Constantini-Interview

"Ich muss ja meinen Kopf hinhalten"

5. Oktober 2009, 10:30
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    foto: apa/ schlager

    Der Teamchef spricht: "Ich habe eine Mannschaft, die zuletzt gut gespielt hat, da ist es schwierig, einen wegzugeben."

Teamchef Constantini will von "Causa Ivanschitz" nichts mehr hören, hat "dafür sowieso keine Zeit" - Gruppen-Endrang drei als Ziel vor den abschließenden WM-Quali-Spielen

Seefeld - Österreichs Fußball-Teamchef Dietmar Constantini hat am Montag mit der ÖFB-Auswahl das Training für die letzten zwei Pflichtspiele bis September 2010, dem Start der EM-Qualifikation, aufgenommen. Im Interview sprach der Tiroler nicht nur über die Chancen gegen Litauen und Frankreich, sondern unter anderem auch über die "Causa Ivanschitz", die "subjektive Ungerechtigkeit" bei der Kaderzusammenstellung und seine Taktik-Philosophie.

Wie sehen die Ziele für die Spiele gegen Litauen und Frankreich aus?

Constantini: "Einige glauben, Litauen kann man im Vorbeigehen schlagen, aber das ist nicht so. Wir müssen eine Top-Leistung bringen, um zu punkten, das wäre wegen Platz drei wichtig. Auswärts gegen die Franzosen sind wir krasser Außenseiter, da werden wir schauen, dass wir uns gut verkaufen. Die ursprüngliche These, dass wir in Rumänien gewinnen, dann sowieso gegen Litauen und auch noch in Frankreich siegen - das ist eine Sensation, dass man überhaupt auf so etwas kommt."

Wie zufriedenstellend wäre der Endrang drei in der WM-Qualifikation für Sie?

Constantini: "Es bedeutet zwar keine Qualifikation für die Relegation, aber es ist als Erfolg zu werten, wenn man aus dem fünften Topf kommt und die Gruppe als Dritter beendet."

Über die Mannschaft, die Rang drei schaffen soll, wurde zuletzt viel diskutiert, vor allem wegen der Nicht-Berücksichtigung von Andreas Ivanschitz. Was sagen Sie zu seinen Aussagen?

Constantini: "Zu diesem Thema will ich eigentlich überhaupt nichts mehr sagen. Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich nicht lüge. Aber dafür habe ich sowieso keine Zeit, ich muss mich mit den zwei nächsten Partien beschäftigen und mich mit den Spielern auseinandersetzen, die dabei sind."

Kein Ivanschitz, dafür zum Beispiel Napoli-Reservist Hoffer - nach welchen Kriterien nehmen Sie die Kaderzusammenstellung vor?

Constantini: "Was da passiert, ist eben die subjektive Ungerechtigkeit. Ich habe eine Mannschaft, die zuletzt gut gespielt hat, da ist es schwierig, einen wegzugeben. Ich kann nicht immer das Normale entscheiden, ich muss ja meinen Kopf hinhalten und stehe auch zu Hoffer."

Nach Ihrer Verlängerung sind Sie wohl zumindest noch zwei Jahre Teamchef. Wie sieht Ihre Vision von der Nationalmannschaft im Herbst 2011 aus?

Constantini: "Visionen sind immer schwierig. Bei Vereinsmannschaften ist es leichter, da hat man die Spieler jeden Tag beisammen."

Sollte das Nationalteam zum Beispiel in zwei Jahren in einer Verfassung sein, in der man in einem Heimspiel wie jetzt gegen Litauen klarer Favorit ist?

Constantini: "So ein Standing bekommt man in dieser Zeit nicht zusammen. Das kriegt man nur über eine erfolgreiche Qualifikation. Es gehören Erfolge her, und was haben wir gehabt? Wir haben Rumänien und die Färöer geschlagen. Aber eigentlich brauche ich solche Ausgangspositionen eh nicht, denn zwischen Selbstvertrauen und Überheblichkeit ist es eine Gratwanderung."

In Ihrer noch relativ kurzen Zeit als Teamchef haben Sie schon vielen Spielern die Chance gegeben, die Auswahl an potenziellen Team-Kickern wurde dadurch größer. Haben Sie dadurch auch die Qual der Wahl?

Constantini: "Mir ist es lieber, ich habe so einen großer Kader als umgekehrt. Und ist es etwas Schlechtes, dass ich viele Junge eingesetzt habe? Einige Oberg'scheite sagen halt immer, es ist populistisch, wenn ich einen 18-Jährigen nehme. Doch mehr Spieler stehen nur zur Auswahl, weil ich Junge in die Mannschaft genommen habe, mit denen keiner gerechnet hat."

Noch vor wenigen Jahren wurde im österreichischen Fußball von einer "verlorenen Generation" gesprochen. Hat man es derzeit als österreichischer Teamchef leichter, weil die Nachwuchsprogramme schon greifen?

Constantini: "Das mit der verlorenen Generation kann man vergessen. Es gibt immer Naturtalente, die sind nicht aufzuhalten. Die Frage ist, ob man sie in die Mannschaft gibt oder nicht. Ich will mich in dieser Hinsicht nicht loben, aber wenn ein anderer da sitzt, holt er den einen oder anderen nicht nach vier Spielen in der Bundesliga."

War es Ihr Plan, in Ihren ersten Monaten als Teamchef viele Junge zu holen, um mehr Alternativen zu haben, um dann mit Beginn der EM-Qualifikation einen echten Stamm zu haben?

Constantini: "Nein, ich habe einfach bei den Liga-Spielen zugeschaut. Bei Sturm sehe ich einen Beichler und denke mir, der ist schnell und technisch gut. Dann sehe ich einen Jantscher und denke mir, der kann keine Muskelverletzung haben, weil er nur Sehnen und Knochen hat, aber auch sehr stark ist und links und rechts gleich gut schießt. Dann sehe ich einen Pehlivan, der spielt, als wäre der Ball eine heiße Kartoffel. Dragovic habe ich von der Austria schon gekannt, und dann habe ich sie eben alle genommen."

Steht das Nationalteam im Moment so da, wie Sie es sich wünschen?

Constantini: "Es ist genau in dem Zustand wie erhofft. Die Stimmung passt. Jeder ist froh, wenn er dabei ist. Es gibt immer da und dort Verbesserungsmöglichkeiten, aber darüber rede ich nicht, weil das einzelne Spieler betrifft."

In Ihren bisherigen Länderspielen haben sie - vor allem nach der Stärke des Gegners ausgerichtet - verschiedene Systeme spielen lassen. Gibt es eine taktische Grundformation, die Ihnen am meisten zusagt?

Constantini: "Ein 3-5-2 könnte ich nicht mehr spielen lassen, denn die Seitenspieler können nicht gegen Zwei spielen, sie können nur entweder hinten zumachen oder vorne flanken. Doch ein 4-4-2 oder 4-5-1, das ist im Grunde egal. Wenn wir verkehrt zum gegnerischen Tor stehen, sind wir weg. Mir ist es lieber, wenn die Spieler von hinten kommen. Es kann schon sein, dass ein Verteidiger einen Flügelspieler überholt, aber dann muss der Flügelspieler zurückgehen."

Wäre es in Österreich sinnvoll, so wie in den Niederlanden ein System einzuführen, das überall vom Nachwuchs bis zur Kampfmannschaft praktiziert wird?

Constantini: "Das kann man in einem Verein machen, aber für ganz Österreich funktioniert das nicht. Jeder Club hat eine andere Philosophie. Außerdem: Welche Instanz soll das bestimmen? Die gibt es in Österreich nicht." (APA)

Kommentar posten
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charley franchini
00
13.10.2009, 11:45

wahnsinn nochmal. das ist ja ein NULL interview!

DC und APA raus!

charley franchini
00
13.10.2009, 11:44

mmh. erfolg hin oder her. fuer die depperten in sich widerspruechlichen und wertlosen antworten allein muesste er schon gehen. "die leute die mich kennen wissen..." ist immer ein schuldeingestaendnis. und um an einer vision zu arbeiten ist es von vorteil, die spieler nicht taeglich zu sehen. usw usf. haette man aber auch aus journalistischer seite mal nachfragen sollen und nicht nur automatisch beim ivanschitz thema nachhaken.

Lichtfreak
00
11.10.2009, 10:47
und dann habe ich sie eben alle genommen.

Wer will noch mal oder hat noch nicht?

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
00
7.10.2009, 15:29
Den Kopf hinhalten fällt nicht schwer,

angesichts des fürstlichen Honorars...

karajan33
00
7.10.2009, 22:58

vor allem wenn anscheinend nix drin ist, wie sich tag für tag herausstellt

Ich bin verdammt schlau, daher poste ich
14
7.10.2009, 12:34
Ivanschitz war vor einem Jahr keine Flasche...

...und er ist heute kein Weltklassekicker. Auch wenn es der Sportschau- Moderator gerne sagt, aber Weltklassekicker gibts in der Bundesliga nur beim FC Bayern, zumal Diego jetzt in Italien spielt.

Constantinis Elf konnte in jedem Pflichtspiel überzeugen. Langfristig gehört er in den Kader, keine Frage, aber auch nur dann wenn es charakterlich passt. Ich glaube der Trainer lügt nicht und kann es sehr wohl erkennen wenn ein Spieler die Teamchemie durcheinanderbringen würde. Ivanschitz hat seine stärken aber es ist nicht so dass er uns so abgehen würde wie seinerzeit Scharner oder Pogatetz.

freeye
01
7.10.2009, 14:29
in jedem?

die spiele gegen rumänien waren mies. beide.

sweet maker
 
02
7.10.2009, 10:01
muss sich der a.i. noch einem unterwerfungsritual wie ein hund der sich auf den rücken dreht unterziehen?


tro**l

so go
00
11.10.2009, 17:09
erschreckend gutes bild... brillant !!!

Frizzl
64
7.10.2009, 06:05
Lächerlich.

Der Teamchef hat sich gegen Andi Ivanschitz entschieden und das muss respektiert werden! Er geht konsequent seinen Weg, setzt auf junge Spieler, die derzeit international sehr erfolgreich sind und damit liegt er nicht falsch. Sowohl in der Euroleague als auch in der Nationalmannschaft können und werden sie sich weiterentwickeln. Wenn der Ivanschitz lernt sich unterzuordnen und weiter seine Leistung in Deutschland bringt, führt eh kein Weg an ihm vorbei, aber derzeit werden andere Spieler forciert. So what?

Darkk
11
6.10.2009, 23:03
Kopf hinhalten?

Der Mann hat doch nen Freibrief für die nächsten Jahre bekommen ^^

DTK
00
7.10.2009, 12:20
"Ich muss ja meinen Kopf hinhalten"

...das Schlimmst was ihm passieren kann ist, dass er zwei Jahre gut bezahlt spazieren (bzw. golfen) geht.

Das schöne Ostpreußen
 
12
6.10.2009, 20:18

Stattdessen wird er jetzt in einem Anflug von Hochstimmung (man könnte auch Hochmut sagen) vergrault und auf das Abstellgleis geschoben. Das wird sich noch rächen, wage ich zu behaupten. Hochmut kommt bekanntlich oft vor dem Fall.

mief quirl
00
7.10.2009, 13:46

Das entspricht doch der österreichischen Seele, stetig pendelnd zwischen Größenwahn und Minderwertigkeitskomplex.

Das schöne Ostpreußen
 
15
6.10.2009, 20:16

Kurzum, für mich ist das eine Frage des Anstandes, wie man mit einem Spieler umgeht, der in der Vergangenheit im Nationalteam oft enttäuscht haben mag, der aber auch viel zu früh zum Kapitän und Leader gemacht wurde und das Pech hatte, in einer Generation von Unfußballern "aufgewachsen" zu sein.
Immerhin hat er sich in der schlimmsten Zeit nicht aus dem Team davongestohlen, in seiner Person hat sich oft Kritik kulminiert, die auf die Mannschaft als Ganzes bezogen war und die allein er (und Hicke) abbekommen haben.
Man kann nur hoffen, dass Anstand, Respekt und Ehrlichkeit wieder Einzug halten. Auch die Jungen werden noch Schwächephasen haben, verletzt sein etc. und dann wird man froh sein, einen AI zu haben.

freeye
11
7.10.2009, 14:30
ivanschitz

war fast immer einer der besten. enttäuscht haben da ganz andere.

Das schöne Ostpreußen
 
11
6.10.2009, 20:11

Dann kann man aber davon ausgehen, dass es ein Tanz auf der Rasierklinge wird. Wenn der Erfolg in nächster Zeit ausbleibt, wird die Kritik und der mediale Druck unermesslich werden. Wenn sich Erfolg einstellt, hat DC gewonnen.
Aber dieses Herumgeeiere, diese Ausredensuche, warum er ihn nicht einberuft, ist unerträglich und unwürdig und auch der Person AI gegenüber unfair und unangemessen. Wahrscheinlich wartet er darauf, dass der Andi selbst das Handtuch schmeißt. Letztlich wissen wir doch alle, dass DCs Entscheidung bereits vor dem Gespräch feststand. Die schwammige Art und Weise, wie er jetzt eine vermeintliche Begründung findet, ist unwürdig.
Gestern war es Manninger, heute Ivanschitz und morgen sind andere an der Reihe.

Das schöne Ostpreußen
 
11
6.10.2009, 20:07

Momentan steckt DC in einer Lose-lose-Situation. Egal, wen er beruft bzw. daheim lässt, immer wird sich wer finden, der sich über die Medien beschwert und ungerecht behandelt gefühlt. Und von diesem Gestichele leben die Medien, die wiederum die Diskussion am Leben halten wollen, schließlich leben sie davon. Siehe hier bereits weit über 1000 Beiträge bei allen der letzten 3 Ivanschitz-Artikel zusammengenommen.
Um es klar zu sagen, ich würde AI natürlich berufen. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Oder aber DC (das stand früher mal für David Coulthard) macht klar Schiff, stellt sich hin und sagt "ich möchte mit dem Schmu der vorherigen Ära endgültig abschließen und dafür steht für mich personifiziert der Andi"...

Arma Geddon
32
6.10.2009, 19:48
bevor andrea wieder einmal im team spielt,

sollte sie lernen mit krisen umzugehen und eine solche einaml zu bewältigen. bis jetzt ist sie immer nur davongelaufen, wenn es einmal nicht so richtig lief (sbg, pan,). wie kann sie so jungen spielern helfen und ein vorbild sein - ich glaub, sie würde viel mehr kaputt machen, als sie bringen würde.

Alfred Moosbrugger
11
6.10.2009, 17:12

Kann man es sich in Österreich wirklich leisten, Spieler, die in einer internationalen Klasseliga regelmäßig zum Zug kommen, bei der Einberufung zu übergehen? Ich denke nicht.

Interista81
02
6.10.2009, 17:23
frag das mal den Hicke ;-)

freeye
00
7.10.2009, 14:31
scharner hat von sich aus

gesagt, dass er net spieln will

und dann is er zurückgekrochen, weil er nen neuen verein wollt.

3636663
01
6.10.2009, 17:58
"..die Richtigen.."

Mr White
14
6.10.2009, 15:47
Teamchef Constantini will von "Causa Ivanschitz" nichts mehr hören

Wird er aber muessen. Auch jeder andere Spieler der sich in Top Form befinded sollte im Nat Team spielen. Versteh eh nicht ganz was das soll team aufbauen. Fuer mich sollten die besten spieler auf ihrer position spielen. Und im training sieht man dann wer mit wem am besten kann. Team aufbauen bei einem Club ok. Aber das nat team geht von einem spiel ins andere.

AI war die letzten jahren eher zu unrecht schleifen traeger im Team und auch bei dem ein oder anderen spiel zuviel am platz. Aber wie auch immer jetzt hat er einen guten lauf in einer guten liga. Ist entlich zum Fuehrungs spieler gereift und was geht ab?
Er spielt keine rolle mehr!

Wer leidet mehr der Fussball Fan oder das ego vom DC?

Mr Pink
05
6.10.2009, 13:11
Haette er bei Rapid unterschrieben

Wuerde er die schleife tragen und von beginn an dabei sein wetten!

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