Fünf Tote bei Anschlag auf UN-Büro in Islamabad

5. Oktober 2009, 17:38
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UN stellen Aktivitäten in Pakistan ein - Zahlreiche Verletzte

Islamabad - Ein als Polizist verkleideter Selbstmordattentäter hat sich in der stark gesicherten Zentrale des Welternährungsprogramms (WFP) in Islamabad in die Luft gesprengt und dabei mindestens fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Etliche Personen wurden bei der Explosion im Empfangsbereich der WFP-Vertretung am Montag verletzt, wie die pakistanische Polizei und Rettungskräfte berichteten. Aus dem Gebäude stieg Rauch auf, zahlreiche Fensterscheiben waren zu Bruch gegangen.

Zu den Hintergründen war zunächst nichts Näheres bekannt. Als Urheber wurden aber Kämpfer der Taliban oder der Al Kaida vermutet, die immer wieder Anschläge auf ausländische Einrichtungen verüben. Ein Polizeisprecher sagte, der Attentäter sei zwischen 22 und 25 Jahre alt gewesen. Unter den Opfern seien zwei Pakistanerinnen und ein Iraker, der für das WFP gearbeitet habe. Zwei der Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Angreifer uniformiert

Innenminister Rehman Malik zufolge trug der Angreifer eine Uniform der paramilitärischen Polizei. Er habe eine Wachmann gefragt, ob er das Gebäude betreten könne, um dort auf die Toilette zu gehen, erklärte Malik. Der Attentäter trug rund demnach acht Kilogramm Sprengstoff bei sich.

Das WFP erklärte wenige Stunden nach dem Annschlag, dass alle Büros in Pakistan vorübergehend geschlossen würden. Der stellvertretende Exekutivdirektor in der Zentrale der Organisation in Rom, Amir Abdulla, zeigte sich erschüttert. "Das ist eine schreckliche Tragödie für WFP und die gesamte humanitäre Gemeinschaft in Pakistan", sagte er. "Diese Menschen haben den Armen und Bedürftigen in Pakistan im Kampf gegen den Hunger beigestanden."

Als Teil eines Nothilfeprogramms verteilt das WFP nach eigenen Angaben etwa lebenswichtige Nahrungsmittel an zwei Millionen pakistanische Zivilpersonen, die von dem Konflikt im nordwestlichen Swat-Tal vertrieben worden waren.

Ban verurteilt Anschlag

 UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den Selbstmordanschlag auf das Büro des Welternährungsprogramms in Pakistan in scharfen Worten verurteilt. Es handle sich um ein durch nichts zu rechtfertigendes "schändliches Verbrechen", sagte Ban am Montag vor Journalisten in Genf. (APA/AP)

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    Ein Polizist entlang der Mauer des WFP-Büros in Islamabad kurz nach dem Anschlag.

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