich erstmals seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren ernsthaft mit dem islamischen Klerus an. Der 1924 geborene Monarch, der in dem islamischen Königreich trotz seines hohen Alters als relativ fortschrittlich gilt, entließ am Sonntagabend Scheich Saad bin Nasser al-Shethri aus dem Rat für große Islamgelehrte.

Der einflussreiche Scheich hatte in der vergangenen Woche in einem TV-Interview erklärt, es sei inakzeptabel, dass Männer und Frauen an der im September eröffneten König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (KAUST) gemeinsam unterrichtet würden. Die Gründung der Universität geht auf eine Initiative des Herrschers zurück, weshalb die Kritik letztlich auch König Abdullah traf, der im Ruf steht, ein frommer Mann zu sein.

Die Herrschaft der saudischen Königsfamilie, die dem von ihr gegründeten islamischen Königreich den Namen Saudi-Arabien gab, geht auf einen Bund zwischen Mohammed Ibn Saud und dem sunnitischen Prediger Mohammed Ibn Abdul Wahhab (ca. 1703-1792) zurück. Die von Abdul Wahhab propagierte puritanische Interpretation des Islam (Wahhabismus) ist in Saudi-Arabien bis heute Staatsreligion. Der König trägt traditionell den religiösen Ehrentitel "Hüter der heiligen Stätten" von Mekka und Medina. (dpa)

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