Todesursache des Ex-Finanzministers weiterhin unklar

5. Oktober 2009, 16:08
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Polizei kündigt weitere Untersuchungen an

Tokio - Die Todesursache des früheren japanischen Finanzministers Shoichi Nakagawa, der im Februar nach Trunkenheit im Amt zurückgetreten war, ist auch nach einer ersten Autopsie unklar. Wie japanische Medien am Montag meldeten, stellten Gerichtsmediziner bei der Leiche Herz-Kreislauf-Auffälligkeiten sowie Rückstände von Alkohol fest. Dies erkläre aber nicht den Tod des Ex-Ministers. Die Polizei kündigte weitere Untersuchungen an, die mehrere Tage in Anspruch nehmen könnten.

Laut der Nachrichtenagentur Jiji Press hatte Nakagawas Ehefrau die Leiche des 56-Jährigen am Sonntag in der gemeinsamen Wohnung in Tokio gefunden. Der tote Ex-Minister lag in einem Bett auf dem Bauch inmitten von Erbrochenem. Auf dem Nachttisch lagen Schlaftabletten. Hinweise auf Gewalteinwirkung gab es nicht, jedoch wurde zunächst auch kein Abschiedsbrief gefunden.

Der Finanzminister der inzwischen abgewählten konservativen Regierung sorgte im Februar international für Aufsehen, als er offensichtlich betrunken zu einer Pressekonferenz zum Finanzministertreffen der sieben führenden Industrienationen in Rom erschien. Sein Auftritt machte ihn weltweit zum Gespött, für die bereits angeschlagene Regierung von Ministerpräsident Taro Aso wurde er untragbar. Unter Druck der Öffentlichkeit und seiner eigenen Partei trat er schließlich zurück, nachdem er zunächst noch versucht hatte, seinen sichtlich benommenen Zustand auf den Jetlag und die Einnahme eines Erkältungsmittels zurückzuführen.

Quelle: Youtube

Bei der Parlamentswahl Ende August in Japan mussten die seit mehr als 50 Jahren fast ununterbrochen regierenden Liberaldemokraten (LDP) die Macht an die Demokratische Partei (DP) abgeben. Auch Nakagawa verlor dabei sein Abgeordnetenmandat, das er über 25 Jahre lang innehatte. Im Wahlkampf hatte er versprochen, dem Alkohol künftig abzuschwören. Seine Vorliebe für Gin Tonic und andere alkoholische Getränke war allgemein bekannt.

Schon Nakagawas Vater gehörte zu den Schwergewichten der LDP. Er beging 1983 in einem Hotelzimmer Selbstmord, indem er eine Überdosis Pillen schluckte.(APA)

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