AI Airports, PI Power und Meinl Bank einig

5. Oktober 2009, 09:59
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Meinl Bank und Rebellen zünden Friedenspfeife an

Nach langen Streitigkeiten haben die Meinl Bank und die streitbaren Investoren eine unverbindliche Vereinbarung getroffen, um offene Ansprüche zu bereinigen. Die Bank soll die unverkäuflichen Beteiligungen bekommen. 

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Wien - Die Meinl Bank und die streitbaren Aktionäre ("Rebellen") begraben ihr Kriegsbeil. Nachdem die Rebellen im Vorjahr die beiden ehemaligen Meinl-Unternehmen Power International (PI) und Airports International (AI) übernommen haben, hatten sich beide Seiten mit Klagen in Millionenhöhe eingedeckt. Jetzt soll Frieden geschlossen werden. Wie am Montag mitgeteilt wurde, habe man am 3. Oktober eine unverbindliche Vereinbarung über eine Bereinigung der offenen Ansprüche und Verfahren getroffen.

Details zu diesem Vergleich wurden vorerst nicht bekannt. Wie der Standard erfahren hat, soll die Meinl Bank die bisher unverkäuflichen Energie- und Flughafenbeteiligungen zurückkaufen. Vor allem die Flughafenbeteiligung in Parma gilt als unverkäuflich, "weil es ein Investitionsversprechen von mehr als 100 Millionen Euro gebe", sagte ein Involvierter. Daher sei das Projekt für Investoren - und vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise - nicht interessant.

Auch die Beteiligung an dem Flughafen-Entwicklungsprojekt Sochaczew in Mittelpolen lockt keine Investoren an, dem Vernehmen nach soll das Projekt gestoppt werden. Verkauft werden konnte bisher nur die Beteiligung am türkischen Flughafenbetreiber TAV. Die Aktien wurden im April über die Börse abgegeben. In Summe verfügt AI damit noch über vier Flughafenbeteiligungen und ist als Finanzinvestor bei drei weiteren Projekten dabei.

Im Energie-Bereich läuft der Verkauf der Assets offenbar besser. Erst vor wenigen Tagen hat das PI-Management mitgeteilt, dass die beiden in Betrieb befindlichen Solarprojekte in Spanien - Solon und Almeria - um 87,5 Mio. Euro verkauft wurden. Der Deal wurde gar als "Meilenstein" bezeichnet, weil die beiden Projekte die überwiegende Mehrheit an unbaren Vermögenswerten der PI dargestellt haben - mit einer Kapazität von rund 30 Megawatt.

Problembeteiligungen soll es aber auch bei den Energie-Projekten geben. Das Gaskraftwerk im ungarischen Vásárosnamény etwa soll vom alten Meinl-Managment "viel zu teuer gekauft" worden sein. Zudem soll es in Ungarn nicht gerade wenig Kritik an dem Projekt geben. Daher soll auch diese Beteiligung zurück zu Meinls wandern.

Wie viel die Meinl Bank für all diese Beteiligungen zahlen wird, ist noch offen. "Die Projekte müssen wegen der Wirtschaftskrise alle neu bewertet werde", heißt es aus der Bank. Das könne zwei bis drei Monate dauern. Zuletzt wurde kolportiert, dass die Meinl Bank für den Vergleich deutlich mehr als 30 Millionen Euro zahlen werde, was ungefähr der Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises entspreche.

Der weitere Fahrplan für PI und AI sieht so aus: Nachdem die Assets verkauft sind, werden beide Unternehmen - wie bei den außerordentlichen Hauptversammlungen im April beschlossen - liquidiert. Die Erlöse werden an die Inhaber der AI/PI-Zertifikate ausgeschüttet. Sie hatten im Zuge der Liquidierung Ende Mai aus einer Kapitalrückführung bereits 4,60 Euro (PI) bzw. 2,25 (AI) erhalten. Im November/Dezember soll es eine weitere Kapitalrückführung geben. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.10.2009)

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    Meinls und Rebellen wollen sich vergleichen. Die Bank soll dafür zahlen.

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