"Es wird ein bisschen schneller"

5. Oktober 2009, 10:46
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Turnierboss Straka will BA-Trophy auf stärkere Beine stellen, "den Platz kann man jedoch nicht revolutionieren" - Später Termin als strategischer Vorteil

Herwig Straka ist neuer Turnierdirektor der traditionsreichen Bank-Austria-Trophy in der Wiener Stadthalle. Der 43-jährige Steirer, der schon seit einiger Zeit in der Tennisveranstaltungs-Szene tätig ist, hat den Posten von Peter Feigl übernommen und will den Event künftig auf noch stärkere Beine stellen. Straka hofft, dass die Zusammenarbeit mit der Bank Austria auch über 2010 hinaus aufrecht bleibt und strebt dank zusätzlicher Attraktionen künftig eine täglich volle Stadthalle an.

Mit welchen Visionen gehen Sie an die neue Aufgabe heran?

Herwig Straka: "Die Vision ist, dass Wien als Weltstadt weiterhin ein sehr zugkräftiges und bedeutendes ATP-Turnier hat. À la longue werden sich Turniere wahrscheinlich mehr und mehr auf große Städte reduzieren, weil einfach der Sponsor- und der wirtschaftliche Markt dort am ehesten vorhanden ist. Wirtschaftlich wollen wir das Turnier auf noch stärkere Beine stellen, und wollen dem Publikum in Zukunft ein bisschen mehr bieten, dass die Hallen vielleicht sogar täglich voll sind"

Dazu benötigt man aber auch Top-Spieler, mit denen man das Turnier promoten kann.

Straka: "Del Potro ist ein gutes Beispiel. Den haben wir vor sechs Monaten verpflichtet, weil vorauszusehen war, dass er eine bedeutende Rolle spielen wird in Zukunft. Dass er die US Open gewinnt, ist ein Zuckerl. Wir werden auch in Zukunft immer wieder auf solche Spieler setzen. Vielleicht schaffen wir auch, den einen oder anderen Top-5-Spieler rechtzeitig für die Trophy zu verpflichten. Der Termin ist ein sehr guter, relativ zeitnah zu dem Finale in London und das ist strategisch sehr wichtig, weil es gibt viele Turniere unserer Kategorie, wo man nicht einmal die Chance hat, einen guten Spieler zu bekommen. Wenn es die wirtschaftliche Basis gibt, werden wir natürlich auch in diese Spieler investieren."

Wirtschaftliche Basis in Zeiten der Wirtschaftskrise - Wie sieht denn die Zukunft aus, wird es die Bank-Austria-Trophy ganz sicher 2010 geben?

Straka: "Die Trophy wird es sicher geben, sie wird zu einem hohen Wahrscheinlichkeitsgrad auch Bank-Austria-Trophy heißen, weil die Bank Austria eine Absichtserklärung abgegeben hat. Die Bankenkrise sollte angeblich noch ein bisserl länger dauern, aber wir werden versuchen, aus anderen Bereichen Leute zu motivieren. Man merkt schon, dass Sponsoring gerade in diesen Zeiten mehr an Bedeutung gewinnt. Jetzt sucht man Möglichkeiten und Wege, um die Konsumenten direkt anzusprechen, da ist Sponsoring vielleicht sogar ein besseres Mittel als ein Inserat zu schalten zum Beispiel."

Zuletzt hat es immer wieder Diskussionen um den langsamen Belag in der Stadthalle gegeben. Wird es da Änderungen geben?

Straka: "Es gibt heuer leichte Anpassungen und es wird ein bisschen schneller. Man kann den Platz nicht revolutionieren, man kann es auch nicht allen Spielern recht machen. Wenn wir Aufschlagspieler haben wollen, werden wir ihn in Zukunft auch schneller machen müssen."

Heuer ist es Del Potro - Wen wünscht sich denn der neue Turnierdirektor für die Zukunft?

Straka: "Das ist noch zu früh. Es bietet sich jetzt, außer dem Del Potro, keiner an, wo man sagt, der wird nächstes Jahr durchstarten. Es gibt ein paar Junge, die interessant sind, wie zum Beispiel auch John Isner. Wir brauchen Spieler, die Charaktere haben, Monfils ist auch immer ein Thema. Ob er Top 5 wird, ist noch unklar, aber die Leute kennen ihn."

Der frühere Turnierboss Leo-Günther Huemer ist nur noch kurz im ATP-Tour-Board vertreten. Wollen Sie seine Nachfolge antreten?

Straka: "Das ist das Ziel, allerdings ist es eine Wahl. Wir haben in New York sehr heiße Diskussionen gehabt, in punkto Positionierung der Turnierkategorien. Die Entscheidung fällt Mitte November."

Die ATP hat einige Umstrukturierungen vorgenommen, Wien ist in der 250er-Kategorie im Kalender. Ist der Termin aber nicht eigentlich wichtiger?

Straka: "Der Termin ist einmal das wichtigste, aber die Einteilung ist natürlich insofern wichtig, weil es für die Spieler eben gewisse Verpflichtungen gibt oder eben keine Verpflichtung. Und bei 250ern sind die Verpflichtungen relativ niedrig zur Zeit, das wollen wir erhöhen. De facto ist es aber der freie Markt, es geht um Startgeld."(APA)

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