Wie gewonnen so verbogen

5. Oktober 2009, 08:32
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Monika gewinnt im Sommer für eine Woche einen Opel Corsa und biegt ihn sich im wahrsten Sinn des Wortes zurecht, wie sie im Interview erzählt

derStandard.at: Reden wir nicht lang drumherum, wie hast du den Corsa zerlegt?
Monika: Zerlegt ist ein bissl wild ausgedrückt. Ich war in der Nacht auf Parkplatzsuche. Und als ich dann einen fand, musste ich noch einmal zwei Meter zurückschieben um reinfahren zu können. Auf einmal spürte ich einen Widerstand - einen dunklen Toyota, den ich auch in diesem Moment nicht in den Rückspiegeln sehen konnte.

derStandard.at: Dir ist nix passiert, und den Autos?
Monika: Dem Corsa hat es die Stoßstange kaum merkbar eingedrückt und zerkratzt - beim Toyota ist der Scheinwerfer kaputt geworden und die Stoßstange gebrochen.

derStandard.at: Mit dem Unfallgegner hattest du keine Probleme?
Monika: Nein, blöd war nur, dass wir beide keinen Unfallbericht mithatten. Aber wir haben uns einfach am nächsten Tag noch einmal getroffen und die Unfalldaten ausgetauscht.

derStandard.at: Hast den Corsa dann frühzeitig zurückgegeben?
Monika: Nachdem ja nicht wirklich was kaputt war, bin ich den Corsa weiterhin gefahren und dachte mir, ich mach das mit Opel dann, wenn ich das Auto zurückgebe. Blöderweise hat der Unfallgegner seinen Schaden aber sofort der Versicherung gemeldet, die hat natürlich gleich bei Opel angerufen, und im Endeffekt war eine derStandard.at-Mitarbeiterin etwas zerknirscht, weil ich mit der Meldung noch zwei Werktage gewartet habe.

derStandard.at: Für die Teilnahme am Gewinnspiel musstest du die schönsten Sommerplätze in Wien angeben. Bist du sie mit dem Corsa alle angefahren?
Monika: Mir ist das Fahren in der Stadt zu stressig, da nehm ich lieber die Öffis. Ich bin mit dem Auto raus aufs Land gefahren. Ich hab am Land Fahren gelernt - da fühl ich mich wohl. In der Stadt verzichte ich gerne aufs Auto - das Geld investiere ich lieber in eine zentrale Wohnung.

derStandard.at: Moment: Du fährst gar nicht gerne Auto? Wieso hast du dann beim Gewinnspiel mitgemacht?
Monika: Ich spiele systematisch bei Gewinnspielen mit. Vor dem Corsa hatte ich für eine Woche einen Mini...

derStandard.at: Aber die technischen Daten des Corsa hast dir gemerkt?
Monika: Das war ein weißer - nein, es war Casablanca Weiß - 60 kW Benziner.

derStandard.at: Und der Verbrauch?
Monika: Puh, das weiß ich nicht. Ich hab nicht getankt und auch nicht geschaut. Ich bin so an die 400, 500 Kilometer weit gefahren, und als ich den Corsa zurück gab, war der Tank noch viertelt voll.

derStandard.at: Was hat dich am Corsa gestört?
Monika: Wie heißen die Streben hinten?

derStandard.at: Die C-Säulen?
Monika: Genau, die C-Säulen. Die sind zu dick, und man sieht hinten nichts raus. Die Neigung der Lehne war mit einem Drehrad zu verstellen, und das ging nicht so recht. Außerdem war der Corsa ein Zweitürer, und die großen Türen konnte man bei manchen Parkplätzen nicht richtig aufmachen, so dass ich mich oft aus dem Auto rauswinden musste, wenn ich nicht geschaut habe, dass ich so stehe, dass die Tür richtig aufgeht. Und dann war da auf der vorderen Ablage Cockpitspray drauf, und das spiegelte in der Windschutzscheibe...

derStandard.at: Und was hat dir am Corsa gefallen?
Monika: Das Design gefällt mir sehr gut.

derStandard.at: Und motorisch?
Monika: Ja, der Corsa ist ein optimales Auto für den Stadtverkehr und das Fahren auf Landstraßen und Autobahnen. Nicht unspritzig, aber auch nicht so, dass man ins Gas steigt und "WUSCH". Er war sehr angenehm zu fahren.

derStandard.at: Jetzt fährst du wieder mit der Straßenbahn?
Monika: Ja, mit den Öffis Fahren ist einfach relaxter und ich gehe wieder wesentlich mehr zu Fuß, was für mich ein sehr guter Ausgleich zur Büroarbeit und obendrein sehr gesund ist... (Guido Gluschitsch, Foto: www.gluschitsch.com)

  • "In der Stadt verzichte ich gerne aufs Auto."
    foto: gluschitsch.com

    "In der Stadt verzichte ich gerne aufs Auto."

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