Immer mehr Ärztinnen

5. Oktober 2009, 11:01
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Ein Drittel aller Ordinationen in Frauenhand - Medizinernachwuchs mehrheitlich weiblich - Work-Life-Balance entscheidend

Wien - Der Frauenanteil unter den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten steigt kontinuierlich. Fast jede zweite Ordination für Allgemeinmedizin (rund 40 Prozent) und fast jede dritte Facharztpraxis (rund 30 Prozent) wird bereits von einer Frau geführt. Dieser Trend wird sich verstärken. "Der Anteil der Turnusärztinnen liegt bei etwas über 60 Prozent. Damit ist die Medizin künftig fest in weiblicher Hand. Gerade Frauen legen aber Wert auf eine gute Work-Life-Balance. Darauf müssen wir uns in Zukunft mit Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitsgestaltung im niedergelassenen Bereich einstellen", sagte der Bundesobmann Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Günther Wawrowsky, in einer Aussendung.

Von den rund 4.900 Ärztinnen mit einer Ordination betreiben rund 2.400 Ärztinnen eine Ordination für Allgemeinmedizin, rund 2.500 eine Facharztpraxis. Bei den Fachrichtungen sind Frauen am stärksten in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der Inneren Medizin, den Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie in der Kinder- und Jugendheilkunde vertreten. "Der Trend geht dahin, dass immer mehr junge Frauen den Arztberuf ergreifen möchten. Das ist sehr erfreulich", meint auch Melitta Bohn-Rieder, Ärztin für Allgemeinmedizin und Veranstalterin des Wiener Ärztinnentages, "Allerdings ist der Anteil derzeit eher in jenen Sparten hoch, wo die Einkommen etwas geringer sind - in erster Linie in der Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde. Damit Ärztin und Mutter sein leichter vereinbar ist, brauchen wir lebensabschnittsgerechtere Arbeitszeiten, die es etwa je nach Alter möglich machen, eine zeitlang halbtags und eine zeitlang länger als die Vollzeit zu arbeiten, mit dafür geeigneten Einkommensmodellen. Dazu sind neue Kooperationsformen im niedergelassenen Bereich nötig. Außerdem müssen Aufstiegschancen in Top-Positionen in allen ärztlichen Bereichen besser werden. Seitens der Ärztekammer sind wir bestrebt, diese Ziele umzusetzen." (red, derStandard.at)

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